Klüchtzner

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Wappen der von Klüchtzner

Klüchtzner ist der Name eines ursprünglich aus dem sächsischen Erzgebirge stammenden, später kurländischen Adelsgeschlechts, das sich späterhin von dort nach Ostpreußen und wieder zurück nach Kursachsen und von dort weiter nach Thüringen ausbreitete. Zweige der Familie bestehen bis heute fort.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Geschlecht erscheint erstmals urkundlich 1487–1488 mit dem Gewerken Georg Kluchzer[1] und tritt dann 1638 in Kurland mit Tobias Klichtzner auf.

Unter den Brüdern Gotthard Wolter von Klüchtzer (* 1705), hessischer Kapitän und dem Leutnant Ernst Friedrich von Klüchtzer († 1782) teilte sich die Familie in ein preußisch-kurländisches Haus und ein sächsisches Haus.

Ersterer gehörte der preußische Generalmajor Karl Ludwig Ferdinand von Klüchtzner (1736–1809) an. Von seinen Töchtern vermählte sich Charlotte (1776–1807) mit dem preußischen General Prinz Georg von Hohenlohe-Ingelfingen (1757–1803), Caroline (1778–1830) mit dem preußischen Generalmajor Hans von Hülsen (1776–1849). Von seinen Söhnen wurde Alexander (1784–1838) preußischer Oberst und Regimentschef des 17. Dragoner-Regiments. Des letztgenannten Neffe Ferdinand (1817–1882) wurde russischer Generalmajor. Die Immatrikulation bei den kurländischen Ritterschaften erfolgte 1841 (sub. Nr. 139). Ebenfalls diesem Haus gehörte auch der Kreisadelsmarschall des Kreises Illuxt Arthur von Klüchtzner (1842–1912) an. Durch russische Senatsukase aus den Jahren 1834 und 1862 wurde der Familie der Freiherrnstand zuerkannt. Mit Wolter von Klüchtzner (* 1883; † nach 1939), Freiwilliger der baltischen Landwehr und Ritterschaftsekretär, ist das preußisch-kurländische Haus im Mannesstamm erloschen.

Das sächsische Haus setzte sich zunächst in Jacob Benedict von Klüchtzner (1741–1822), kursächsischer Oberst der Infanterie fort. Fast alle Söhne des Hauses dienten als Offiziere in der sächsischen Armee. Wilko von Klüchtzner (1877–1956) setzte mit seinen beiden Söhnen Manfred (* 1911) und Heimart (* 1914) die Stammlinie fort.

Aus dem sächsischen Haus hatten die Eheleute Edmund von der Becke († 1912), sächsischer Oberstleutnant und Adjutant und Anna von Klüchtzner (1839–1911) im Jahre 1863 die königliche Erlaubnis erhalten, ihrer beider Namen und Wappen zu vereinigen. Auch diese Familie Becke-Klüchtzner blüht bis in jüngste Zeit.[2][3]

Historischer Güterbesitz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Geschlecht war zuerst in Kurland zu Wahrenbrock (1720–1723) begütert. Mit dem Besitz an Lowieden (1758) übten die Klüchtzner bereits Indigenatsrechte aus. Später kamen noch Groß und Klein Lassen, Wohlgrund und Warnowitz hinzu. Zum Zeitpunkt der Einziehung der Güter durch Lettland 1921 besaß die Familie in Kurland keinen Gutsbesitz mehr. Im angrenzenden Litauen waren die Klüchtzner zu Poniemon und Esterhof begütert. In Ostpreußen gehörten Mittelhof, Kattern, Prantlack und Wodunkeim zum Gutsbesitz der Familie und in Thüringen wurde Haynrode bis 1945 besessen.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Stammwappen zeigt in Blau eine rot-gefütterte, mit roten und blauen Steinen besetzte goldene Krone, aus der drei (silber, rot, silber) Straußenfedern wachsen. Auf dem Helm mit rechts rot-silbernen und links blau-silbernen Decken ein natürlicher Pfauenstoß.[4]

Angehörige[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Johannes Falke: Geschichte der Bergstadt Geyer, Dresden 1866, S. 34
  2. Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser B 1909 (Stammreihe, ältere Genealogie/Geschichte) 1911–1929 (Ergänzungen) 1934 (Stammreihe) 1938–1942 (Ergänzungen)
  3. Genealogisches Handbuch der adeligen Häuser B 3, 1958, S. 6–9; B 11, 1974, S. 19–22; B 14, 1981, S. 10–14
  4. Adelslexikon, Bd. VI, 1987, S. 300f (Lit.)
  5. Kurt von Priesdorff: Soldatisches Führertum. Band 3, Hanseatische Verlagsanstalt, Hamburg o. J., S. 183–184, Nr. 1094