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Kleinbauer

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Ein Kleinbauer ist ein Landwirt mit einer geringen Ausstattung an Produktionsfaktoren. Die Klassifikation kann sich von Staat zu Staat unterscheiden. Präzise Definitionen gibt es für die Welt als Ganze und für die Europäische Union. Gegenbegriffe zu Kleinbauer sind Großbauer und Halbbauer. Mittelgroße landwirtschaftliche Betriebe werden von diesen drei Begriffen nicht erfasst.

Laut Eurostat, dem Statistischen Amt der Europäischen Union, sind Betriebe mit einer landwirtschaftlichen Fläche von weniger als 5 Hektar „Kleinbetriebe“. Demnach fallen 67 % aller landwirtschaftlichen Betriebe in der EU in diese Kategorie. Mit Blick auf die Arbeitskräfte kann ein Betrieb als kleinbäuerlich definiert werden, wenn er weniger als 1,5 Personen in Vollzeitäquivalenten beschäftigt. Eine weitere Möglichkeit der Unterscheidung von kleinen und großen landwirtschaftlichen Betrieben ist der Blick auf die Wirtschaftlichkeit. Hinsichtlich der wirtschaftlichen Größe können landwirtschaftliche Betriebe mit einem Standarddeckungsbeitrags unter 9.600 € (Stand: 2020) als kleine Betriebe eingestuft werden.[1]

Die deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit stellte 2015 fest, dass „[a]ls ein gemeinsames Merkmal“ aller kleinbäuerlichen Betriebe „oft die Betriebsgröße von zwei Hektar und weniger angegeben“ werde.[2]

Relevanz der Kleinbauernschaft

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Die GIZ stellte weiterhin fest: „Weltweit sind etwa 85 Prozent aller landwirtschaftlichen Betriebe kleinbäuerliche Betriebe. In vielen Entwicklungsländern liegt ihr Anteil bei über 90 Prozent. In Asien sind die Betriebsgrößen oft deutlich unter einem Hektar (10.000 m²).“

Die Konferenz der Vereinten Nationen für Handel und Entwicklung (UNCTAD) begründete in ihrem „Rohstoff- und Entwicklungsbericht 2015“ den Fokus ihrer Analysen auf Kleinbauern. Die Gruppe der Kleinbauern sei wichtig im Hinblick auf die Ziele der Reduktion der Armut und der Ernährungssicherheit. Sie nähmen überwiegend nicht oder nur unzureichend an der Entwicklung des Wachstums des Agrarsektors in und am Export landwirtschaftlicher Produkte aus ihren Ländern teil. Ihr Beitrag zur Nachhaltigkeit und zur Umweltgerechtigkeit der landwirtschaftlichen Produktion sei groß. Kleinbäuerliche Betriebe würden zumeist von Politikern vernachlässigt.[3]

Verbreitung und Organisation

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Weltweit produzieren die Kleinbauern mit maximal 2 Hektar Bearbeitungsfläche auf rund 12 Prozent aller landwirtschaftlichen Flächen rund 35 Prozent der weltweiten Lebensmittel.[4]

Laut der Weltbank leben etwa 1,5 Milliarden Menschen weltweit in kleinbäuerlichen Haushalten. Ein Teil der Kleinbauern verkauft Überschüsse auf Märkten, inklusive der wachsenden High-value-products-Märkte. Ein Großteil der Kleinbauern betreibt aufgrund mangelnder Produktionsfaktoren, insbesondere verfügbarer Boden und unzureichende Landtechnik, sowie anderer Nachteile lediglich Subsistenzlandwirtschaft. Kleinbäuerliche Produktion ist häufig technisch effizienter als großbäuerliche[5], aber gleichzeitig meist wenig produktiv, da es an Zugang zu Technologien mangelt und Skaleneffekte seltener realisiert werden können.[6]

Kleinbäuerliche Landwirtschaft ist wegen der meist niedrigen Produktivität eng verknüpft mit Armut. So sind 50 % aller weltweit hungernden Menschen Kleinbauern.[7] Aus Mangel an Alternativen ist diese Tätigkeit in vielen Entwicklungsländern für einen Großteil der Bevölkerung die wichtigste Erwerbsquelle, insbesondere in Subsahara-Afrika und in Teilen Asiens.[8] In China liegt der Anteil der Kleinbauern an der Nahrungsmittelversorgung bei rund 80 Prozent, in Brasilien und Nigeria im niedrigen einstelligen Bereich.[4]

1980 wurde in der Schweiz die Kleinbauern-Vereinigung gegründet.

Im Jahr 2016 kritisierte die Bundeszentrale für politische Bildung (BfB) das ihrer Ansicht nach existierende „romantische Bild vom Kleinbauern“. Innerhalb der EU tauge „das Kriterium Betriebsgröße nicht viel, wenn es darum geht, Agrarsubventionen zu verteilen.“[9]

Wiktionary: Kleinbauer – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise

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  1. Jutta Staffler: Die vielfältigen Leistungen kleinbäuerlicher Familienbetriebe. eurac.edu, 17. September 2020, abgerufen am 5. Februar 2026.
  2. Was ist nachhaltige Landwirtschaft? Deutsche Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit, Mai 2015, S. 18 (16), abgerufen am 6. Februar 2026.
  3. Commodities and Development Report 2015. Smallholder Farmers and Sustainable Commodity Development. UNCTAD, 2015, S. 3–11 (20–28), abgerufen am 7. Februar 2026 (englisch).
  4. a b Small family farmers produce a third of the world’s food. Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO), 23. April 2021, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 28. April 2021; abgerufen am 28. April 2021 (englisch).  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.fao.org
  5. Theodore W. Schultz: „poor but efficient“
  6. World Development Report 2008: Agriculture for Development. The World Bank, Washington, D.C. 2007. (PDF; 7,2 MB)
  7. M. Staeder, G. Falk: Mit Recht KleinbäuerInnen schützen - eine internationale Konvention ist nötig. (PDF; 402 kB) 2012.
  8. G. Norton, J. Alwang, W. Masters: The Economics of Agricultural Development. Routledge, New York 2006.
  9. Jost Maurin: Welternährung. Klein ist nicht immer besser: Über das romantische Bild vom Kleinbauern. Bundeszentrale für politische Bildung, 23. Juni 2016, abgerufen am 5. Februar 2026.