Kauppenbrücke

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Koordinaten: 49° 57′ 51″ N, 9° 18′ 13″ O

A3 Kauppenbrücke
Kauppenbrücke
Kauppenbrücke 2010
Überführt Bundesautobahn 3
Unterführt Kleinaschaff
Ort Waldaschaff
Konstruktion Spannbetonbalkenbrücke
Gesamtlänge 488 m
Breite 36,6 m
Längste Stützweite 95 m
Konstruktionshöhe 5,3 m
Höhe 52 m
Baubeginn 2009
Fertigstellung 2011
Eröffnung 21. Dezember 2011
Lage
Kauppenbrücke (Bayern)
Kauppenbrücke

Die Kauppenbrücke ist eine 488 m lange Brücke der Autobahn 3.

Das Bauwerk liegt zwischen den Autobahnanschlüssen Bessenbach und Weibersbrunn. Es überspannt bei Waldaschaff in einer Höhe von maximal 52 m mit sieben Feldern eine Talmulde am Fuße des Kauppenberges. Im Rahmen des sechsstreifigen Ausbaus der Autobahn zwischen Aschaffenburg und Würzburg[1] wurde die Brücke von 2009 bis 2011 errichtet und ersetzte eine nordwestlich liegende Brücke aus dem Jahr 1959.

Brücke von 1959[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kauppenbrücke von 1959

Die Autobahn hatte auf der alten Trasse im Verlauf der Brücke im Grundriss eine Klothoide mit einem Krümmungshalbmesser sich von 2400 m auf 730 m verringernd. (Lage: 49° 58′ 8″ N, 9° 18′ 8″ O) Im Aufriss war eine Wannenausrundung vorhanden, die Längsneigung wechselte von 2,8 % auf 4 %, bei einer Querneigung von 3 %. Gebaut wurde die Überführung mit einem Überbau für die beiden zweistreifigen Richtungsfahrbahnen zwischen den Jahren 1958 und 1959. Die Baukosten betrugen 8,5 Millionen DM. Der Abbruch der alten Kauppenbrücke erfolgte 2013. Die Auftragssumme betrug rund 3 Millionen Euro.[2] Zwei Pfeiler blieben stehen und werden als Klettertürme genutzt.

Gründung und Unterbauten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Widerlager und Pfeiler sind auf dem anstehenden Gneis flachgegründet, wobei die 6×2 Stahlbetonpfeiler eine maximale Höhe von 40 m besitzen und in Querrichtung einen Achsabstand von 20 m aufweisen. Die Pfeiler haben einen Hohlquerschnitt mit den Mindestabmessungen 3,6 m × 3,4 m am Pfeilerkopf und einem beidseitigen Anzug von 1:100.

Überbau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Überbau der Stahlverbundbrücke bestand in Längsrichtung aus zwei Vollwandträgern im Abstand von 20,0 m mit 4,5 m Höhe und in Querrichtung alle 2,0 m aus Fachwerkträgern 1,9 m hoch. Die geschweißte Stahlkonstruktion war schubfest mit der Fahrbahnplatte verbunden. Diese Stahlbetonplatte war im Regelfall 18 cm dick und in Längs- sowie Querrichtung vorgespannt. Festpunkt der Durchlaufträgerbrücke war das nördliche Widerlager.

Die Stützweiten betrugen für das sechsfeldrige Bauwerk 60,0 m in den beiden Randfeldern, 65,0 m in den ersten beiden Innenfeldern sowie 70,0 m in den beiden mittleren Feldern.

Ausführung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Brücke wurde im Freivorbau mit Hilfspfeilern hergestellt, die aus Betonrohren bestanden und später gesprengt wurden.

Brücke von 2011[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Rahmen der Neutrassierung der Autobahn, die aus Lärmschutzgründen von der Ortschaft Waldaschaff um etwa 300 m in südöstlicher Richtung wegrückt, wurde die alte Kauppenbrücke in der Zeit von 2009 bis 2011 durch ein neues 24 Millionen Euro teures Bauwerk ersetzt.[3]

Überbau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die neue 488 m lange, 36,6 m breite und bis zu 52 m hohe und siebenfeldrige Brücke ist eine Spannbetonbalkenbrücke mit zwei Überbauten und einer Konstruktionshöhe von 5,30 m. Die Stützweiten betragen 51,5 m in den beiden Randfeldern, 65,0 m in den ersten beiden Innenfeldern sowie 80,0 m in den beiden folgenden Feldern. Das mittlere Feld ist mit 95,0 m am weitesten gespannt.

Die bis zu 47 m hohen Pfeiler sind mit einem I-förmigen Massivquerschnitt ausgebildet.

Ausführung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Herstellung der Brücke erfolgte im Taktschiebeverfahren. Dabei wurden zur Reduzierung der Stützweiten drei Stahlbeton-Hilfspfeiler errichtet, die nach der Herstellung des ersten Überbaus zur Montage des zweiten Überbaus seitlich verschoben und zum Schluss gesprengt wurden. Zum Verschub über die größte Stützweite von 65 m war ein stählerner Vorbauschnabel, verlängert durch ein Spannbetonsegment, im Einsatz.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hans Grassl: Die Kauppenbrücke. In: Stahlbau. Jg. 31, H. 8, 1962, ISSN 0932-6375, S. 238–254.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Kauppenbrücke – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Autobahndirektion Nordbayern: A3 Aschaffenburg - Biebelried SECHSSTREIFIGER AUSBAU (Stand: 05/2018).
  2. ausschreibungen-deutschland.de: Abbruch der Kauppenbrücke, BW 227a alt / Herstellen einer Feuerwehrzufahrt. Bekanntmachung vergebener Aufträge, 1. August 2012
  3. Autobahndirektion Nordbayern: Information zur Fertigstellung, Stand: 12/2011 (PDF; 633 kB)