Klärpunkt

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Als Klärpunkt (engl. clearing point) bezeichnet man den Übergang aus einer flüssigkristallinen Mesophase in die isotrope Phase.

Wird eine flüssigkristalline Phase erwärmt, so nimmt der Ordnungsgrad ab. Mit dem Ordnungsgrad wird das Maß der Parallelorientierung der Moleküle charakterisiert. Wird der Klärpunkt erreicht, so bricht die Ordnung unmittelbar zusammen und die isotrope Phase wird ausgebildet. In ihr gibt es weder eine Positionsfernordnung noch eine Richtungsfernordnung. Optisch wird dies dadurch sichtbar, dass die zuvor im flüssigkristallinen Zustand wegen ihrer Doppelbrechung (Anisotropie) trüb erscheinende Flüssigkeit plötzlich klar wird.[1] Daher auch die Herkunft des Wortes Klärpunkt.

Die IUPAC definiert den Klärpunkt als die Temperatur, bei der der Übergang zwischen der Mesophase mit dem höchsten Temperaturbereich und der isotropen Phase eintritt.[2]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. TU Berlin, Demonstrationsexperimente mit Flüssigkristallen (Memento vom 4. Juli 2007 im Internet Archive), abgerufen am 5. November 2009.
  2. Eintrag zu Clearing Point. In: IUPAC Compendium of Chemical Terminology (the “Gold Book”). doi:10.1351/goldbook.CT06857 Version: 2.3.1.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • G.W. Gray: Molecular Structure and the Properties of Liquid Crystals, Academic Press, New York 1962.
  • E. Bose, F. Conrat: Über die Viskositätsanomalien beim Klärpunkt sogenannter kristalliner Flüssigkeiten. In Phys. Zeit., 9/1908, S. 169–73.
  • T. Sluckin, D.a. Dunmur, H. Stegemeyer: Crystals that Flow: Classic papers from the history of liquid crystals, Taylor and Francis, 2004, ISBN 0-415-25789-1.
  • S. Singh: Phase transitions in liquid crystals. In Physics Reports, 324/2000, S. 107–269.
  • H. Kawamoto: The History of Liquid-Crystal Displays. In Proceedings of the IEEE, 90/2002, S. 460–500.