Klosterberg (Oberlausitz)

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Klosterberg (Oberlausitz)
Klosterberg von Rothnaußlitz gesehen

Klosterberg von Rothnaußlitz gesehen

Höhe 394 m ü. HN
Lage Sachsen (Deutschland)
Gebirge Lausitzer Bergland
Koordinaten 51° 7′ 56″ N, 14° 14′ 55″ OKoordinaten: 51° 7′ 56″ N, 14° 14′ 55″ O
Klosterberg (Oberlausitz) (Sachsen)
Klosterberg (Oberlausitz)
Gestein Lausitzer Granit

Der Klosterberg (obersorbisch Klóšterska hora bzw. Pinč [1]) mit 394 Metern Höhe ist eine markante Erhebung in der Oberlausitz.

Er befindet sich im Oberlausitzer Bergland und ist darin die westlichste Erhebung der nördlichen Bergkette. Somit bildet der Berg die Naturraumgrenze zum Oberlausitzer Gefilde im Norden und dem Westlausitzer Hügel- und Bergland im Westen. Aus südlicher Richtung stellt der Berg sich als allmähliche Erhebung aus dem Tal des Schwarzwassers dar, während er vom Norden her steil aus dem flachen Oberlausitzer Gefilde emporsteigt und aus weiter Ferne sichtbar ist. Unmittelbar unterhalb dieses Nordhangs liegt die Ortschaft Demitz-Thumitz. Weitere angrenzende Ortschaften von hier aus im Uhrzeigersinn sind Medewitz, Cossern, Naundorf, Tröbigau, Neuschmölln und Schmölln/OL. Die höchstgelegene dieser Ortschaften ist das am südlichen Hang in unmittelbarer Nähe der Bergspitze gelegene Neuschmölln.

Geologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Klosterberg befindet sich inmitten des Lausitzer Granitstocks. Seit 1840 wurde der Granit in verschiedenen Steinbrüchen rund um den Berg abgebaut. Heute findet der Granitabbau noch im kleineren Umfang nordöstlich des Berges in der Nähe von Demitz-Thumitz durch die Basalt-Actien-Gesellschaft statt.

Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am Gipfel des Berges befindet sich ein Ausflugsrestaurant, welches aus Richtung Neuschmölln per Kraftfahrzeug und zu Fuß über verschiedene Wanderwege unter anderem aus Richtung Demitz-Thumitz, Schmölln und Tröbigau erreichbar ist. Rund um den Berg befinden sich mehrere mit Wasser gefüllte Steinbruchrestlöcher, die von Einheimischen und Touristen als Badeseen genutzt werden.

Mythologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dreisesselstein

Nur wenige hundert Meter vom Gipfel entfernt liegt der Dreisesselstein, ein eigenwillig geformter Granitblock mit drei großen Einkerbungen („Sesseln“), der zum Sagenschatz der Oberlausitz gehört. Entsprechend der Infotafel an diesem Stein ist der Inhalt der Sage folgendermaßen:

„Einst wohnte in den Felsenhöhlen des Jungfernsteins ein Berggeist mit seinen drei Töchtern. Wenn in den Schenken von Thumitz und Schmölln Tanz stattfand, erschienen auch die drei Mädchen.

Sie wurden wegen ihrer Schönheit und ihrer Anmut von den Jungen bewundert. Bedauert wurde nur, dass sie immer schon vor Mitternacht den Tanzsaal verließen.

Oft wurden sie von Jungen auf ihrem Heimweg begleitet.

Am Dreisesselstein wurde eine Rast eingelegt. Die Mädchen erzählten ihren Begleitern, dass sie gerne hier säßen, um die schöne Aussicht zu genießen. Aber kurz vor Mitternacht verabschiedeten sie sich jedes Mal und lehnten jede weitere Begleitung ab.

Einmal nahmen sich die Jungen vor, die Wohnung der drei schönen Mädchen auszukundschaften. Mit einer lebhaften Unterhaltung hielten sie die drei länger als gewöhnlich am Dreisesselstein auf. Plötzlich schlug die Schmöllner Kirchturmuhr die Mitternachtsstunde. Die drei Mädchen stießen einen entsetzlichen Schrei aus - dann waren sie verschwunden. Ebenso entsetzt standen ihre Begleiter, weil der Wald furchtbar rauschte. Kurze Zeit später hörten die Jungen aus dem Tal, vom Galgenteich in Birkenrode, einen markerschütternden Schrei, wenig später einen zweiten und einen dritten.

Die schönen Mädchen wurden nie mehr gesehen. Man sagt, der Berggeist vom Jungfernstein habe sie aus Wut ertränkt, weil sie gegen sein Gebot, vor Mitternacht zu Hause zu sein, verstoßen hatten.“

Siehe auch / Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Sorbische Online-Karte