Kaffeefilter

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Melitta Filtertüte mit Filterhalter

Ein Kaffeefilter ist ein Filter, das bei der Zubereitung von Kaffee verhindert, dass Kaffeemehl mit in das aufgebrühte Getränk gelangt. Es gibt sie als Dauerfilter aus Porzellan oder Metall, sowie als Einwegfilter aus Filterpapier, das in einen Halter gelegt wird.

Geschichte[Bearbeiten]

Ursprünglich wurde Kaffee zubereitet, indem das Pulver mit dem Wasser aufgekocht wurde. Beim Servieren wurde der Kaffee anschließend dekantiert oder durch ein Sieb gegossen, um den Kaffeesatz zurückzuhalten. Zum einen war diese Methode umständlich und zum anderen konnte der Kaffee nicht lange gehalten oder erneut aufgekocht werden, da sich mit der Zeit immer mehr Bitterstoffe aus dem Pulver löste.

Im 18. Jahrhundert kam eine neue Methode der Kaffeezubereitung auf, die Wasser und Pulver schon beim Kochen getrennt ließ. Dazu wurde ein Filter aus Leinen oder Löschpapier in einen Trichter gelegt und mit Kaffeemehl befüllt. Schwallweise darübergeschüttetes Wasser lief durch und wurde in einer Kanne aufgefangen, während das Pulver im Filter verblieb.[1] Man benutzte auch Beutel aus Stoff, wie sie noch heute als Teesocke oder Teestrumpf bekannt sind, die man anschließend zur abermaligen Verwendung auswusch.

Es entstanden eine Vielzahl von Dauerfiltern, wie die Arndtschen Kaffeeaufgussmaschinen oder die vietnamesischen Phin-Filter. Diese waren im Grunde ein Wasserbehälter mit durchlöchertem Boden, der als Sieb fungiert. Anfang des 20. Jahrhunderts wurden Spitztrichter aus Metall oder Porzellan hergestellt, die ebenfalls als Sieb dienten.

Im Jahr 1908 stellte die Firma Melitta Einwegfilter aus Filterpapier mit den passenden Filterhaltern her. Bis 1934 bestanden sie aus Aluminium oder emailliertem Blech. Erst danach wurden sie von Filtern aus Porzellan oder Keramik abgelöst.[2]

Sonja-Kaffeefilter aus der DDR

Es gab zu dieser Zeit auch Konkurrenzprodukte zu Melitta, darunter ein so genannter Erka-Filter aus Eisenblech mit Bodensieb, die so genannte „Bremer Kaffeekanne“ mit einem emaillierten Blecheinsatz und einem Sieb, den Burleya-Filter aus Aluminium, einen Aha-Filter mit Siebrohr sowie mehrere Porzellanfilter. Bekannt war außerdem das Karlsbader Schlitzsieb. In den 1930er Jahren brachte Melitta den so genannten Schnellfilter auf den Markt, der gewölbt und gerillt war, so dass der Kaffee schnell durchfließen konnte. 1937 gab es ihn in sieben Größen, berechnet für eine Tasse bis hin zu maximal 100 Tassen Kaffee auf einmal. In den 1950er Jahren erschienen weitere Konkurrenzprodukte, zum Beispiel der Maestra-Filter in der Form eines Teeeis und einen Press-Schüttel-Filter von Columbus. Anfang der 1960er Jahre kamen Kaffeekannen mit integriertem Filter auf den Markt.[2]

Dauerfilter[Bearbeiten]

Dauerfilter sind meist als Wasserbehälter mit durchlöchertem Boden konstruiert. Mitunter besitzen sie einen Deckel und einen Stempel, der verhindert, dass das Pulver beim Eingießen des Wassers aufgewirbelt wird.

Es gibt auch flexible Filter aus Metallfolie oder feinmaschigem Kunststoffgewebe.

Nach der Zubereitung können sie gereinigt und immer wieder verwendet werden.

Mikrofotografie eines Filterpapiers

Einwegfilter[Bearbeiten]

Einwegfilter bestehen aus Filterpapier, die in einen Filterhalter eingesetzt werden. Sie werden nach einmaligem Gebrauch weggeworfen.

Die Poren, die das Netz aus Cellulosefasern bildet, sind kleiner als 10 µm. Sie können somit feiner gemahlenes Pulver filtrieren als Dauerfilter.

Der in Deutschland bekannteste Einwegfilter ist die Filtertüte von Melitta. Das eingetragene Warenzeichen gilt als Synonym für Einwegfilter.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Kaffeefilter – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Kaffeefilter – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Johann Georg Krünitz: Oeconomische Encyclopädie. 32, 1784, S. 172 (Volltext in der Google-Buchsuche).
  2. a b  Heinz-Peter Mielke: Kaffee, Tee, Kakao. Der Höhenflug der drei „warmen Lustgetränke“. Viersen 1988.