Justizanstalt Asten

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Die Justizanstalt Asten ist eine Justizanstalt und Einrichtung für Forensische Psychiatrie der österreichischen Justiz in der oberösterreichischen Marktgemeinde Asten. In der Einrichtung werden so genannte geistig abnorme Rechtsbrecher, die zum Zeitpunkt der Tatbegehung nicht zurechnungsfähig waren und daher nicht zu einer Freiheitsstrafe verurteilt werden konnten, im Rahmen des Maßnahmenvollzugs untergebracht.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Frühjahr 2010 wurde auf dem Gelände der Außenstelle Asten der Justizanstalt Linz das Forensische Zentrum Asten (FZA) eröffnet. Zuvor gab es österreichweit mit der Justizanstalt Göllersdorf in Niederösterreich nur eine Einrichtung der forensischen Psychiatrie, die direkt vom Bundesministerium für Justiz betrieben wurde. Andere geistig abnorme Rechtsbrecher werden zum Teil auch in geschlossenen psychiatrischen Abteilungen regulärer Krankenhäuser untergebracht. Ausgelegt ist das Forensische Zentrum Asten auf die Langzeitrehabilitation von Maßnahmenpatienten mit schweren psychischen Erkrankungen. Zunächst umfasste das Zentrum 91 Bettenplätze, im Jahr 2015 wurde ein Zubau fertiggestellt, der die Kapazität des Forensischen Zentrums auf bis zu 153 Maßnahmenpatienten erhöhte.[1][2] Seit einer Adaption der Räumlichkeiten des Forensischen Zentrums im Sommer 2017 können neben männlichen auch 14 weibliche Maßnahmenpatienten in Asten untergebracht werden.[3][4]

Bis Ende des Jahres 2018 waren auf dem Gelände in Asten zwei organisatorisch voneinander getrennte Außenstellen der Justizanstalt Linz untergebracht: Zum einen das Forensische Zentrum Asten und zum anderen die bereits zuvor am selben Standort errichtete Außenstelle Asten. Mit 1. Jänner 2019 wurden diese beiden Außenstellen organisatorisch zusammengeführt und in eine eigenständige Justizanstalt umgewandelt, die nun die Bezeichnung Justizanstalt Asten trägt und nicht mehr der Justizanstalt Linz organisatorisch zugehörig ist.[5] Im Jahr 2019 geriet die Justizanstalt aufgrund mehrerer Vorfälle – unter anderem allein in diesem Jahr bis Mitte Juli 28 strafbaren Handlungen unter Insassen, 16 gegen Justizwachebeamte, einem Fund von Kinderpornographie bei einem Insassen und 50 Entweichungen aus dem Gefängnis seit dem Jahr 2012 – in den verstärkten Fokus der Medien sowie des Justizministeriums. Die Generaldirektion für den Strafvollzug im Justizministerium stellte in der Folge ihren Abteilungsleiter für Sicherheit dem Leitungsteam der Justizanstalt Asten als Experten zur Seite.[6]

2020 kündigte Justizministerin Alma Zadic an, dass die Justizanstalt Asten in den folgenden zwei Jahren um hundert Haftplätze auf eine Belagszahl von insgesamt 300 ausgebaut werde. Der Ausbau wurde mit Kosten von 17 Millionen Euro projektiert und soll bis Ende 2022 fertiggestellt werden.[7]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Forensisches Zentrum wird ausgebaut. In: ooe.ORF.at. ORF Oberösterreich, 28. November 2013, abgerufen am 2. November 2017.
  2. Mehr Plätze für zurechnungsunfähige Rechtsbrecher. In: derStandard.at. 12. Oktober 2015, abgerufen am 2. November 2017.
  3. Katharina Mader: Nun auch Frauen im forensischen Zentrum Asten. In: meinbezirk.at. Regionalmedien Austria, 16. Januar 2017, abgerufen am 2. November 2017.
  4. Doppelmörderin nach Asten verlegt. In: ooe.ORF.at. ORF Oberösterreich, 2. November 2017, abgerufen am 2. November 2017.
  5. Anfragebeantwortung des Bundesministers für Justiz zum Thema „JA Linz - Außenstelle Asten“. In: Website des Österreichischen Parlaments. Bundesministerium für Verfassung, Reformen, Deregulierung und Justiz, 7. Januar 2018, abgerufen am 9. Januar 2018.
  6. Justizanstalt nach diversen Vorfällen unter Beobachtung. In: DiePresse.com. 5. September 2019, abgerufen am 5. September 2019.
  7. Justizanstalt Asten wird ausgebaut. In: ooe.ORF.at. 27. Oktober 2020, abgerufen am 27. Oktober 2020.

Koordinaten: 48° 13′ 30″ N, 14° 24′ 33,2″ O