Karolinisches Kataster

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Karolinisches Kataster, Band 30, Buchdeckel

Das Karolinische Steuerkataster (auch Schlesisches Steuerkataster) wurde auf Anordnung des Kaisers Karl VI. (1685–1740) in den Jahren 1722 bis 1726 angelegt. Mit diesem sollte das alte Steuerkataster aus dem 16. Jahrhundert ersetzt werden. Zugleich sollte das Steuersystem in Schlesien modernisiert werden. Bereits im Jahr 1721 erfolgte eine Komplettaufnahme der Vermögensverhältnisse der schlesischen Bevölkerung. Deren Selbstauskünfte wurden nachfolgend durch sogenannte „Rektifikationskommissionen“ (Steuerfestsetzungskommissionen) überprüft. Das Ergebnis waren mehrere hundert Bände detaillierter Aufzeichnungen über das besteuerbare Vermögen in Schlesien. Die einzelnen Bände des Karolinischen Katasters enthalten u. a. für den Rustikalbesitz der Bauern Angaben über die Höfe, den Acker- und Viehbesitz, die örtliche Mühlen, Wälder und Teiche. Für die Städte wurden Angaben zu den Hausbesitzern, ihren Gärten, landwirtschaftlichen Besitzungen und ihr bürgerliches Gewerbe verzeichnet.

Die Bände des Karolinischen Steuerkatasters haben sich nach den Zweiten Weltkrieg 1945, der den Übergang Schlesiens an Polen zur Folge hatte, erhalten. Sie liegen hauptsächlich im Staatsarchiv Breslau (Archiwum Państwowe w Wrocławu) unter der Bezeichnung „499. Carolinischer Kataster / Kataster Karoliński 1722–1726“.

Der Bestand besteht aus insgesamt 194 Akteneinheiten (AE) und gliedert sich wie folgt:

Bisher wurden lediglich die Bände 29 und 30 (Oberglogau in Oberschlesien) durch die Historische Kommission für den Kreis Neustadt/OS e. V. veröffentlicht.

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Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]