Hermann Eris Busse

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Hermann Eris Busse (* 9. März 1891 in Freiburg im Breisgau; † 15. August 1947 ebenda) war ein deutscher Heimatschriftsteller und Volkskundler.

Leben[Bearbeiten]

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Busse war der Sohn eines Schreinermeisters. Er wurde Volksschullehrer und Professor. Als Lehrer war er in Obersäckingen, Unterbaldingen, Überlingen und Blasiwald tätig, zuletzt – für kurze Zeit – als Lehrer am Friedrichsgymnasium in Freiburg, wo er am 1. November 1930 den Titel eines Gymnasialprofessors erhielt. Als musisch Interessierter befasste er sich bald mit den Kunstschätzen seiner badischen Heimat und wurde 1922 Geschäftsführer und Schriftleiter des Vereins Badische Heimat. Schon in frühen Jahren erwanderte er die Landschaft und als solcher machte er sich um die Dokumentation und Sicherung von Kunstschätzen und um das Volksbrauchtum, besonders Trachten und die Fastnacht, verdient. Er regte Narrenschauen und Narrentreffen im oberschwäbischen Gebiet an. Für das an Bildstöcken reiche Land zwischen Main, Tauber und Neckar prägte er den Namen „Madonnenländchen“. Er verfasste zahlreiche landeskundliche Beiträge in den Jahresheften Badische Heimat. Daneben begann Busse auch Romane und Erzählungen zu schreiben, die ebenfalls alle inhaltlich mit dem Land Baden verknüpft sind.

Durch die besondere Rolle, der der Landesverein Badische Heimat im Land Baden spielte und vor allem durch die seit Gründung des Vereins bestehende Nähe zum Staat war es für Busse nicht denkbar, auf Distanz zum Nationalsozialismus zu gehen, ohne Arbeit und Bestand des Vereins zu riskieren. Seine eigene Nähe zur Blut-und-Boden-Romantik völkischer Kreise machte ihn über diese exponierte Stellung des Vereins hinaus auch selbst für die Nationalsozialisten als Multiplikator für ihre Ideologie interessant. Dennoch vermochte er es, trotz der Besetzung der Vorstandsposten des Vereins durch NS-Mitglieder, die ideologischen Elogen in den Publikationen der Badischen Heimat auf ein Minimum zu beschränken, so dass er 1938 von der Partei als „unzuverlässig“ eingestuft wurde. Zwischen 1922 und 1941 publizierte Busse viele landeskundlichen Beschreibungen als Jahresbände des Landesvereins Badische Heimat e.V.

Nach 1945 galt er zunächst als „belastet“, wurde aber im Spruchkammerverfahren freigesprochen und rehabilitiert.

Einige Werke Busses wurden ins Holländische und Tschechische übersetzt.

Ehrungen[Bearbeiten]

Werke[Bearbeiten]

als Autor[Bearbeiten]

Erzählungen
  • Opfer der Liebe. Erzählungen. Müller, Karlsruhe 1926.
  • Sonderlinge. Erzählungen. Salzer Verlag, Heilbronn 1934 (Sämann-Bücherei; 3).
  • Mein Leben. Juncker & Dünnhaupt, Berlin 1935.
  • Das Tulpenwunder. Erzählung. Kürzl, München 1935.
  • Glorian und die Frevlerin und drei andere Novellen. Holle, Berlin 1936.
  • Der Erdgeist. Saga vom Oberrhein. List, Leipzig 1939.
  • Zum silbernen Stern. Eine Grimmelshausen-Erzählung. Reclam, Leipzig 1940.
  • Alemannische Geschichten. Henn, Ratingen 1941 (Rheinische Bücherei; 8).
  • Fides. Bertelsmann, Gütersloh 1942 (Kleine Feldpost-Reihe).
  • Hauptmann Behr. Erzählungen. Gauverlag, Bayreuth 1942 (Die kleine Glockenbücherei; 5).
  • Die Heimkehr. Wilhelm-Frick-Verlag, Wien 1942 (Wiener Bücherei; 22).
  • Bäuerliches Gleichnis vom Weizen, Wein und Lebenstag. Velhagen & Klasing, Bielefeld 1943 (Velhagen & Klasings Feldpost-Lesebogen).
  • Badische Sagen. Schneider, Berlin 1943.
  • Spiel des Lebens. Erzählung. List, Leipzig 1944.
  • Der Verzicht. Verlag Bitterwolf, Illingen 1953.
Lyrik
  • Das Jahr der Seele. Gedichte. Selbstverlag, Freiburg/B. 1932.
Romane
  • Tulipan und die Frauen. Roman. Deutsche Buchgemeinschaft, Berlin 1952 (Nachdr. d. Ausg. Berlin 1927).
  • Peter Brunnkant. Roman. List, Leipzig 1927.
  • Die kleine Frau Welt. Roman. Horen-Verlag, Berlin 1928.
  • Das schlafende Feuer. Schwarzwaldroman. Horen-Verlag, Berlin 1929.
  • Markus und Sixta. Schwarzwaldroman. Horen-Verlag, Berlin 1929.
  • Der letzte Bauer. Schwarzwaldroman. List, Leipzig 1930.
  • Bauernadel. Roman-Trilogie aus dem Schwarzwald. List, Leipzig 1930.
  • Hans Fram. Das deutsche Gesicht; Roman. List, Leipzig 1932.
  • Die Leute von Burgstetten. Ein Roman von Liebe und Not. List, Leipzig 1934.
  • Fegfeuer. Roman. Cotta, Stuttgart 1936.
  • Heiner und Barbara. Roman. List, Leipzig 1936.
  • Der Tauträger. Roman. List, Leipzig 1938.
  • Girlegig. Roman. Westmark-Verlag, Ludwigshafen 1941.
Sachbücher
  • Der Schwarzwaldmaler Wilhelm Hasemann. Konkordia-Verlag, Bühl 1921 (Lug ins Land; 1).
  • Hans Thoma. Konkordia-Verlag, Bühl 1922 (Lug ins Land; 7).
  • Hermann Daur. Müller-Verlag, Karlsruhe 1924 (Vom Bodensee zum Main; 26).
  • Hans Adolf Bühler. Müller-Verlag, Karlsruhe 1931 (Vom Bodensee zum Main; 38).
  • Alemannische Volksfastnacht. Müller-Verlag, Karlsruhe 1935.
  • Grimmelshausen. Biographie. Cotta, Stuttgart 1939 (Die Dichter der Deutschen; 3).
  • Johann Peter Hebel. Cotta, Stuttgart 1944 (Die Dichter der Deutschen).
Werkausgabe
  • Liebe, Tanz und Tod. Gesammelte Novellen. Tauchnitz, Leipzig 1941 (Der deutsche Tauchnitz; 156).

als Herausgeber[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Volker Meid: Grimmelshausen. Epoche, Werk, Wirkung. Beck, München 1984, ISBN 3-406-09667-0, S. 240–244 (Arbeitsbücher für den literaturgeschichtlichen Unterricht).
  • Werner Mezger: Volksfasnacht und Mythologismus – die Ära Hermann Eris Busse, Kapitel 6 des Beitrags Vom organischen zum organisierten Brauch. In: Vereinigung schwäbisch-alemannischer Narrenzünfte (Hrsg.): Zur Geschichte der organisierten Fastnacht. Doldverlag, Vöhrenbach 1999, ISBN 3-927677-17-5, S. 21–24
  • Angelika Ott: Hermann Eris Busse : ein Leben für Baden und die Badische Heimat. In: Badische Heimat 87 (2007) S. 403–411
  • Marga Schenkel: Der alemannische Mensch in den Romanen von Hermann Eris Busse. Dissertation Universität Münster 1943.
  • Adolf Schmid: Busse, Hermann (Eris). In: Badische Biographien. N.F. 5 (2005), S. 39–42 (online)
  • Hans SchwerteBusse, Hermann Eris. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 3, Duncker & Humblot, Berlin 1957, ISBN 3-428-00184-2, S. 75 (Digitalisat). (unkritische Kurzbiografie des an hochrangiger Stelle als NS-Propagandist tätigen Hans Schwerte, in der er ungebrochen in völkischer Manier von den „Kräften der Heimatlandschaft und ihrer Stammesüberlieferung“ spricht)
  • 100 Badische Jahre. Der Landesverein Badische Heimat 1909–2009 (Katalog zur Ausstellung). In: Badische Heimat 89 (2009) S. 100–103.
  • Der Johann-Peter-Hebel-Preis 1936–1988. Waldkirch 1988, S. 28–34

Weblinks[Bearbeiten]