Kippa

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Verschiedene Kippot
Kippa und Menora

Die Kippa (auch: Kippah, hebräisch כִּפָּה / Plural Kippot, jiddisch יאַרמלקע yarm[u]lke oder קאפל kappl) oder seltener Jarmulke (aus dem Slawischen) ist eine vornehmlich in Ausübung der Religion gebräuchliche Kopfbedeckung männlicher Juden.

Dabei handelt es sich um eine kleine kreisförmige Mütze aus Stoff oder Leder, zuweilen reich verziert, die den Hinterkopf bedeckt. Manchmal wird sie mit einer Metallklammer an den Haaren befestigt. Üblich ist die Kippa für Männer beim Gebet, überhaupt an allen Gebetsorten wie beim Synagogenbesuch oder auf jüdischen Friedhöfen; viele orthodoxe Juden tragen sie auch im Alltag.

Die Kippa signalisiert Gottesfurcht und Bescheidenheit vor Gott; es ist verboten, mehr als vier Ellen (ca. 2,40 m) mit entblößtem Haupt zu gehen. Im Laufe der Zeit ist die Kippa zu einem Erkennungszeichen des Juden geworden, der den Sitten Israels treu ist und die Erfüllung aller Pflichten auf sich genommen hat.

Form und Farbe der Kippa geben zuweilen Auskunft über den religiösen, politischen und auch parteipolitischen Hintergrund ihres Trägers. Viele Juden tragen auch außerhalb des Gottesdienstes eine kleine, runde Kopfbedeckung aus Stoff oder Leder. Ultra-orthodoxe Juden tragen eine schwarze Kippa (und über der Kippa einen schwarzen Hut), nationalreligiöse Zionisten üblicherweise eine gehäkelte Kippa, Jungen bei ihrer Bar Mitzwa meist eine glänzende Kappe. Daneben gibt es „neutrale“ Varianten, für diejenigen Juden, die sich nicht eindeutig zu diesen Gruppen zählen.[1][2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ursprünglich bestand keinerlei Gebot für Männer, beim Beten den Kopf zu bedecken, weder im biblischen Gesetz noch in den Auslegungen des Talmud. In talmudischer und nachtalmudischer Zeit (nach 500) war die jüdische Kopfbedeckung bei Männern nur zu traurigen und feierlichen Anlässen üblich, bei Frauen hingegen immer; später für Männer beim Beten und Lernen allgemein, mit Ausnahme bei Reformgemeinden.

Im alten Israel war die Kopfbedeckung für Männer kein religiöses Erfordernis, sie war nur bei besonderen Anlässen üblich; Frauen trugen einen hauptverhüllenden Schleier, da entblößtes Haupthaar Kennzeichen von Prostituierten war.

Erst in der Neuzeit (16./17. Jahrhundert) verbreitete sich das Tragen der Kippa beim jüdischen Mann. Der Brauch wird örtlich verschieden gehandhabt. Eine Rolle spielt auch, welcher Strömung des Judentums der Gläubige angehört. Nichtjüdischen Fremden und Gästen wird stets empfohlen, sich einfach dem Brauch der Gemeinde anzupassen, bei der sie zu Gast sind. Statt der Kippa kann auch jede andere Kopfbedeckung (Mütze, Hut oder zur Not selbst ein Taschentuch) denselben Zweck erfüllen.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Pileolus – Kopfbedeckung für katholische Bischöfe, die diese im Alltag und während der Messe tragen.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Clauß Peter Sajak: Kippa, Kelch, Koran. Interreligiöses Lernen mit Zeugnissen der Weltreligionen. Verlagsgruppe Random House GmbH, Kösel Verlag, München 2010, ISBN 978-3-466-36852-5.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Kippa – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Rabbiner Avichai Apel, Rabbiner Walter Rothschild: Mit Kippa, immer und überall?. In: Jüdische Allgemeine. 26. März 2015. Abgerufen am 6. Oktober 2016.
  2. Kopfbedeckung (Kippa). Union Progressiver Juden. 27. Februar 2013. Abgerufen am 6. Oktober 2016.