Kluft (Zunftkleidung)

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Geschichte
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Fremde Freiheitsbrüder in Zunftkleidung

Die Kluft (von hebräisch qellippa: Schale, Rinde) ist die traditionelle Zunftkleidung oder Tracht eines Handwerksgesellen, insbesondere der Wandernden Gesellen während der Wanderjahre. Sie besteht aus:

  • dem Hut: Schlapphut mit breiter Krempe, Zylinder oder Koks, welcher immer schwarz ist,
Zimmerleute haben in der Regel einen Schlapphut, den Obermann. Der Hut hatte eine besondere Bedeutung: er steht für den freien Mann, was gerade im Mittelalter keine Selbstverständlichkeit war (der Geselle wurde ja auch zu Beginn seiner Wanderschaft bzw. zum Ende der Lehrzeit vor geöffneter Zunftlade aus der Zuchtgewalt des Lehrherren vom Obermeister frei gesprochen). Das Tragen des Hutes unterliegt strengen Regeln, er wird nur zu besonderen Gelegenheiten abgenommen (beispielsweise beim Essen, in fremden Gasthäusern jedoch nicht).
  • der Staude: einem kragenlosen weißen Hemd, unter Umständen mit Biesen,
  • der Hose (mit unterschiedlichem Schlag, jedoch auf jeden Fall mit Seitentaschen für Utensilien wie Meterstab, Bleistift usw), diese besitzt fast ausnahmslos immer zwei Reißverschlüsse (bei den Freien Vogtländer Deutschlands als Erkennungsmerkmal die sogenannten „Spinnerknöpfe“ am Revers des Jackets und sechs an den Hosenschlägen befestigte Perlmuttknöpfe),
  • der Weste mit acht weißen Perlmuttknöpfen vorne (für den 8-Stunden-Arbeitstag), Die Knöpfe sind so angenäht, dass das Garn den Buchstaben „Z“ bildet. Bei den Vogtländern wird ein „V“ verlangt, an dieser Weste befinden sich acht Knöpfe. Die Weste wird auch als Kreuzspinne bezeichnet,
  • dem Jackett mit sechs Perlmuttknöpfen vorne (für die 6-Tage-Woche) und jeweils drei Knöpfen an den Ärmeln stellvertretend für drei Lehrjahre und drei Wanderjahre,
  • Schuhen oder Stiefeln, meistens schwarz, können aber auch einfach dunkel sein,
  • der Ehrbarkeit (ähnlich einer Krawatte oder einem Binder). An der Farbe der Ehrbarkeit kann die Zugehörigkeit des Gesellen zu einem Schacht erkannt werden. Freireisende tragen keine Ehrbarkeit.
  • einem Ohrring, (evtl. mit Zunftzeichen) der gegebenenfalls mit Hammer und Nagel mit einem gezielten Schlag gestochen wird,
  • dem Stenz (bei Wandergesellen), (Wanderstock aus speziellem Holz, den sich jeder Wandergeselle selber suchen muss),
  • dem Koppel mit Koppelschloss (mit jeweiligem zugehörigem Zunftzeichen),
  • Taschenuhr mit Uhrkette an der Weste. An der Kette werden die Wappen der besuchten Städte befestigt (ähnlich einem Charivari).[1]

Die Farbe der Kluft ist je nach Beruf unterschiedlich (schwarz bei Holzberufen; hell bei Steinberufen, d. h. (früher weiß) jetzt grau für Maurer oder beige/braun für Steinmetz und Steinbildhauer; blau bei Metallberufen[2]). Sie ist aus verschiedenen Stoffen wie: Manchester-, Trenker- oder Genuacord, Pilot, Samt eventuell mit Biesen (nur bei Schachtszugehörigkeit in der jeweiligen Farbe), Englischleder oder Zwirn-Doppel-Pilot (100 % Baumwolle).

An der Kluft werden keine zusätzlichen Knöpfe oder Verzierungen angebracht. Farben der Ehrbarkeit bzw. Erkennungsmerkmale bzw. Farben der Paspeln

Nicht direkt zur Kluft, aber eindeutig der Kleidung und der jeweiligen Vereinigung zugeordnet ist der Charlottenburger.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Konrad Vanja: Ohrringträger in „Zivil“. In: Rolf Wilhelm Brednich, Heinz Schmitt (Hrsg.): Symbole. Zur Bedeutung der Zeichen in der Kultur. 30. Deutscher Volkskundekongreß in Karlsruhe vom 25. bis 29. September 1995. Waxmann Verlag, Münster 1997, ISBN 3-89325-550-8, S. 353–366.
  • Dieter Sinn, Renate Sinn: Der Alltag in Preußen. Societäts-Verlag, Frankfurt am Main 1991, ISBN 3-7973-0499-4, S. 69ff.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Mareike Schaal: Die Kluft der Zimmerer. Abgerufen am 1. März 2016.
  2. Jochen Wurft: Die Wanderschaft - Stoimetz.de. Abgerufen am 9. August 2017.