Kraftfahrzeug-Zulassungsbehörde

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Typisches Schild einer österreichischen Kfz-Zulassungsstelle

Als Zulassungsstelle oder Kfz-Zulassungsbehörde wird in Deutschland und Österreich jene Behörde bezeichnet, die für die Ausstellung von Betriebserlaubnissen, für die Zulassung von Kraftfahrzeugen und andere relevante Dokumente zuständig ist. Kfz-Zulassungsbehörden gehören zum Aufgabenkreis des jeweiligen Straßenverkehrsamtes.

Dabei ist die Zulassungsstelle keine untergeordnete Behörde des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA). Diese Aufgaben werden von den kreisfreien Städten bzw. von den Kreis- oder Landratsämtern wahrgenommen.

Unter dem Namen Strassenverkehrsamt existiert eine ähnliche Behörde in der Schweiz.

Deutschland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Deutschland werden die Zulassungsbehörden als Teil der Landkreise, Landratsämter, Verbandsgemeinden und Gemeinden verwaltet. Es existieren insgesamt 738 Zulassungsstellen in Deutschland, davon sind 424 Hauptstellen und 305 Nebenstellen. Die höchste Zahl an Zulassungsstellen findet sich mit 159 in Bayern, die niedrigste mit 2 (eine Haupt- und eine Nebenstelle) in Berlin. Das Kraftfahrt-Bundesamt führt eine Liste der Zulassungsstellen.[1]

Die Unterscheidung der Bezirke erfolgt durch sog. Unterscheidungszeichen nach § 8 Abs. 2 Fahrzeugzulassungsverordnung (FZV), die nicht immer den Anfangsbuchstaben der jeweiligen Gemeinden und Bezirke entsprechen. So steht beispielsweise "AA" für Aalen, "BB" aber für Leonberg. Jedem Bezirk ist zudem eine statistische Kennziffer der zuständigen Zulassungsbehörde (STBA-Nr.) zugeordnet, die von dem Kreisschlüssel abgeleitet ist.

Österreich[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Österreich wurden den privaten Kfz-Versicherungsgesellschaften die Kompetenzen von amtlichen Zulassungsstellen übertragen, darunter auch die Ausfolgerung von Kennzeichentafeln. Die Zulassungsstellen agieren hierbei als Behörde. Eine Zulassung des KFZ ist daher in jeder Zulassungsstelle im Zulassungsbezirk möglich - unabhängig vom Versicherer.[2]

Die An-, Ab- und Ummeldung eines Kraftfahrzeuges ist die publikumsintensivste Aufgabe dieses Amtes. Je nach personeller und sachlicher Ausstattung kommt es hier häufig zu längeren Wartezeiten der Bürger. Bei vielen Ämtern kann man inzwischen im Internet sein Wunschkennzeichen gegen eine Zusatzgebühr reservieren lassen.

Für die Zulassung seines Fahrzeuges benötigt man in Österreich einen amtlichen Lichtbildausweis, einen Nachweis des Hauptwohnsitzes, eine Versicherungsbestätigung und einen Genehmigungsnachweis bzw. ein Genehmigungsdokument. Dieses Dokument kann bei erstmaliger Zulassung der Typenschein, eine Einzelgenehmigung oder ein Datenauszug aus der Genehmigungsdatenbank sein.[3]

Bei Zulassung eines Gebrauchtwagens benötigt man ebenfalls ein Genehmigungsdokument sowie den Kaufvertrag. Zusätzlich benötigt man einen Überprüfungsbefund sofern das Auto älter als drei Jahre ist. Wenn das Kraftfahrzeug ein Eigenimport ist, benötigt man zusätzlich ein Genehmigungsdokument des Finanzamtes. Sollte eine andere Person als der Halter das Fahrzeug zulassen, muss man eine Vollmacht mit sich führen.[4]

Sollte man das Auto auf eine Firma anmelden, so ist der Gewerbeschein oder ein Firmenbuch, bzw. Handelsregisterauszug und eine Vollmacht mit Firmenstempel zur Anmeldung mitzunehmen.[5]

Um sein Fahrzeug bei der Zulassungsstelle außer Betrieb setzen zu lassen, benötigt man die Zulassungsbescheinigung Teil I (Fahrzeugschein), die Zulassungsbescheinigung Teil II (Fahrzeugbrief), die amtlichen Kraftfahrzeugkennzeichen sowie im Falle einer Verwertung des Fahrzeuges einen entsprechenden Nachweis einer Annahmestelle oder eines Verwerterbetriebs im Sinne der Altfahrzeug-Verordnung.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Anschriftenverzeichnisse beim KBA
  2. Rechtsinformationssystem Österreich (RIS) abgerufen am 31. Oktober 2013
  3. ÖAMTC - Leitfaden für die Zulassung von KFZs abgerufen am 31. Oktober 2013
  4. HELP.gv.at abgerufen am 31. Oktober 2013
  5. Ratgeber auf durchblicker.at abgerufen am 31. Oktober 2013