Kevelaerer Blatt

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Das Kevelaerer Blatt (KB) ist ein in Kevelaer (Kreis Kleve) am Niederrhein erscheinendes Wochenblatt mit dem Einzugsbereich Kevelaer und seinen Ortschaften Achterhoek, Kervenheim, Kervendonk, Keylaer, Kleinkevelaer, Twisteden, Wetten und Winnekendonk.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das KB, im Volksmund „Kävels Bläche“ genannt, wurde 1879 − auf dem Höhepunkt des Kulturkampfes im Bismarck'schen Preußen − von Elisabeth Ingmanns als „Kevelaerer Volksblatt“ gegründet. Es verstand sich als „Kampfblatt“ unter dem Titel „Für Thron und Altar“ und hat seine Eigenständigkeit bis zum Jahr 2008 behalten. Seit dem 1. Juli 2008 gehört die Zeitung zur WAZ-Gruppe, heute Funke Mediengruppe.[1] Chefredakteur ist nun Manfred Lachniet, der auch Chefredakteur der in Essen erscheinenden Neuen Ruhr Zeitung ist. Als Geschäftsführer zeichnen Heinrich Meyer, Manfred Braun und Michael Wüller. Ab dem 1. April 2016 wird die Zeitung vom Kevelaerer Unternehmer Rudolf Beerden übernommen und wird in der Mega Top Verwaltungs GmbH herausgegeben.[2]

Im Oktober 1939 entzogen die Nationalsozialisten dem Verleger Jakob Köster die redaktionelle Leitung. Sein direkter Nachfolger wurde Joseph Franz Baumgärtner. Nachfolgend wurde der Journalist Johannes Friedrich Sturm (Hauptschriftleiter und Hauptverantwortlicher für Politik) zum Schriftleiter benannt (Schriftleitung vom 14. Oktober 1939 bis 10. Februar 1942). Auf Sturm folgte der Kevelaerer Jurist Hubert van Meegen als Hauptschriftleiter.

Nach dem Erscheinungsverbot der Nationalsozialisten vom 31. Dezember 1942 erschien das Blatt ab 1949 bis 1980 unter dem Titel „Aus Kevelaer und Umgebung“. In den 1970er Jahren erhielt das Blatt Konkurrenz durch Werbezeitungen und wurde bis Ende der 1980er durch finanzielle Zuwendungen der Verlegerwitwe am Leben gehalten. Die Journalisten Delia Evers und Martin Willing, die zuvor bei der Rheinischen Post tätig waren, übernahmen danach die Herausgeberschaft des Blattes. Es erscheint donnerstags und wird durch Boten oder im Postwege an die Abonnenten ausgeliefert und in Geschäften verkauft. Zu den Beziehern zählen neben Kevelaerern und ehemaligen Kevelaerern auch Pilger.

Schwerpunkte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der redaktionelle Schwerpunkt liegt auf Meldungen und Hintergrundberichten aus Kevelaer und dem Umland. Die Zeitung bietet Berichte über lokale Ereignisse aus dem politischen und wirtschaftlichen Leben, häufig verbunden mit einem historischen Rückblick auf das Wirken bedeutender Kevelaerer Persönlichkeiten. Großen Raum erhält auch das gesellschaftliche Leben, darunter Sport und Kultur. Einen festen Platz hat das Pilgerleben des bekannten Marienwallfahrtsortes, den jährlich in der Zeit vom 1. Mai bis 1. November etwa 800.000 Pilger und zahlreiche Persönlichkeiten der katholischen Kirche besuchen, darunter Papst Johannes Paul II. im Jahre 1987.

Archiv[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1994 hat das Kevelaerer Blatt ein Archiv mit mehr als 60.000 digitalisierten Dokumenten aufgebaut, die die Geschichte der Region vom 16. bis 21. Jahrhundert aufzeichnet. Die Nutzung des Archivs ist für die Öffentlichkeit kostenlos.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://www.kevelaerer-blatt.de/heimatzeitung/
  2. KB-Onlineausgabe vom 23. Dezember 2015

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]