Jugendhof Vlotho

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Das LWL-Bildungszentrum Jugendhof Vlotho liegt auf dem Amtshausberg in der ostwestfälischen Stadt Vlotho in Nordrhein-Westfalen. Der Jugendhof versteht sich als Unterstützer der Arbeit der öffentlichen und freien Träger der Jugendhilfe.[1] Träger der Bildungseinrichtung ist der Landschaftsverband Westfalen-Lippe.

Geschichte[Bearbeiten]

In den Jahren 1938 bis 1945 bestand auf dem heutigen Gelände des Jugendhofs die HJ-BannführerschuleHerzog Widukind“. Das Hauptgebäude, das alte Bauernhaus, stand ursprünglich bis 1935 auf dem Areal der heutigen Wentworth-Barracks auf dem Stiftberg in Herford und musste dort dem Kasino weichen. Aufgrund des Alters und des guten Erhaltungszustandes wurde es für schützenswert erachtet, sorgfältig abgetragen und der neuen Aufgabe zugeführt. Vor Kriegsende wurde die Schule geschlossen, die Ausbildungsgruppe an die Ostfront verlegt und die Unterlagen vernichtet.[2]

Der Jugendhof 1946 wurde gegründet. Er war die zentrale Bildungsstätte für Jugendleiter in der britischen Besatzungszone, zunächst in der Trägerschaft der obersten Landesjugendbehörden der britischen Besatzungszone.[3] Erster Leiter war Klaus von Bismarck. Der Jugendhof sollte vor allem der Demokratisierung der Jugend dienen und wurde so zunächst eine politische Jugendbildungsstätte. Unter anderem entstand hier eines der ersten Liederbücher der Nachkriegszeit für die Jugendarbeit. 1954 wurde der Jugendhof vom Landschaftsverband Westfalen-Lippe übernommen.

Das ältestes Gebäude des Bildungszentrums ist ein westfälisches Bauernhaus, das 1937 in der Nähe der Stadt Herford abgebaut und auf dem Amtshausberg wieder errichtet wurde.

Der Musikkabarettist Sebastian Krämer hat Anfang der 90er Jahre als Teilnehmer des Treffens junger Autoren (heute „FreiSchreibZeit“) und der Ferienmusikwerkstatt einen Grundstein seiner Karriere gelegt. Auch seine erste CD (Wird nicht mehr passieren) wurde im Jugendhof Vlotho produziert.

Gegenwart[Bearbeiten]

Die Bildungsstätte hat kulturelle und pädagogische Angebote. Unter anderem bietet sie die Zusatzqualifizierung Werkpädagogik an. Zu den Referenten des Jugendhofs zählen unter anderem der Musiker Helmut Bieler-Wendt und der Märchendichter und Pädagoge Christian Peitz.

Literatur[Bearbeiten]

  • Angela Kahre: Fahne flattert stolz im Wind, wo wir Kameraden sind. Die HJ-Bannführerschule „Herzog Widukind“ in Vlotho 1938–1945. Ardey-Verlag, Münster 1996. ISBN 3-87023-073-8
  • Klaus-Peter Lorenz: Die Demokraten-Macher. Politische Bildner im Nachkriegsdeutschland. Das Beispiel Jugendhof Vlotho 1946–1949. Klartext, Essen 2004. ISBN 3-89861-316-X
  • Hilmar Peter: Bildung – Entfaltung des ganzen Menschen. Jugendhof Vlotho 1946–1996. Ardey-Verlag, Münster 1996. ISBN 3-87023-072-X

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Jugendhof Vlotho – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Homepage der Bildungsstätte abgerufen Juli 2010
  2. Vom Umgang mit Geschichte - Die HJ-Bannführerschule Herzog Widukind (1938 - 1945) in Vlotho, Angela Kahre, Mitteilungen des Landesjugendamtes des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe, 139/199, S. 37-42 (PDF; 386 kB)
  3. Zur politischen Bildung im Jugendhof Vlotho 1946 - 1960, Gerhart Schöll, Mitteilungen des Landesjugendamtes des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe, 139/199, S. 43-56 (PDF; 386 kB)

52.1725248.857985Koordinaten: 52° 10′ 21″ N, 8° 51′ 29″ O