Kleinbahn Bad Zwischenahn–Edewechterdamm

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Bad Zwischenahn–Edewechterdamm
Kursbuchstrecke (DB): 221c (1944)[1], 221f (1950)
Streckenlänge: 12,2 km
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
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von Leer (Ostfriesland) (Leer–Oldenburg)
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0,0 Bad Zwischenahn
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nach Oldenburg (Leer–Oldenburg)
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1,5 Specken
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3,4 Ekern
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6,9 Edewecht
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8,6 Osterscheps
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11,8 Agl Hafen Edewechterdamm
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12,2 Edewechterdamm
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Küstenkanal
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Hafen
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Bahnbrücke über den Küstenkanal

Die von 1912 bis 1991 bestehende Kleinbahn Bad Zwischenahn–Edewechterdamm gehörte der Gemeinde Edewecht im heutigen Landkreis Ammerland.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weil die Gemeinde Edewecht im damaligen Großherzogtum Oldenburg beim Bau der Eisenbahnen bis zum Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts nicht an das Schienennetz angeschlossen worden war, bemühte sich der Gemeinderat seinerzeit um einen eigenen Anschluss an die Hauptbahn Oldenburg–Leer in Zwischenahn.

Bau und Betrieb wurden von der Gemeinde der Großherzoglich Oldenburgischen Staatsbahn übertragen. Die Baukosten waren auf 429.000 Mark veranschlagt. Das Großherzogtum gab einen Zuschuss von 130.000 Mark, den Rest musste die Gemeinde selber finanzieren. Am 15. Dezember 1912 konnte auf der normalspurigen eingleisigen Bahn von sieben Kilometern Länge der Betrieb eröffnet werden. Sie sollte vor allem dem Abtransport von Torf, der damals auch als Brennstoff für Lokomotiven verwendet wurde, sowie der Beförderung von Vieh dienen.

Wegen des Krieges konnte die Verlängerung um fünf Kilometer bis Edewechterdamm erst am 1. Oktober 1920 vorgenommen werden. Einen Monat später wurde ein Gleis für Güterzüge über den Küstenkanal hinweg bis zum Hafen geführt. Vom dortigen Bahnhof Edewechterdamm führte zusätzlich eine etwa 3 km lange Feldbahn zum Moorgut "Langenmoor" (Resttrasse: heutiger Weg „Zur Kleinbahn“ in Süddorf). Nach Gründung der Deutschen Reichsbahn übernahm diese die Betriebsführung, die 1949 auf die Deutsche Bundesbahn überging. 1977 übernahm die Gemeinde selbst die Betriebsführung ihrer Bahn. Das Gleisnetz wurde zwischenzeitlich um einen Werksanschluss in Süd-Edewecht und um eine Stichstrecke zu einer Querensteder Zieglei erweitert, die jedoch mangels Auslastung bald wieder rückgebaut wurden.

Am Ende des Zweiten Weltkrieges gab es in Raum Edewecht heftige Kampfhandlungen, in denen die Brücke über den Küstenkanal, Teile der Gleisanlagen und das Edewechter Bahnhofsgebäude zerstört wurden.

Der stets schwache Personenverkehr endete am 13. Mai 1950, obwohl im Kursbuch für den Sommer 1950 noch eine Fahrplantabelle abgedruckt ist. Der letzte Fahrplan hatte werktags vier und sonntags zwei Zugpaare enthalten. Omnibusse der Kraftpost traten an die Stelle der Bahn. Trotz der offiziellen Stilllegung des Personenverkehrs fuhren bis zur Einstellung des Bahnbetriebs regelmäßig Personensonderzüge auf der Strecke. Zur Kosteneinsparung wurde ab den 1950er Jahren eigenes Betriebspersonal eingesetzt.

Der jahrzehntelang ertragreiche Güterverkehr blieb bis Ende der 1970er Jahre relativ stabil bei 50.000 t bis 65.000 t im Jahr. Erst in der Folgezeit nahm er bis auf 17.100 t 1986 ab und wurde am 30. September 1991 eingestellt, im letzten Betriebsjahr wurden noch einmal 37.800 t befördert. Die Gleisanlagen wurden abgebaut und an ihrer Stelle der Kleinbahn-Wanderweg angelegt. Auch ein Teil des Reiherweg folgt dieser Strecke.

Fahrzeuge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis 1958 waren Dampflokomotiven verschiedener Bauart im Einsatz. Die erste war eine bei Hanomag hergestellte zweiachsige Lok des Typs B n2t (Fabriknummer 6798), genannt EDEWECHT. 1918 erwarb man eine ebenfalls zweiachsige Lok Typ B n2t der Lokfabrik Hohenzollern (Lok 84, Baujahr 1890, Fabriknummer 580), genannt ZWISCHENAHN. Diese wurde 1925 ausgemustert und durch eine torfbefeuerte dreiachsige Lokomotive der Lokomotivfabrik Jung (Typ C 1’ h2t) ersetzt. 1938 wurde diese Lokomotive zunächst auf Kohlefeuerung umgestellt, 1948 in eine Nassdampflok (C 1’ n2t) umgebaut und 1959 verkauft. Als vierte dampfbetriebene Lokomotive wurde ab 1935 eine 1915 bei Henschel gebaute Lokomotive vom Typ 1’ C n2t (Baujahr 1915, Fabriknummer 13575) unter dem Namen Ammerland eingesetzt. Auch sie wurde 1959 verkauft. Zu diesem Zeitpunkt hatte die Kleinbahn bei Jung (1958/12991) eine 340 PS starke Diesellok vom Typ R 30 C fabrikneu erworben und als Edewecht II eingestellt. Diese Diesellok wurde bis zum Ende des Kleinbahnbetriebs genutzt und 1991 an die Ahaus-Alstätter Eisenbahn verkauft. Dort lief sie bis etwa 2003 als Alstätte I. Danach gelangte sie als VL II Norbert zur Hochwaldbahn in Hermeskeil, wo sie 2013 verschrottet wurde, nachdem sie schon länger defekt abgestellt war.

Trivia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahre 1934 waren die Kleinbahn und der damalige Edewechter Bahnhof mit seiner Viehrampe Motive der volkstümlichen Kino-Komödie „Krach um Jolanthe“ (Regie: Carl Froelich).

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gerd Wolff: Deutsche Klein- und Privatbahnen, Band 9 (Niedersachsen 1). EK-Verlag, Freiburg 2005, ISBN 3-88255-668-4, S. 188–196.
  • Gerd Wolff: Deutsche Klein- und Privatbahnen, Teil 2: Niedersachsen Gifhorn 1973. Die Kleinbahn Bad Zwischenahn-Edewechterdamm (S. 76–79)

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Tabelle 221c im Kursbuch des Jahres 1944