Jugalbandi

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Jugalbandi (auch: Jugalbandhi, Kannada ಜುಗಲ್‌ಬಂದಿ, Devanagari: जुगलबंदी, Urdu جگلبندئ, bengalisch যুগলবন্ধী) ist eine musikalische Darbietungsform in der Klassischen indischen Musik, vor allem in der Musik Hindustans. Dabei handelt es sich um ein Duett zweier Solo-Musiker.[1][2] Das Wort „jugalbandi“ bedeutet wörtlich „verbundene Zwillinge“. Das Duett kann vocal oder instrumental sein.

Oft spielen Musiker mit unterschiedlichen Instrumenten zusammen, wie zum Beispiel bei den berühmten Jugalbandis von Sitarist Ravi Shankar und Sarodist Ali Akbar Khan, die seit den 1940ern zusammen auftraten. Gelegentlich kommen die Musiker auch aus verschiedenen Musik-Traditionen (zum Beispiel Karnatisch und Hindustanisch). Die Besonderheit ist dabei, dass beim Jugalbandi die beiden Solostimmen gleichberechtigt nebeneinander auftreten. Jugalbandi ist ein Musikstück also nur, wenn keine der beiden Stimmen eine untergeordnete Stellung als Begleitung einnimmt. Die Musik wird so zum verspielten Wettbewerb zwischen den beiden Darstellern.

Regionale Stile[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hindustani-Karnatic Jugalbandi[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jugalbandi mit einer Hindustanischen und Karnatischen Besetzung hat sich zu einem relativ verbreiteten Schema entwickelt. Oft spielt ein Hindustanischer Musiker mit einem Tabla-Künstler zusammen, oder ein Karnatischer Musiker spielt mit einem Mridangam-Künstler zusammen, oft auch begleitet durch eine Tambura. Der führende Musiker jeder Tradition spielt eine Komposition in seinem eigenen Stil und dann spielen sie zusammen ein gemeinsames Stück. Das gemeinsame Stück ist dann gewöhnlich in einem Schema (raga), welches beiden Traditionen bekannt ist, wie zum Beispiel Yaman-Kalyani, Bhairavi-Sindhubhairavi und Keeravani.

Jasrangi[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jasrangi ist eine neue Form des Jugalbandi. Sie ist nach Pandit Jasraj benannt. In dieser Stilrichtung singen eine Männerstimme und eine Frauenstimme zwei unterschiedliche Ragas gleichzeitig in unterschiedlichen Tonskalen, basierend auf dem Moorchhana-Prinzip der klassischen indischen Musik. Beide Sänger betonen das Shadja-Madhyam und Shadja-Pancham Bhav (Die ‘ma’-Note der Frauenstimme wird zur ‘sa’-Note der Männerstimme und die ‘pa’-Note der Männerstimme wird zur ‘sa’-Note der Frauenstimme). Da beide Sänger in ihrer eigenen Skala bleiben bleibt die Tonale Qualität erhalten.[3]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Gérard Béhague: Performance practice: ethnomusicological perspectives. Greenwood Press, 1984, ISBN 978-0-313-24160-4, S. 27 (Abgerufen am 14. Juli 2013).
  2. Latha Varadarajan: The Domestic Abroad:Diasporas in International Relations. Oxford University Press, 10. September 2010, ISBN 978-0-19-988987-7, S. 138–.
  3. thehindu.com.