Kloster Marienberg (Neuss)

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Die Klosterkirche Marienberg
Das Kloster von Südosten

Das Kloster Marienberg war ein Konvent der Augustinerinnen in Neuss (Rhein-Kreis Neuss). Die spätgotische Klosterkirche St. Mariä Geburt wird heute dreifach genutzt. Als Klosterkirche des Klosters der Schwestern vom armen Kinde Jesus, als Schulkirche des erzbischöflichen Mädchengymnasiums und des Berufskollegs Marienberg sowie als Gotteshaus der italienischen römisch-katholischen Gemeinde von Neuss.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bezeichnung des Klosters als Marienberg („mons beatae Mariae“) ist seit 1464 belegt. Die Niederlassung der Augustinerinnen war 1439 durch die Neusser Bürgerin Adelheid vom Stade gegründet worden. 1462 konnte die Klosterkirche geweiht werden, ein schlichter kreuzrippengewölbter Saalbau aus Backstein.

In der Nacht vom 8. auf den 9. Mai 1585 drangen 40 Fußsoldaten an der Gartenmauer des Klosters in die Stadt ein und konnten durch gewaltsames Öffnen des Rheintors 1750 Soldaten des Grafen Adolf von Neuenahr Einlass in die Stadt ermöglichen. Die Truppe ging mit brutaler Gewalt gegen Widerstand vor und plünderte die Stadt. Der Bürgermeister und andere sich wehrende Bürger wurden getötet.[1]

Während des Dreißigjährigen Krieges wurden die Schwestern 1643 durch protestantische Truppen vertrieben. 1651 zogen erneut Augustinerinnen aus Holzheim in das Kloster ein. Der Konvent wurde 1802 im Zuge der Säkularisation aufgehoben und die Schwestern von der französischen Besatzungsmacht vertrieben, die die Kirche als Magazin nutzte. 1805 wurde sie durch ein Dekret Napoleons den Neusser Evangelischen als Pfarrkirche übergeben. 1911 übernahmen die Schwestern vom armen Kinde Jesu aus Aachen das Gotteshaus, nachdem sie bereits 1857 das Kloster, das Waisenhaus und die höhere Töchterschule, das heutige Gymnasium Marienberg, übernommen hatten.

Am 31. Dezember 1944 wurde die Klosterkirche bis auf die Außenmauern zerstört. 1953/54 erfolgte ihr Wiederaufbau, äußerlich in den alten Formen. Innen wurde eine flache Holzdecke eingezogen und im Norden ein Seitenschiff mit darüber liegender Empore angebaut und die Chorfenster vermauert. 1996 bis 1998 erfolgte eine grundlegende Renovierung. Der Dachstuhl wurde nach Entfernung der Flachdecke mit einer in den Farben Blau und Braun gehaltenen Holz-Stahlkonstruktion zum Innenraum geöffnet und die Chorfenster wieder geöffnet.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Else Rümmler: Die Fürstlich Jülichsche Hochzeit ec., S. 39

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Manfred Becker-Huberti (Hrsg.): Neusser Kirchen. Die katholischen Kirchen im Kreisdekanat Neuss. Bachem, Köln 2006, ISBN 3-7616-1966-9.
  • Karl Emsbach, Max Tauch: Kirchen, Klöster und Kapellen im Kreis Neuss. Rheinland-Verlag, Köln 1986 (Schriftenreihe des Kreises Neuss 13, ZDB-ID 1357699-9).
  • Else Rümmler: Die Fürstlich Jülichsche Hochzeit zu Düsseldorf 1585. Das Fest und seine Vorgeschichte. Verlag Hans Marcus Düsseldorf 1983

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Kloster Marienberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Koordinaten: 51° 12′ 1″ N, 6° 41′ 36″ O