Königsberger Marzipan

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Königsberger Marzipan

Königsberger Marzipan ist eine in Königsberg i. Pr. (heute Kaliningrad) entstandene Art der Marzipan-Herstellung. Der Begriff ist eine Gattungsbezeichnung, keine Herkunftsbezeichnung. Königsberger Marzipan kann überall hergestellt werden.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Königsberger Marzipanfabrik Zappa auf der Französischen Straße unweit des Schlosses

Bereits im Mittelalter kam Marzipan aus Zypern und Griechenland in die Republik Venedig. Von ihr leitete man irrigerweise den Namen ab, panis Marci, „Brot des Markus“, des venezianischen Schutzheiligen. Wahrscheinlicher ist indessen die Ableitung von marzapana, Schachtel, in der der Teig aus Mandeln, Zucker und Rosenwasser aus Zypern eingeführt wurde. Von der Schachtel ging der Name auf den Inhalt über. Von Venedig kam das Marzipan nach Lübeck, von dort nach Königsberg. Erst hier wurde seine Oberfläche gebrannt und als Randmarzipan innen mit Zuckermasse und kandierten Früchten belegt.

Schon zu Herzog Albrechts Hochzeit am 1. Juli 1526 gab es Marzipan, das als heilkräftig galt und von den Apothekern vertrieben wurde.[1]

Bekannte Hersteller in Königsberg waren Plouda, Petschelies, Zappa, Schwermer, Gelhaar, Müller, Motzki und Amende. Ihre Auslagen kündigten Weihnachten schon im Oktober an – weil das Marzipan als Geschenk in alle Welt verschickt wurde. In der Nachkriegszeit in Deutschland betrieb das Königsberger Konditorehepaar Liedtke ein Kolonialwarengeschäft am Dammtor (Schlüterstr. 47).[2]

Herstellung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Während Lübecker Marzipan aus der rohen Masse hergestellt wird, wird Königsberger Marzipan geröstet.[2]

  • Modellieren: Das Marzipan wird zu Strängen, kleinen Marzipanbroten oder anderen Figuren modelliert bevor es abgeflämmt wird.
  • Stanzen: Mit Hilfe eines Stanzgeräts werden gleichmäßige Stücke in Konfektgröße hergestellt, die bereits die typische geriffelte Oberkante aufweisen und nach dem Abflämmen mit Fondant gefüllt und oftmals mit Dickfrüchten garniert werden.
  • Abflämmen: Das charakteristische Gratinieren der Oberfläche gibt dem Produkt die gelblich-bräunliche Röstfarbe. Das Innere bleibt dabei weich.[3]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hermann Bink: Ostpreußisches Lachen – Königsberger Marzipan und andere heimatliche Leckereien heiteren Inhalts. Hartung, Königsberg 1933
  • Der fröhliche Ostpreuße – lustige Geschichten und Lieder. Schallplatte, Miller International, Quickborn 1976

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Herbert Meinhard Mühlpfordt: Königsberg von A bis Z. Ein Stadtlexikon. Aufstieg-Verlag, München 1972, ISBN 3-7612-0092-7
  2. a b Konditorin Liedtke geb. Petschelies: Marzipan ist nicht gleich Marzipan. Ostpreußenblatt 1955
  3. Friedrich Holtz u. a.: Lehrbuch der Konditorei. 5. Auflage. Trauner, Linz 2009, ISBN 978-3-85499-367-4, S. 152.