Klopapierhut

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Gehäkelter Klopapierhut
Klopapier­bommelmütze und Wackeldackel auf der Hutablage

Als Klopapierhut oder auch Klohut (ebenso: Klopapiermütze, Häkel-Klopapierrolle oder Häkel-Rolle bzw. Varianten mit der Verwendung des Ausdruckes Toilettenpapier) wird die meist gehäkelte Abdeckung einer Klopapierrolle bezeichnet, die vor allem in privaten Personenkraftwagen verwendet wird. Dort wird sie vorwiegend auf der Hutablage aufgestellt. Auch in privaten Toiletten kann es zum Einsatz eines Klopapierhutes (dann in der Regel für eine Ersatzrolle Klopapier) kommen. Eine spezielle Form ist die Klorollenpuppe, bei der die Rolle unter das Kleid einer puppenähnlichen Figur gesteckt wird.[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Abdeckung war in den 1960/70er Jahren vor allem in Deutschland weit verbreitet. Neben dem ästhetischen Aspekt diente eine Abdeckung des Klopapiers auch dessen Sauberkeit, der Standfestigkeit sowie dem Verhindern eines unerwünschten Papierabrollens. Die häufig selbstgehäkelten Klopapierhüte gehörten zum „traditionellen Symbolkosmos des Trivialschemas in Deutschland“ – so wie „der röhrende Hirsch“ oder „das bestickte Sofakissen“.[2]

Eine Zeit lang als „Inbegriff der Spießigkeit“[3] verpönt, wird der Überzug heute als „Kult“-Fahrzeugaccessoire von jüngeren Autofahrern oder Besitzern von Oldtimern wieder nachgefragt. Es dient dabei weniger der ursprünglichen Nutzung als vielmehr der Individualisierung des eigenen Fahrzeuges.[3] Nach einer nichtrepräsentativen Online-Umfrage im Jahr 2013 gefällt 58 Prozent der Befragten (66 % der Frauen, 49 % der Männer) der Klopapierhut allerdings nicht.[4] Von 500 befragten Österreichern missfiel 59 % (Frauen: 70 %) die Rolle für Klopapier auf der Hutablage.[5] Damit wurde die Klopapierrolle zum „schrecklichsten Autoaccessoire“ gewählt.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Deutsche Gesellschaft für Volkskunde (Hrsg.): Jahrbuch für deutsche und osteuropäische Volkskunde. Band 43, Kommission für Deutsche und Osteuropäische Volkskunde, Elwert 2000, S. 121, Fußnote 49.
  2. Götz Lechner: Ist die Erlebnisgesellschaft in Chemnitz angekommen? Von feinen Unterschieden zwischen Ost und West. Springer Fachmedien, Wiesbaden 2003, ISBN 3-8100-3397-9, S. 44.
  3. a b Dennis Voth: Zubehör des Grauens. 1. Februar 2011 bei Autobild.de
  4. Auto-Dekoration: Plüsch und andere Peinlichkeiten, bei: Focus.de. 10. April 2003.
  5. Welches Auto-Accessoire finden Sie besonders schrecklich? (Memento des Originals vom 2. April 2015 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/derstandard.at bei: derStandard.at, 21. August 2013.