José Mutis

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José Celestino Mutis.jpg

José Celestino (Bruno) Mutis y Bo(s)sio[1] (* 6. April 1732 in Cádiz; † 11. September 1808 in Bogotá) war ein spanischer Botaniker und Mathematiker. Sein offizielles botanisches Autorenkürzel lautet „Mutis“. Einer seiner Neffen in Kolumbien, Sinforoso Mutis Consuegra (1773–1822), wurde ebenfalls Botaniker.

Leben und Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

José Mutis studiert in Cádiz Medizin und Chirurgie am Colegio de Cirugía mit zusätzlichen Kursen in Physik sowie Botanik. Das medizinische Examen legte er am 2. Mai 1755 an der Universität Sevilla ab. Am 5. Juli 1757 erhielt er den Doktorgrad der Medizin.

Von 1757 bis 1760 hielt er Vorlesungen über Anatomie in Madrid und unternahm botanische Studien mit Unterstützung des Botanischen Gartens der Migas Calientes de Madrid sowie weitere Studien der Astronomie und der Mathematik.

Nach drei Jahren entschied er sich, als Arzt an der Amerikaexpedition des Pedro Messía de la Cerda teilzunehmen. De la Cerda erreichte im Februar 1761 Santa Fe de Bogotá. Im März 1760 hatte ihn König Karl III. zum Vizekönig von Neugranada ernannt, Pedro Messía begleitete ihn nach Südamerika, er erreichte Cartagena im Oktober. Beginnend mit seiner Ankunft in Santa Fe de Bogotá am 24. Februar 1761 führte er ein kommentiertes Forschungstagebuch über seine Beobachtungen.

Im Jahr 1763 begann Mutis mit umfangreichen Studien der Flora und Fauna Südamerikas, die insgesamt über 20 Jahre dauerten. Insgesamt waren darunter drei große botanische Expeditionen.

Mutis korrespondierte mit spanischen und anderen europäischen Wissenschaftlern, insbesondere mit Carl von Linné.

Im März 1762, während er eine Einführungsvorlesung in die Mathematik am Colegio de Rosario hielt, erklärte er die Grundlagen des Kopernikanischen Weltsystems und moderne experimentelle Methoden in den Wissenschaften, worüber er in Konflikt mit der Kirche geriet. Im Jahre 1774 verteidigte er vor der Heiligen Inquisition die moderne Wissenschaft, das Kopernikanische Weltsystem und die mathematische Naturphilophie.

Alexander von Humboldt besuchte Mutis im Juli des Jahres 1801 in Santa Fe de Bogotá während seiner Amerikaexpedition.[2]

Mutis verstarb im Alter von 76 Jahren an Lungenentzündung. Zu seinen Ehren ist heute der Botanische Garten von Bogotá nach ihm benannt.

Taxonomische Ehrung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ihm zu Ehren wurden die Gattungen Mutisia L.f. und Flosmutisia Cuatrec. aus der Pflanzenfamilie der Korbblütler (Asteraceae) benannt.[3]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Uwe Schwarz: José Celestino Mutis. In: Religion in Geschichte und Gegenwart. Handwörterbuch für Theologie und Religionswissenschaft. Band 5: L–M. Herausgegeben von Hans Dieter Betz, Don S. Browning, Bernd Janowski und Eberhard Jüngel. Mohr Siebeck, ISBN 3-16-146945-3, Tübingen 2002 (4., völlig neu bearbeitete Auflage), Studienausgabe UTB, ISBN 978-3-8252-8401-5, Stuttgart 2008
  • Edward O. Wilson and José Gómez Durán: Kingdom of Ants. José Celestino Mutis and the Dawn of Natural History in the New World. Johns Hopkins Univ. Press, Baltimore, Md. 2010, ISBN 978-0-8018-9785-6.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Manuel Hernández de Gregorio: El arcano de la quina. Ibarra, 1828, S. XIII, eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche.
  2. Bartolomé Ribas Ozonas: José Celestino Mutis, amistad y colaboración con A. v. Humboldt. S. 151–172 Archivierte Kopie (Memento des Originals vom 29. Dezember 2016 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.analesranf.com
  3. Lotte Burkhardt: Verzeichnis eponymischer Pflanzennamen – Erweiterte Edition. Teil I und II. Botanic Garden and Botanical Museum Berlin, Freie Universität Berlin, Berlin 2018, ISBN 978-3-946292-26-5 doi:10.3372/epolist2018.