Kalkpresstechnik

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Kalkpresstechnik ist eine sehr alte Gestaltungstechnik (Glättetechnik) zur Veredelung von Verputz und wird neuzeitlich zur Schaffung von bildnerischen Kunstwerken genutzt.

Die Kalkpresstechnik ergibt eine glatte glänzende Oberfläche von Wandputz und bei ihrer Anwendung in der bildenden Kunst. Auf einen geglätteten Untergrund wird ein Kalkputz in gewünschter Farbtönung aufgespachtelt. Der Auftrag des Putzes erfolgt in drei, beim künstlerischen Einsatz in zehn und mehr Gängen. Beim letzten Auftrag wird der Putz „verpresst“. Durch Aufbringen von transparentem Wachs kann der Glanz des Putzes verstärkt werden.

Zum Glätten und Pressen des Putzes werden meist rostfreie Glättkellen (Venezianische Kelle) oder polierte Steine (z.B. Achate) wie beim Tadelakt eingesetzt. Bei der Stucco lustro Technik wird die Kelle zum Einarbeiten der Seife auch erhitzt.

Die Kalkpresstechnik in ihrer spezifischen künstlerischen Anwendung bietet ein breites Spektrum der bildnerischen Tätigkeit. Durch ihre schöpferische Weiterentwicklung ist sie für den kreativen Einsatz in der angewandten und bildenden Kunst bestens geeignet.

Bereits im antiken Griechenland wurde Marmorimitationen durch Glätten und Polieren der Oberfläche ein Glanz verliehen, der dem von echtem, poliertem Marmor sehr nahekam. Bei den mit Kalkpresstechnik hergestellten Werksteinen ist der Hauptbestandteil Marmormehl. Die Feinheit des Materials, Korngröße des Marmormehls bestimmt maßgeblich die spätere Oberflächenwirkung. Soll die Oberfläche homogen und einfarbig wirken, wird in den Sumpfkalk feines Marmormehl eingerührt. Das Charakteristische des Marmors kommt bei der Kalkpresstechnik am besten durch die steinartige Struktur, die seidenmatte Oberfläche und die optische Tiefe zur Geltung.

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