Kahnbeinpseudarthrose

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Klassifikation nach ICD-10
M84.14 Nichtvereinigung der Frakturenden [Pseudarthrose] – Hand
ICD-10 online (WHO-Version 2019)
Kahnbein-Pseudarthrose (linkes Bild) und Versorgung mit Herbert-Schraube (rechts).
Geteiltes Kahnbein. In einigen Fällen, vor allem, wenn keine Verletzung erinnerlich ist, kann zwischen einer Pseudarthrose und einer zweigeteilten Anlage (Os scaphoideum bipartitum) nicht sicher unterschieden werden[1][2]. In diesem Fall handelt es sich wegen der harmonischen Kontaktflächen eher um eine geteilte Anlagevariante.

Eine Kahnbeinpseudarthrose ist eine Pseudarthrose vom Os scaphoideum des Handgelenks.

Entstehung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Kahnbein ist der biomechanisch wichtigste Knochen der Handwurzelknochen. Eine Kahnbeinpseudarthrose kann beim Ausbleiben der Bruchheilung einer Fraktur des Kahnbeines entstehen. Sie tritt gelegentlich nach einem unerkannten oder nicht konsequent genug behandelten Kahnbeinbruch auf. Die Symptome sind Schmerzen am Handgelenk, insbesondere der sog. Tabatière oder an der Handwurzel generell. Im weiteren Verlauf kann sich auch eine Arthrose entwickeln.

Therapie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Therapie erfolgt operativ, indem die Pseudarthrose entfernt wird und der dann verbleibende Defekt im Kahnbeinknochen mit einem Knochenspan aus dem Beckenkamm oder Knochenersatzmaterial stabilisiert wird (Operation nach Matti-Russe).[3][4][5] Zusätzlich kann eine Stabilisation mit einer Herbert-Schraube, die auch bei der Behandlung des Kahnbeinbruches eingesetzt wird, erfolgen.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • O. Russe: Fracture of the carpal navicular. J Bone Joint Surg [Am] 42-A (1960), S. 759–768. PMID 13854612.
  • Lars Nebermann, Jacek Kotas, L. Graumann, L. Perlick, Rüdiger Döhler: Die Therapie der Scaphoidpseudarthrose. Wehrmedizinische Monatsschrift 45 (2001), S. 217–218.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Köhler, Zimmer: Grenzen des Normalen und Anfänge des Pathologischen im Röntgenbild des Skeletts. Georg Thieme Verlag Stuttgart, New York, 1989, ISBN 3-13-111723-0
  2. R. v. Koppenfels, H. Frössler: Angeborene und erworbene Teilungen des Os naviculare, der Patella und der Fußsesambeine. Archiv für orthopädische und Unfall-Chirurgie 78 (1974), S. 107–121. doi:10.1007/BF00416882
  3. A. Dacho u. a.: Die Rekonstruktion von Skaphoidpseudarthrosen durch die Operation nach Matti-Russe. Der Unfallchirurg 107 (2004), S. 388–396. doi:10.1007/s00113-004-0748-4
  4. JF Hooning van Duyvenbode u. a.: Pseudarthrosis of the scaphoid treated by the Matti-Russe operation. A long-term review of 77 cases. Journal of Bone and Joint Surgery 73 (1991), S. 603–606. PMID 2071643
  5. H. Matti: Über die Behandlung der Navicularefraktur und der Refraktura patellae durch Plombierung mit Spongiosa. Zentralbl Chir 64 (1937), S. 2353–2359.