Leisnig

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Leisnig
Leisnig
Deutschlandkarte, Position der Stadt Leisnig hervorgehoben
Koordinaten: 51° 10′ N, 12° 55′ O
Basisdaten
Bundesland: Sachsen
Landkreis: Mittelsachsen
Höhe: 161 m ü. NHN
Fläche: 78,01 km²
Einwohner: 8386 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 107 Einwohner je km²
Postleitzahl: 04703
Vorwahl: 034321
Kfz-Kennzeichen: FG, BED, DL, FLÖ, HC, MW, RL
Gemeindeschlüssel: 14 5 22 310
Stadtgliederung: Kernstadt; 40 Ortsteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Markt 1
04703 Leisnig
Webpräsenz: www.leisnig.de
Bürgermeister: Tobias Goth (CDU)
Lage der Stadt Leisnig im Landkreis Mittelsachsen
Altmittweida Augustusburg Bobritzsch-Hilbersdorf Brand-Erbisdorf Burgstädt Claußnitz Döbeln Dorfchemnitz Eppendorf Erlau (Sachsen) Flöha Frankenberg/Sa. Frauenstein (Erzgebirge) Freiberg Geringswalde Großhartmannsdorf Großschirma Großweitzschen Hainichen Halsbrücke Hartha Hartmannsdorf (bei Chemnitz) Königsfeld (Sachsen) Königshain-Wiederau Kriebstein Leisnig Leubsdorf (Sachsen) Lichtenau (Sachsen) Lichtenberg/Erzgeb. Lunzenau Mittweida Mühlau (Sachsen) Mulda/Sa. Neuhausen/Erzgeb. Niederwiesa Oberschöna Oederan Ostrau (Sachsen) Penig Rechenberg-Bienenmühle Reinsberg (Sachsen) Rochlitz Rossau (Sachsen) Roßwein Sayda Seelitz Striegistal Taura Waldheim Wechselburg Weißenborn/Erzgeb. Zettlitz Zschaitz-Ottewig SachsenKarte
Über dieses Bild
Leisnig von der Mulde aus gesehen

Leisnig ist eine Stadt an der Freiberger Mulde im Landkreis Mittelsachsen im Freistaat Sachsen, rund 50 km südöstlich von Leipzig.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Leisnig befindet sich im und über dem tief eingeschnittenen Tal der Freiberger Mulde inmitten des Sächsischen Burgenlandes. Die Stadt Grimma liegt ca. 15 km nordwestlich, die Stadt Döbeln ca.20 km östlich der Stadt.

Stadtgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt Leisnig gliedert sich in den Kernort Leisnig und 40 weitere Ortsteile. (Angaben in Klammern: Einwohnerzahl zum 9. Mai 2011)[2]

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Angrenzende Gemeinden sind (im Uhrzeigersinn) Großweitzschen und die Stadt Hartha im Landkreis Mittelsachsen sowie die Stadt Colditz mit der früheren Gemeinde Zschadraß im Landkreis Leipzig.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Überblick der Stadtgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ursprünge der Stadt Leisnig stehen in engem Zusammenhang zur im 10. Jahrhundert errichteten Burg Mildenstein. Die Burg gehört zu den ältesten Anlagen in Sachsen. Die erste urkundliche Erwähnung des zugehörigen Burgwards erfolgte 1046 als „Lisnich“.[3]

Im Schutz der Burg entwickelten sich mehrere Siedlungskerne. Unterhalb der Burg entstand im Umfeld der heutigen Pankratiuskirche die Siedlung Tragnitz als Suburbium. Die erste Erwähnung erfolgte 1215.[4] Zwei Kilometer flussabwärts der Freiberger Mulde von der Burg Mildenstein entwickelte sich nach 1100 an der Handelsstraße von Leipzig über Grimma nach Böhmen eine Kaufmannssiedlung. Diese Siedlung wurde ebenfalls 1215 als „oppidum novum Liznik “ (neue Stadt Leisnig) bezeichnet.[5] Charakteristisches Merkmal dieser Siedlung war das Vorhandensein einer Nikolaikirche, die dem Hl. Nikolaus, dem Schutzheiligen der reisenden Händler geweiht war. Sowohl die Kirche von Tragnitz als auch von Altleisnig gehörten zur Parochie der Matthäikirche vor der Burg Mildenstein. Altleisnig war noch bis zum 16. Jahrhundert mit städteähnlichen Vorrechten ausgestattet, welche die Siedlung über die Dörfer der Umgebung heraushob.

Aber bereits 1286 wurde Altleisnig als „vetus civitas Lisnich“ (Altstadt Leisnig) bezeichnet, da sich im Anschluss an die Burg Mildenstein auf dem Bergsporn über der Mulde seit dem frühen 13. Jahrhundert ein burgbezogener Marktort entwickelte, der 1286 als „nova civitas ante castrum“ (Neustadt vor der Burg) genannt wurde. Die Verlegung der Stadt aus der Muldenaue (Altleisnig) auf den Bergsporn erfolgte um 1278/80.[3] Ausschlaggebend dürfte die größere Schutzlage nahe der Burg gewesen sein. Die frühe Marktsiedlung wurde um eine planmäßig von den Leisniger Burggrafen angelegte Siedlung erweitert, deren Kern der heutige Leisniger Marktplatz ist. Um 1280 wurde die Stadt nach Süden und Westen mit einer Stadtmauer befestigt, nach Norden hin bot der Steilhang zur Freiberger Mulde einen natürlichen Schutz.[6] Karlheinz Blaschke gibt für Zeit um 1300 für Leisnig eine Zahl von etwa 1.000 Einwohnern an.[7]

Die Stadt erfüllte insbesondere die Funktion als Getreidemarkt für das umliegende von Landwirtschaft geprägte Gebiet. Daneben erlangte auch der Fernhandel eine gewisse Bedeutung. Leisnig lag an den überregional bedeutsamen Straßenzügen von Leipzig über den Deutscheinsiedler Sattel nach Böhmen sowie von Borna nach Freiberg. Im Schutz der Burg Mildenstein konnten diese Handelswege an mehreren Stellen die Mulde queren: in Altleisnig bestand eine Furt, unterhalb der Burg existierten in Fischendorf und bei der Niedermühle zwei frühe Muldenbrücken.[8] Der Zoll- und Umschlagplatz Leisnig erlangte 1481 das Stapelrecht.[9]

Blick auf Leisnig (Ansicht von 1650)
Plan von Leisnig 1753
Mehltransporte über die Muldenbrücke Fischendorf unterhalb der Burg Mildenstein (Darstellung von 1840)

Wenige Jahrzehnte zuvor brannte die Stadt 1444 komplett ab. Beim Wiederaufbau entstand zwischen 1460 und 1484 der großzügige Bau der Stadtkirche Sankt-Matthäi anstelle eines romanischen Vorgängerbaus. Zwischen 1495 und 1535 forderten mehrere Pestepidemien in Leisnig und Umgebung zahlreiche Todesopfer. In diese Zeit fiel 1519 die Einführung der Reformation. Eine weitere drohende Einäscherung der Stadt konnte 1547 durch Peter Apian verhindert werden. Apian machte dafür seinen Einfluss als Hofmathematiker bei dem vor der Schlacht bei Mühlberg in Leisnig weilenden Kaiser Karl V. geltend. 1552 zählte Leisnig 226 besessene Bürger, 20 Grundbesitzer ohne Haus und 162 Inwohner.[3] Damit wohnten in der Stadt etwa 1.400 Einwohner.[7]

Leisnig war 1568 von Hexenverfolgung betroffen. Die alte Frau Dorothea Gauchin geriet in einen Hexenprozess,[10] während im Ortsteil Fischendorf 1691 Anna, Witwe von Christoph Lange, in einen Hexenprozess kam.[11]

Während des Dreißigjährigen Krieges wurde die Stadt am 20. März 1637 von schwedischen Truppen vollständig niedergebrannt.[12]

Der Wiederaufbau erfolgte vergleichsweise rasch. Der Neubau der Stadtkirche Sankt-Matthäi erfolgte zwischen 1638 und 1646, doch der Turm stand länger als Ruine und wurde erst zwischen 1676 und 1695 neu errichtet.[13] 1697 zählte die Stadt wieder 367 bewohnte und nur noch 25 unbewohnte Häuser mit insgesamt 1.520 erwachsenen Einwohnern.[14] Doch bereits am 5. Oktober 1700 wurde die Stadt erneut von einem Stadtbrand heimgesucht, bei dem binnen sechs Stunden 308 Gebäude niederbrannten. Nur die Kirche, die Schule, das Pfarrhaus, das Kornhaus und drei kleinere Anwesen blieben verschont.[15]

Mit der Einquartierung des Königlich-Stanislausschen Infanterie-Regimentes begann 1707 die Geschichte der Stadt als Garnisonsstadt, die bis 1993 andauern sollte.[16] Für die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt war zu jener Zeit die Herstellung und der Handel mit Tuch und Leinwand prägend. 1697 zählte Leisnig 340 ansässige Bürger, darunter befanden sich 142 Tuchmacher und 42 Leinweber.[17] 1753 waren in der Stadt 121 Tuchmachermeister und 61 Zeug- und Leinwebermeister ansässig. Drittstärkste Handwerkergruppe waren die 53 Schuhmachermeister.[18] Eine Schuhmacherinnung bestand in Leisnig bereits seit 1325. An das traditionsreiche Handwerk erinnert heute der 1996 gefertigte Leisniger Riesenstiefel. Die seit jeher betriebene Landwirtschaft wurde ab 1787 mit dem planmäßigen Obstanbau ergänzt.

Blick auf das 1809 erbaute Rathaus an der Ostseite des Marktes

Zum Laurentiusmarkt am 10. August 1803 brach der letzte große Stadtbrand aus. Den Flammen fiel nahezu die gesamte Oberstadt mit 195 Wohnhäusern, 4 öffentlichen Gebäuden und 43 Scheunen zum Opfer.[19] Im Rahmen des anschließenden Wiederaufbaus wurde die Stadtmauer niedergelegt. Baulich markant war die Entscheidung, das bislang in der Mitte des Marktes befindliche Rathaus am Rande des Platzes auf der Brandruine des Gasthofes „Zum Goldenen Engel“ zu errichten. Der Rathausneubau wurde 1809 fertiggestellt. Der Großteil der heute noch vorhandenen Bausubstanz der Stadt stammt aus der Wiederaufbauphase nach dem Brand von 1803. Während der Freiheitskriege forderte 1813 eine Typhusepidemie 171 Todesopfer.

Das Jahr 1819 markierte mit der Aufstellung der ersten Spinnmaschine in der Niedermühle Tragnitz den Beginn der Industrialisierung in Leisnig. Die traditionell ansässigen Leinweber und Tuchmacher bildeten den Ausgangspunkt für einige Betriebe der Textilindustrie. Der Tuchfabrikant Heinrich Herrmann Böttger, Vater des Chemikers Wilhelm Böttger, installierte 1857 in seiner Fabrik an der Fischerndorfer Brücke die erste Leisniger Dampfmaschine. Weitere ansässige Gewerbe bildeten den Grundstock für einige metallverarbeitende Fabriken sowie Fabriken zur Herstellung von Möbeln, Schuhen und Zigaretten.[17]

Zwischen 1834 und 1871 erhöhte sich die Einwohnerzahl um knapp 2.000 Personen von 4.795 auf 6.751.[3] Die Stadt wuchs langsam über den Bereich der ehemals ummauerten Altstadt in Richtung Süden hinaus. 1844 wurde in der Chemnitzer Vorstadt (Areal im Umfeld der heutigen Chemnitzer Straße) das erste Haus errichtet. Im Rahmen des Baus der Bahnstrecke Borsdorf–Coswig als zweite Eisenbahnlinie zwischen Leipzig und Dresden erhielt Leisnig 1867 den Anschluss ans Eisenbahnnetz. Der im Muldental südöstlich der Altstadt gelegene Bahnhof markierte einen neuen Fixpunkt der Stadtentwicklung. Im Umfeld des Bahnhofes (Bahnhofsvorstadt) siedelten sich in den folgenden Jahrzehnten weitere Fabriken an. Die Einwohnerzahl stieg bis 1910 nochmals auf 8.001 Einwohner an.[3]

Blick auf die 1873 erbaute Bürgerschule, eine der im Zuge der Stadterweiterung errichteten Leitbauten

Neben dem Bahnhof entstanden im letzten Viertel des 19. Jahrhunderts im Zuge der Stadterweiterung weitere markante öffentliche Gebäude. Die Leisniger Garnison erhielt im Südwesten der Stadt an der Colditzer Straße mit der 1887/88 erbauten „König-Albert-Kaserne“ ein neues Quartier. Das Militärareal wurde 1913/14 um die in unmittelbarer Nachbarschaft errichteten „König-Friedrich-August-Kaserne“ erweitert. An der Ecke Poststraße/Hochstraße entstand 1891 der markante rote Ziegelbau des kaiserlichen Postamtes. Das Bevölkerungswachstum machte zudem den Neubau geeigneter Schulgebäude notwendig, die ebenfalls vor dem alten Stadtgraben errichtet wurden. 1873 entstand am Lindenplatz die Bürgerschule (heute Sigismund-Reschke-Grundschule). Unweit der Bürgerschule wurde 1887 die Realschule (heute Peter-Apian-Oberschule Leisnig) als höhere Lehranstalt erbaut.

Im Jahre 1946 feierte die Stadt mit der 900-Jahr-Feier das erste Stadtjubiläum nach dem Zweiten Weltkrieg in der sowjetischen Besatzungszone.

Nach 1990 gehörte Leisnig zum Landkreis Döbeln und damit zum Regierungsbezirk Leipzig, 2008 wechselte der Landkreis als Teil von Mittelsachsen in den Direktionsbezirk Chemnitz. Am 1. Januar 2012 schloss sich Leisnig mit der Gemeinde Bockelwitz zusammen.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehemalige Gemeinde Datum Anmerkung
Altenhof[20] 1. Juli 1963 Eingemeindung nach Naunhof
Altleisnig[20] 1. Juli 1950 Eingemeindung nach Polditz
Beiersdorf[20] 1. Januar 1952 Eingemeindung nach Naunhof
Bockelwitz[21] 1. Januar 2012
Börtewitz[21] 1. März 1991 Eingemeindung nach Bockelwitz
Brösen[20] 1. Januar 1969
Clennen[22] 1. Oktober 1937 Eingemeindung nach Sitten
Dobernitz[20] 1. Juli 1950 Eingemeindung nach Kroptewitz
Doberquitz[22] 1. Oktober 1937 Eingemeindung nach Sitten
Doberschwitz[22] 1. August 1936 Eingemeindung nach Zschockau
Fischendorf[20] 1. Oktober 1965
Görnitz[20] 1. Juli 1950 Eingemeindung nach Polkenberg
Gorschmitz[20] 1. Januar 1969
Großpelsen[22] 1. April 1938 Eingemeindung nach Börtewitz
Hetzdorf[20] 1. Juli 1950 Eingemeindung nach Naundorf
Kalthausen[22] 1. August 1936 Eingemeindung nach Zschockau
Kleinpelsen[22] 1. April 1938 Eingemeindung nach Börtewitz
Klosterbuch (mit Scheergrund)[20] 1. Oktober 1965
Klosterbuch, Gutsbezirk[23] 21. März 1949 Eingemeindung nach Klosterbuch
Korpitzsch[20] 1. Juli 1950 Eingemeindung nach Polkenberg
Kroptewitz[20] 28. Dezember 1962 Eingemeindung nach Bockelwitz
Leuterwitz[20] 1. Juli 1950 Eingemeindung nach Bockelwitz
Marschwitz[20] 1. Juli 1950 Eingemeindung nach Polditz
Meinitz[20] 1. Oktober 1965
Minkwitz[21] 1. Januar 1992
Naundorf[20] 1. Juli 1963 Eingemeindung nach Naunhof
Naunhof[21] 15. März 1992 Eingemeindung nach Bockelwitz
Nicollschwitz[20] 1. Juli 1950 Eingemeindung nach Bockelwitz
Paudritzsch, Gutsbezirk um 1920 Eingemeindung nach Klosterbuch
Polditz[20] 1. Juni 1973 Eingemeindung nach Polkenberg
Polkenberg[21] 1. Januar 1999 Eingemeindung nach Bockelwitz
Queckhain[20] 1. Januar 1952 Eingemeindung nach Minkwitz
Röda[20] 10. Oktober 1965 Eingemeindung nach Gorschmitz
Sitten[20] 1. Juni 1973 Eingemeindung nach Bockelwitz
Tautendorf[20] 1. Januar 1952 Eingemeindung nach Brösen
Tragnitz[20] 1. Januar 1960
Zennewitz[24] vor 1875 Eingemeindung nach Görnitz
Zeschwitz[22] 1. Oktober 1937 Eingemeindung nach Görnitz
Zollschwitz[20] 1. Juli 1963 Eingemeindung nach Naunhof
Zschockau[20] 1. Oktober 1965 Eingemeindung nach Polkenberg

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2000 wohnten in Leisnig 7585 und in Bockelwitz 2893, zusammen 10478 Einwohner. 2010 waren es in beiden Gemeinden zusammen noch 9090 Einwohner, was einem Rückgang von etwa 13 Prozent entspricht.

Jahr 1834 1885 1925 1933 1939 1946a 1950b 1960 2004 2007 2009 2011 2012 2013
Einwohner 4795 7315 7712 8108 9776 10.077 9590 8585 7054 6734 6491 8909 8685 8586
ab 1960 31. Dezember – Quelle ab 2004: Statistisches Landesamt Sachsen
a Volkszählung vom 29. Oktober 1946
b Volkszählung vom 31. August 1950

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stadtrat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderatswahl 2014[25]
Wahlbeteiligung: 49,8 % (2009: 54,9 %)
 %
50
40
30
20
10
0
44,6 %
21,2 %
n. k.
5,0 %
1,7 %
2,7 %
24,7 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
 %p
 25
 20
 15
 10
   5
   0
  -5
-10
-15
-10,9 %p
-10,2 %p
-7,4 %p
-0,7 %p
+1,7 %p
+2,7 %p
+24,7 %p
Expression-Fehler: Unerwartete schließende eckige Klammer

Seit der Stadtratswahl am 25. Mai 2014 verteilen sich die 18 Sitze des Stadtrates folgendermaßen auf die einzelnen Gruppierungen:

Marktplatz mit Rathaus

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: „In Schwarz eine goldene Zinnenmauer mit breitbedachtem erkerverziertem Torturm und geöffneten Tor; am Turm über dem Tor ein goldener Schild mit einem schwarzen Schrägrechtsbalken, begleitet von je drei schwarzen Rauten.“[26]

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Leisnig unterhält Städtepartnerschaften mit Bünde in Nordrhein-Westfalen, mit Oggiono in der Lombardei (Italien) sowie mit der ungarischen Stadt Halásztelek[27].

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Museen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Burg Mildenstein mit Museum

Das Museum auf der Burg Mildenstein entstand bereits 1890 durch den Leisniger Geschichts- und Altertumsverein. Neben einer Ausstellung zur Geschichte der Burg, zu der bedeutende Fundstücke wie böhmische Gläser aus dem 14. Jahrhundert gehören, sind auch neu eingerichtete Ausstellungen zum Strafvollzug und zum Amt Leisnig zu nennen. Im 2006 eingeweihten Stiefelmuseum auf der Vorburg wird das Wahrzeichen der Stadt, der Riesenstiefel ausgestellt. Im Rathaus wird eine kleine Galerie mit jährlich mehrfach wechselnden Ausstellungen unterhalten.

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen der Familie Apian am Markt in Leisnig
Kirche St. Matthäi, erbaut 1460–1484 auf einem romanischen Vorläuferbau

Die 1000 Jahre alte Burg Mildenstein mit romanischem Wartturm befindet sich am Nordwestrand der Kernstadt. Die hauptsächliche Bausubstanz entstammt dem 14. und 15. Jahrhundert, Umgestaltungen erfolgten im 16. und 18. Jahrhundert. In der Nähe des Schlossberges befindet sich der Eselsbrunnen von 1938, der an die einst im Dienste der Stadt stehenden Transportesel erinnert. Unterhalb des Schlosses erstreckt sich die weitgehend erhaltene Altstadt mit der spätgotischen Stadtkirche St. Matthäi. Zu den aus der Bauzeit der Hallenkirche erhaltenen Elementen zählen das Sterngewölbe im Kirchenschiff und das Netzgewölbe im Altarraum. Der Taufstein wurde bereits 1638 und damit nur ein Jahr nach kriegsbedingter Zerstörung der Kirche von einer Leisniger Familie gestiftet. Der Altar (1663/64) ist ein Werk des Bildhauers Valentin Otte und des Malers Johann Richter, beide aus Meißen.[28] Die Kanzel entstammt der 1906 abgebrochenen Hainichener Stadtkirche. Schräg gegenüber der Stadtkirche liegt die spätgotische Superintendentur aus dem 15. Jahrhundert. Am Haus Markt 13 findet sich das apianische Wappen.[29] Der Westrand der historischen Altstadt wird von dem Malerwinkel mit seinen geduckten Häusern und verwinkelten Gassen bestimmt. Auf dem Peter-Apian-Platz wurde im Jahr 1900 ein Denkmal zu Ehren von Carl Ferdinand Adam, einem Begründer der deutschen Sängerbewegung, aufgestellt. Am Lindenplatz daneben befindet sich die rekonstruierte Kursächsische Postdistanzsäule aus Rochlitzer Porphyr, dessen Originalwappenstück im Museum auf dem Schloss aufbewahrt wird. Daneben steht seit 1902 der gleichermaßen aus Rochlitzer Porphyr bestehende und von dem Bildhauer Heinrich Goetschmann entworfene Heimatbrunnen. Die zweite Kirche der Altstadt ist die architektonisch einfach gehaltene Friedhofskirche St. Nicolai von 1540 am Südrand.

Vier Kilometer flussaufwärts vom Stadtzentrum liegt das Kloster Buch, ein ehemaliges Zisterzienserkloster mit teils noch erhaltenen baulichen Anlagen. Weitere sehenswerte sakrale Bauten in den Gemeindeteilen sind die romanische Kirche „St. Ägidien“ aus dem 12. Jahrhundert in Altenhof, die Kirche Bockelwitz von 1797, die neoromanische Nikolaikirche in Polditz von 1865 mit Orgel aus der Werkstatt von Friedrich Ladegast (1868) und die im Jahr 1214 erstmals erwähnte Kirche in Sitten. Das ehemalige Wasserschloss in Sitten aus dem 16. Jahrhundert ist jetzt eine Grundschule. In Leuterwitz findet sich ein Windrad zur Energieerzeugung (Technisches Denkmal) aus dem Jahr 1922.

Grünflächen und Naherholung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Leisnig liegt am Muldentalradwanderweg, der von Nossen flussabwärts bis nach Bitterfeld führt. Das Schloss wird vom Schlosspark und dem Miruspark gesäumt, am Südrand der Altstadt liegen Johannistal- und Stadtpark. In Görnitz gibt es ein Wildgehege.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

DMI Archivorganisation

Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der in Münster ansässige Archivierungs-Dienstleister DMI GmbH & Co. KG erwarb nach der politischen Wende die maroden Immobilien eines ehem. Textilunternehmen an der Mulde. Mittlerweile ist die Leisniger Tochterfirma DMI Archivorganisation GmbH & Co. KG mit mehr als 350 Mitarbeitern der größte DMI-Standort [30] und gleichzeitig der größte Arbeitgeber in Leisnig.

Das 1996 privatisierte Krankenhaus ist ein Regelversorger mit 175 Betten.

Sigismund-Reschke-Grundschule

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Oberschule der Stadt ist die Peter-Apian-Oberschule Leisnig, der Grundschulbildung dienen die Sigismund-Reschke-Grundschule am Lindenplatz und die Emil-Naumann-Grundschule in Sitten. Kindertagesstätten jenseits der Kernstadt gibt es in Polkenberg, Börtewitz, Altenhof und Sitten.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt ist über die A 14 (Anschlussstelle Leisnig) sowie die Bundesstraßen 107, 169 und 175 gut zu erreichen, zudem liegt sie an der Bahnstrecke Borsdorf–Coswig und am Muldentalradweg.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kerstin Behrendt

Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Chronik von Leisnig, 2 Bände.
  • Max Grimmer: 1700–1954. Leisniger Geschichts- und Heimatverein, Leisnig 2003, ISBN 3-00-012023-8, 277 S.
  • Margot Burkhard, Renate Fischer, Norbert Giersch: 1955–1970. Leisniger Geschichts- und Heimatverein, Leisnig 2006, ISBN 978-3-00-019306-4, 187 S.
  • Margot Burkhard, Renate Fischer, Norbert Giersch: 1970–1989 Leisniger Geschichts- und Heimatverein, Leisnig 2011, ISBN 978-3-00-034819-8
  • Johann Kamprad: Leisnigker Chronica oder Beschreibung der sehr alten Stadt Leisnigk. Besonders beygefügt eine Chronica der benachbarten Stadt Colditz. Leisnig 1753 (E-Kopie)
  • Jens Kunze: Das Amt Leisnig im 15. Jahrhundert. Verfassung, Wirtschaft, Alltag. Leipziger Universitätsverlag, Leipzig 2007, ISBN 978-3-86583-027-2, (Schriften zur sächsischen Geschichte und Volkskunde 21), (Teildruck von: Leipzig, Univ., Diss, 2004/2005), 418 S.
  • Eduard von Mildenstein (Hrsg.): Chronik der Stadt Leisnig. Verlag Albert Bethke, Leisnig 1857 (Digitalisat)
  • Cornelius Gurlitt: Leisnig. In: Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Königreichs Sachsen. 25. Heft: Amtshauptmannschaft Döbeln. C. C. Meinhold, Dresden 1903, S. 109.
  • Leißnig. In: August Schumann: Vollständiges Staats-, Post- und Zeitungslexikon von Sachsen. 5. Band, Zwickau 1818, S. 605–613.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Leisnig – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Leisnig – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Aktuelle Einwohnerzahlen nach Gemeinden 2015 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Kleinräumiges Gemeindeblatt. Bevölkerung, Haushalte, Familien und deren Wohnsituation am 9. Mai 2011. Statistisches Landesamt Sachsen, abgerufen am 3. November 2015 (PDF; 1,26 MB).
  3. a b c d e Digitales Historisches Ortsverzeichnis Sachsen – Leisnig
  4. Digitales Historisches Ortsverzeichnis Sachsen – Tragnitz
  5. Digitales Historisches Ortsverzeichnis Sachsen – Altleisnig
  6. Lage der Stadtmauer auf einem um 1680 entstandenen Plan
  7. a b Karlheinz Blaschke. Das Städtewesen vom 12. bis zum 19. Jahrhundert. Begleitheft zur Karte B II 6 des Atlas zur Geschichte und Landeskunde von Sachsen, Leipzig/Dresden 2003, S. 21
  8. Frauke Gränitz: Landverkehrswege als Faktoren der Entwicklung der Kulturlandschaft und des Straßenwesens im Kurfürstentum Sachsen von 1648 bis 1800. Der Beispielstraßenzug Leipzig – Deutscheinsiedel. Dissertation TU Chemnitz, Chemnitz 2007, S. 117
  9. Zeittafel. Stadt Leisnig, abgerufen am 11. August 2012.
  10. Manfred Wilde: Die Zauberei- und Hexenprozesse in Kursachsen, Köln, Weimar, Wien 2003, S. 655.
  11. Manfred Wilde: Die Zauberei- und Hexenprozesse in Kursachsen, Köln, Weimar, Wien 2003, S. 539f.
  12. Bürgermeister Anton Clauß. Stadt Leisnig, abgerufen am 11. August 2012.
  13. *Cornelius Gurlitt: Leisnig. In: Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Königreichs Sachsen. 25. Heft: Amtshauptmannschaft Döbeln. C. C. Meinhold, Dresden 1903, S. 109.
  14. * Leißnig. In: August Schumann: Vollständiges Staats-, Post- und Zeitungslexikon von Sachsen. 5. Band, Zwickau 1818, S. 605–613.
  15. Eduard von Mildenstein (Hrsg.): Chronik der Stadt Leisnig. Verlag Albert Bethke, Leisnig 1857, S. 113
  16. Stadt Leisnig – Geschichte als Garnisonsstadt
  17. a b Karlheinz Blaschke: Leisnig. in: Walter Schlesinger (Hg.): Sachsen. Handbuch der historischen Stätten Deutschlands Bd. 8, Stuttgart 1965, S. 199
  18. Johannes Kamprad: Das jetzt lebende Leißnig, mit seinen Häusern und andern Gebäuden, wie auch eingepfarten Dörffern, allerleÿ Künstlern, Handwerckern, und lebendigen Menschen Zu dieser Zeit, Plan von 1753
  19. Eduard von Mildenstein (Hrsg.): Chronik der Stadt Leisnig. Verlag Albert Bethke, Leisnig 1857, S. 135
  20. a b c d e f g h i j k l m n o p q r s t u v w x y Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern, Verlag Metzler-Poeschel, Stuttgart, 1995, ISBN 3-8246-0321-7, Herausgeber: Statistisches Bundesamt
  21. a b c d e Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen: Gebietsänderungen
  22. a b c d e f g Das Sachsenbuch, Kommunal-Verlag Sachsen KG, Dresden, 1943
  23. Verzeichnisse der seit Mai 1945 eingemeindeten Gemeinden und Nachweis über die Aufgliederung der selbständigen Gutsbezirke und Staatsforstreviere, 1952, Herausgeber Ministerium des Innern des Landes Sachsen
  24. Gemeinde- und Ortsverzeichnis für das Königreich Sachsen, 1904, Herausgeber: Statistische Bureau des königlichen Ministeriums des Inneren
  25. Ergebnisse der Gemeinderatswahl 2014
  26. Manfred Bensing, Karlheinz Blaschke, Karl Czok, Gerhard Kehrer, Heinz Machatscheck: Lexikon Städte und Wappen der DDR. Hrsg.: Heinz Göschel. 2. neubearb. und erw. Auflage. Bibliographisches Institut, Leipzig Juli 1984, S. 256.
  27. D. Wurzel: Städtepartnerschaft mit der ungarischen Stadt Halásztelek. Stadt Leisnig, abgerufen am 11. August 2012 (Presseartikel „Döbelner Allgemeine Zeitung“ vom 28. Oktober 2009).
  28. Kirche St. Pankratius zu Tragnitz. Stadt Leisnig, abgerufen am 11. August 2012.
  29. Peter Apian (1495–1552). Stadt Leisnig, abgerufen am 11. August 2012.
  30. DMI-Website