Köhler (sächsisches Adelsgeschlecht)

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Wappen derer von Köhler

Köhler, auch Köler, ist der Name eines ursprünglich edelfreien obersächsischen Uradelsgeschlechts mit dem Stammhaus Krosigk bei Halle (Saale). Die Adelsfamilie starb 1727 mit Johann Ernst von Köhler auf Priorau aus.

Es besteht keine Stammverwandtschaft zu den schwedischen von Köhler oder den preußischen von Köhler.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Köhlers sind eine Nebenlinie des im Jahre 1103 erstmals erscheinenden Adelsgeschlechts von Krosigk. Die Schreibweise der von Krosigk wechselte häufig und festigte sich erst im 18. Jahrhundert, während sich bereits im 15. Jahrhundert die Linie Köler von Krosigk herausbildete, die um 1421 das Stammschloss Burg Krosigk an die Herren von Trotha verkaufte. Nach dem Verkauf von Krosigk verzichteten diese auf den Zusatz von Krosigk und nannten sich nur noch Köler und zuletzt Köhler, in der Regel ohne den Adelszusatz von, der erst zu Beginn des 18. Jahrhunderts wieder aufgenommen wurde.

Neben Muldenstein war Priorau einer der Hauptsitze der Familie Köhler, die dort mindestens bereits seit 1441 bzw. 1457 ansässig war.[1][2] Dort starb am 24. Mai 1727 Joachim Ernst von Köhler, Sohn von Wolf Heinrich von Köhler, als Erb- und Gerichtsherr. Er wurde am 27. Mai in der Kirche in Priorau im Alter von 75 Jahren, 6 Monaten und 4 Tagen beigesetzt und die auf ihn gehaltene Leichenpredigt erschien in Druck. Er war der letzte seines Geschlechts und hinterließ keine männlichen Leibeserben.[3] Das Gut Priorau fiel an die mitbelehnte und verwandte Adelsfamilie aus dem Winckel. Ungeachtet dessen ließ sich im Jahre 1790 der pfalz-bayerische Landesregierungs- und Hofkammerrat Leonhard Magnus Köhler in Sulzbach durch vier Adlige bestätigen, ein Nachkomme des sächsischen Adelsgeschlechts von Köhler zu sein. Er erreichte auf diese Weise für sich und seine Nachkommen die Eintragung in die Adelsmatrikel des Königreichs Bayern.[4]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: In Silber drei rote Pflugscharen, balkenweise gestellt und pfahlweise gelegt. Auf dem Helm zwei aus rot-silbernem Helmwulst wachsende, mit dem Rücken gegeneinander gekehrte rote Pflugscharen. Decken rot-silber.

Bekannte Familienmitglieder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Christoph Köhler, kursächsischer Amtmann in Leisnig

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Genealogisches Handbuch des Adels, Adelslexikon Band VI, Band 91 der Gesamtreihe, C. A. Starke Verlag, Limburg (Lahn) 1987, S. 355–356.
  • Michael Hecht: Die Edelherren von Krosigk. Ein mitteldeutsches Adelsgeschlecht im 12. und 13. Jahrhundert. In: Hallische Beiträge zu den Historischen Hilfswissenschaften. Heft 1, Halle 1998.
  • Konrad von Krosigk, Urkundenbuch der Familie von Krosigk, Band 1, Band 2, Band 3,1, Band 3,2, Band 3,3
  • Johann Seifert: Genealogie Hoch-Adelicher Eltern und Kinder, 1724, S. 285ff
  • Johann Christoph von Dreyhaupt: Pagvs Neletici Et Nvdzici, Oder Ausführliche diplomatisch-historische Beschreibung des zum ehemaligen Primat und Ertz-Stifft, nunmehr aber durch den westphälischen Friedens-Schluß secularisirten Hertzogthum Magdeburg gehörigen Saal-Crey̋ses, Und aller darinnen befindlichen Städte, Schlösser, Aemter, Rittergüter, adelichen Familien, Kirchen, Clöster, Pfarren und Dörffer, 1755, S. 208ff

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Günther Schönfelder, Frauke Gränitz, Haik Thomas Porada (Hrsg.): Bitterfeld und das untere Muldetal. Eine landeskundliche Bestandsaufnahme, S. 92.
  2. Matthias Prasse: Anhalt-Bitterfeld Sattelhof und Enklave im Herzen Anhalts bis 1797
  3. Bescheinigung des Pfarrers Magister Christian Günther vom 2. Juni 1727
  4. Ernst Heinrich Kneschke (Hrsg.): Neues allgemeines deutsches Adels-Lexicon. Band 5, Friedrich Voigt, Leipzig 1864, S. 182.