Karrada

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Karrada (oder auch al-Karrāda; الكرادة) ist ein Stadtteil von Bagdad im Irak. In ihm leben unterschiedliche Volksgruppen, die Mehrheit bilden aber Schiiten.

Die Sayidat-al-Nejat-Kathedrale (2010)
Hadi-Einkaufscenter

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Karrada liegt auf einer Halbinsel, die durch eine Schleife des Tigris gebildet wird. Dieser Umstand gibt dem Stadtteil ein besonderes Aussehen, weil er auf zwei Seiten vom Fluss begrenzt wird. Karrada nimmt den größeren Teil der Halbinsel ein. Einen kleineren Teil an der Spitze nimmt der Stadtteil Al-Jadriya ein, wo sich auch die Universität Bagdad befindet.

Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Karrada befindet sich mit der syrisch-katholischen Sayidat-al-Nejat-Kathedrale eine der größten Kirchen in Bagdad.

Außerdem befindet sich ein von Nonnen betriebenes Krankenhaus in Karrada.[1]

Auch ein Zentrum der Antikorruptionsbehörde befindet sich in dem Stadtteil.[1]

Anschläge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Patrouille der U.S. Army im Bagdader Stadtbezirk Karrada (2008)

Seit der Besetzung des Irak 2003 kommt es in dem Stadtteil immer wieder zu Bombenanschlägen.

2006[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 30. August tötet eine Bombe in Karrada zwei Menschen und verwundete 21 Personen. Der Anschlag war Teil einer größeren Serie von Anschlägen in Bagdad und Umgebung.[2]

2010[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei dem Anschlag auf die Sayidat-al-Nejat-Kathedrale in Bagdad 2010 kamen 68 Menschen[3] ums Leben und circa 60 wurden verwundet.[4]

2011[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Stadtteil war von der Anschlagsserie in Bagdad am 22. Dezember 2011, die nur wenige Tage nach dem Abzug der Streitkräfte der Vereinigten Staaten stattfand, betroffen. Dabei starben bei einem Angriff auf die Antikorruptionsbehörde zwölf Menschen und 35 wurden verletzt. Ein von Nonnen betriebenes Krankenhaus auf der gegenüberliegenden Straßenseite wurde dabei schwer getroffen.[1] Insgesamt explodierten in Karrada drei Autobomben.[5] und es starben mindestens 25 Menschen und über 62 wurden verletzt.[6]

2012[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 23. Februar 2012 explodierte eine Bombe während des Berufsverkehrs.[7]

2016[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eines der zerstörten Gebäude nach dem Bombenanschlag

Bei einem Autobombenanschlag der Terrororganisation Islamischer Staat (IS) am 3. Juli 2016 in einem Einkaufsviertel werden mindestens 213 Menschen getötet und 300 weitere verletzt.[8][9]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Reiner Hermann: Dutzende Tote bei Anschlagsserie in Bagdad. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 22. Dezember 2011, abgerufen am 22. Dezember 2011 (deutsch).
  2. Tote nach Anschlägen auf Großmarkt und Rekrutierungsbüro. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 30. August 2006, abgerufen am 23. Februar 2012 (deutsch).
  3. Todesstrafen wegen Geiselnahme in Bagdader Kirche. In: ORF. 3. August 2011, abgerufen am 3. August 2011 (deutsch).
  4. Martin Gehlen: Die Geiseln sterben in der Kirche. In: Frankfurter Rundschau. 1. November 2010, abgerufen am 2. November 2010 (deutsch).
  5. Inga Rogg: Politische Krise führt zu Gewalt. In: die tageszeitung. 22. Dezember 2011, abgerufen am 27. Dezember 2011 (deutsch).
  6. Qassim Abdul-Zahra: Wave of bombings across Iraqi capital kills 60 as sectarian tensions spike. In: Newser. 22. Dezember 2011, abgerufen am 28. Dezember 2011 (englisch).
  7. Dutzende Tote bei Anschlägen in Bagdad. In: ORF. 23. Februar 2012, abgerufen am 23. Februar 2012 (deutsch).
  8. Viele Tote bei Anschlägen in Bagdad. FAZ.NET, 4. Juli 2016, abgerufen am 4. Juni 2016.
  9. 119 Tote bei Anschlägen in Bagdad. Basler Zeitung, 3. Juli 2016, abgerufen am 3. Juni 2016.

Koordinaten: 33° 17′ N, 44° 25′ O