Lübecker Marzipan

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Marzipan-Produkte von Niederegger
EU-Gemeinschaftszeichen geschützte geographische Angabe gemäß Verordnung (EWG) Nr. 628/2008 der Europäischen Kommission

Lübecker Marzipan ist eine von der EU geschützte geographische Herkunftsbezeichnung (g. g. A.) für Marzipan aus der norddeutschen Stadt Lübeck und den angrenzenden Gemeinden Bad Schwartau und Stockelsdorf.[1] Dass die Lübecker Marzipanhersteller per Selbstverpflichtung bestimmte Qualitätsgrundsätze (mindestens 70 Prozent Marzipanrohmasse, höchstens 30 Prozent Zucker) einhalten, ist für den Schutz des Begriffs nicht erheblich.

Marzipan in Lübeck[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den Lübecker Zunftrollen wurde „Martzapaen“ erstmals im Jahr 1530 erwähnt. Lübecks Ruf als „Marzipanstadt“, seine Vorrangstellung bei der Marzipanproduktion, wurde nach 1800 begründet.[2]

1786 gründete der Konditor Johann Gerhard Maret seinen Betrieb. Er starb 1804 und hinterließ einen kleinen Sohn, so dass sein langjähriger Geselle Johann Georg Niederegger zunächst die Konditorei weiterführte. 1822 übernahm Peter August Maret den Betrieb und Niederegger gründete seine eigene Firma. In den folgenden Jahrzehnten wurden in Lübeck etwa ein Dutzend Marzipan-Fabriken gegründet, die den Grundstein für die heutige weltweite Verbreitung der Süßigkeit legten.

Das Lübecker Marzipan besteht aus einer Rohmasse im Gegensatz zum Königsberger Marzipan. Letzteres wird bei der Endherstellung leicht angebräunt, abgeflämmt.

Lübecker Marzipan gibt es außer von Niederegger von den Herstellern Erasmi & Carstens, Lubeca, Johannes Heinr. Martens GmbH & Co. KG, Marzipan-Land, Mest-Marzipan GmbH[3] und Lubs.

Rekorde mit Lübecker Marzipan[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Guinnessbuch der Rekorde sind folgende Produkte aufgeführt:[4]

  • das Marzipanschwein Erwin, das das größte bisher hergestellte ist (Jahr 2001); vom Bäckermeister Burghard Leu aus 1005 kg Rohmasse in 200 Arbeitsstunden hergestellt.
  • das weltweit einzige Marzipankleid, aus 25.000 Marzipanpralinen zusammengefügt (Jahr 2002);
  • das aus Marzipanmasse geformte Abendmahl-Gemälde nach Leonardo da Vincis Originalbild (Jahr 2003); von Burghard Leu aus drei Tonnen Marzipanrohmasse gefertigt, mit einer reliefartigen Bildfläche von rund 20 Quadratmeter.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Film[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Lübecker Marzipan – Die Geschichte einer süßen Verführung. Dokumentarfilm, Deutschland, 2005, 60 Min., Buch und Regie: Wilfried Hauke, Produktion: NDR, Erstsendung: 2. Dezember 2005.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Lübecker Marzipan-Verein, abgerufen am 12. Januar 2015.
  2. Lübeck und das Marzipan auf Webseite der Stadt Lübeck; aufgerufen am 28. Mai 2008.
  3. Mest-Marzipan
  4. Gesehen und fotografiert im Lübecker Marzipanspeicher im Juli 2020 von Benutzerin:44Pinguine.