Karlsburg (Schloss)

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Abb. 1: Hinterer Teil der Karlsburg; der Baum verdeckt den sogenannten Prinzessinnenbau
Hofansicht der Karlsburg 1652

Die Karlsburg im Karlsruher Stadtteil Durlach prägte die Geschichte der Markgrafen von Baden seit 1563 bis ins 18. Jh.

Warum Markgraf Karl II., bis dahin in Pforzheim residierend, 1563 mit den Durlachern verhandelte und was Durlach ihm dabei bot, ist nicht bekannt. Er entschied sich, ab 1563 ein dort bestehendes Jagdschloss seines Vaters Markgraf Ernst (Baden-Durlach), welches wiederum auf eine vermutete Wasserburg oder Tiefburg aufbaute, zu einem Schloss zu erweitern und seine Residenz 1565 dorthin zu verlegen.[1][2] Aus dieser ersten Phase des Residenzschlosses ist nur noch der sogenannte Prinzessinnenbau - mehrfach renoviert - erhalten.[3]

Seine Nachfolger vergrößerten Schloss und Schlossanlage, bis französische Truppen die Stadt und Schloss im August 1689 niederbrannten. Erst im Winter 1698/1699 wurde nach Rückkehr von Markgraf Friedrich Magnus aus dem Exil in Basel mit dem Wiederaufbau begonnen. Überdimensioniert geplant und in einer Zeit der völligen Armut und Zerstörung kam es Streitigkeiten mit den Durlacher Bürgern, die teilweise die erforderlichen Frondienste verweigerten. 1701 wurden wahrscheinlich vor allem aufgrund neuer Kriegslasten in Folge des Spanischen Erbfolgekrieges (1701 - 1714) die äußeren Arbeiten, etwa 1703 schließlich auch der Innenausbau am neuen Schloss eingestellt, nachdem erst zwei Schlossflügel fertiggestellt und von der Markgrafen-Familie bezogen worden waren.[4]

Sein Sohn und Nachfolger Markgraf Karl Wilhelm entschloss sich 1715, seine Residenz außerhalb von Durlach durch einen kompletten Neubau eines Schlosses zu verlegen – was zugleich die Gründung der Stadt Karlsruhe bedeutete. Der Hof zog 1718 in das neue Schloss um. Lediglich die Markgräfin blieb in Durlach bis zu ihrem Tod 1743.

Die Karlsburg entwickelte sich danach von der Altresidenz zum Verwaltungs- und Ämtersitz, und diente zwischenzeitlich als Kaserne. Seit 1924 ist dort das Pfinzgaumuseum untergebracht. 1964 wurde ein Flügel abgerissen, um für die Schlossschule Durlach Platz zu schaffen. Das Schloss wurde von 1973 bis 1988 aufwändig renoviert. Heute beheimatet die Karlsburg unter anderem das Durlacher Standesamt, das Pfinzgaumuseum, das Karpatendeutsche Museum, Schulräume für die Volkshochschule und das Markgrafen-Gymnasium, den historischen Festsaal und die Durlacher Bibliothek.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hans Rott: Kunst und Künstler am Baden-Durlacher Hof bis zur Gründung Karlsruhes. C.F. Müllersche Hofbuchhandlung, Karlsruhe 1917.
  • Hermann Eris Busse (Hrsg.): Der Enz- und Pfinzgau. G. Braun, Karlsruhe 1925.
  • Martin Bachmann: Die Karlsburg. Spuren der Residenzanlage im Durlacher Stadtgefüge. Institut für Baugeschichte, Karlsruhe 2000.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Schloss Durlach (Karlsburg) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hermann Eris Busse (Hrsg.): Der Enz- und Pfinzgau. G. Braun, Karlsruhe 1925. S. 268f.
  2. Martin Bachmann: Die Karlsburg. Spuren der Residenzanlage im Durlacher Stadtgefüge. Institut für Baugeschichte, Karlsruhe 2000. S. 15.
  3. Siehe Abb. 1, dort ist der Prinzessinnenbau teilweise sichtbar.
  4. Bachmann, Die Karlsburg, S. 53 - 54.


Koordinaten: 48° 59′ 50″ N, 8° 28′ 30″ O