Kórnik

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Kórnik
Wappen von Kórnik
Kórnik (Polen)
Kórnik
Kórnik
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Großpolen
Powiat: Posen
Fläche: 6,08 km²
Geographische Lage: 52° 15′ N, 17° 6′ OKoordinaten: 52° 15′ 0″ N, 17° 6′ 0″ O
Höhe: 68 m n.p.m
Einwohner: 7723
(30. Jun. 2015)[1]
Postleitzahl: 62-035
Telefonvorwahl: (+48) 61
Kfz-Kennzeichen: POZ
Wirtschaft und Verkehr
Straße: PosenKattowitz
Schienenweg: Kreuzburg–Posen
Nächster int. Flughafen: Posen-Ławica
Gmina
Gminatyp: Stadt- und Landgemeinde
Gminagliederung: 26 Schulzenämter
Fläche: 186,58 km²
Einwohner: 24.210
(30. Jun. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 130 Einw./km²
Gemeindenummer (GUS): 3021093
Verwaltung (Stand: 2007)
Bürgermeister: Jerzy Lechnerowski
Adresse: pl. Niepodległości 1
62-035 Kórnik
Webpräsenz: www.kornik.pl



Kórnik (deutsch Kurnik, 1939–1945 Burgstadt) ist eine Stadt im Powiat Poznański der Woiwodschaft Großpolen und zugleich Sitz einer Stadt- und Landgemeinde. Kórnik bildet zusammen mit der älteren Stadt Bnin eine Verwaltungseinheit.

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kórnik liegt 20 Kilometer südöstlich von Posen im Gebiet der großpolnischen Seenplatte (Pojezierze Wielkopolskie). Bnin liegt etwa fünf Kilometer weiter südöstlich des Stadtzentrums von Kórnik.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kornik und Bnin südöstlich der Stadt Posen auf einer Landkarte der Provinz Posen von 1905 (gelb markierte Flächen kennzeichnen Gebiete mit seinerzeit mehrheitlich polnischsprachiger Bevölkerung).
Barockes Rathaus in Bnin

Bereits im 13. Jahrhundert befand sich in Bnin eine befestigte Siedlung, die um 1390 Stadtrechte erhielt. Das benachbarte Kórnik wurde erst um 1430 zur Stadt erhoben. In Kórnik residierten seit dem 15. Jahrhundert verschiedene Adelsfamilien, die die bedeutende Schlossbibliothek anlegten und vergrößerten. Bei der Zweiten Teilung Polens fielen beide Städte 1793 an Preußen. 1870 lebten in Kórnik 2.300 Einwohner, 1992 waren es in der 1961 zusammengelegten Stadt etwa 6.000. 1939 marschierte die deutsche Wehrmacht ein, die Stadt wurde in Burgstadt umbenannt, die jüdischen Einwohner deportiert und später ermordet, jüdischer Friedhof und Synagoge zerstört. Von 1975 bis 1998 gehörte Kórnik zur Woiwodschaft Posen.

In Kórnik befindet sich auch das Institut für Dendrologie der Polnischen Akademie der Wissenschaften (Polska Akademia Nauk, PAN).

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die historischen Anfänge der Burg reichen bis in das Mittelalter zurück, als sie im Besitz der Familie Górka war, die im 14. Jahrhundert den Bau ihrer Familienresidenz begonnen hat.

  • Bekannt ist Kórnik heute durch sein neogotisches Schloss mit Parkanlage. In ihm befinden sich ein Museum und eine weithin bekannte Bibliothek. Das ursprünglich aus dem 14. Jahrhundert stammende Gebäude wurde im 19. Jahrhundert im Auftrage des Adligen Tytus Działyński nach einem Entwurf Karl Friedrich Schinkels umgebaut. Der letzte Besitzer Władysław Zamoyski vermachte es 1924 dem polnischen Volk. Das Schloss ist umgeben von einem über 40 Hektar großen Arboretum, dem größten und ältesten in Polen, das über 3.000 Arten an Bäumen und Sträuchern enthält.
  • Allerheiligen-Stiftskirche aus dem 14. Jahrhundert, im 19. Jahrhundert umgebaut.
  • Barockes Rathaus in Bnin
  • Dendrologisches Museum

Partnerstädte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt- und Landgemeinde Kórnik umfasst folgende Ortschaften:

Name deutscher Name
(1815–1919)
deutscher Name
(1939–1945)
Biernatki Biernatki Urnenfelde
Błażejewko Weißensee Weißensee
Błażejewo Blazejewo bei Bnin Blitzensieg
Bnin Bnin Seebrück
Borówiec Waldau Waldau
Czołowo Czolowo Schmiedsruh
Czmoniec Schönthal Schöntal
Czmoń Czmon Schmentau
Dachowa Dachowo Dachenau
Dębiec Dembiec Friedrichseiche
Dziećmierowo Dziecmierowo Heßhausen
Gądki Gadki (1815–1909)
Gondek (1909–1919)
Gondeck
Kamionki Kamionek (1815–1873)
Steindorf (1873–1919)
Steindorf
Konarskie Konarskie bei Bnin Wiesenhof (1939–1943)
Koners (1943–1945)
Koninko Koninko Hagenfelde
Kórnik Kurnik Burgstadt
Kromolice Kromolice Krummheide
Mościenica (zu Skrzynki) (zu Seeforst)
Pierzchno Pierzchno (1815–1873)
Pierschno (1873–1919)
Stiebenau (1939–1943)
Perchen (1943–1945)
Prusinowo Prusinowo Preußisch Aue
Radzewo Radzewo Radtstett
Robakowo Robakowo Göringslinde
Runowo Runowo Neldenmühle
Skrzynki Skrzynki Seeforst
Szczodrzykowo Szczodrzykowo Kiebitzweiler (1939–1943)
Kiebitzweiher (1943–1945)
Szczytniki Szczytnik Kreutzrunde
Żerniki Zerniki Engarhof

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Kórnik, Gądki und Pierzchno gibt es Halte an der Bahnstrecke Kluczbork–Poznań.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Georg von Kries (* 1863 auf Gut Smarzewo bei Schmentau; † 1922 auf Gut Klein-Watzmirs bei Swaroschin), preußischer Oberförster und Politiker
  • Wisława Szymborska (* 1923 in Bnin; † 2012 in Krakau), polnische Literaturnobelpreisträgerin

Verweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Heinrich Wuttke: Städtebuch des Landes Posen. Codex diplomaticus: Allgemeine Geschichte der Städte im Lande Posen. Geschichtliche Nachrichten von 149 einzelnen Städten. Leipzig 1864, S. 352–353 und S. 270–271.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Kórnik – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Population. Size and Structure by Territorial Division. As of June 30, 2015. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (ZIP-Ordner mit XLS-Dateien; 7,82 MiB), abgerufen am 28. Mai 2016.