Knabe Verlag Weimar

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Der Knabe Verlag Weimar ist ein Verlag mit Sitz in Weimar. Er bestand bis 1983. 2007 wurde er wiederbelebt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Karl Friedrich Knabe gründete nach mehrjähriger Verlagsdirektorentätigkeit für den Panses Verlag Weimar im Lutherhof 1932 die Weimarer Druck und Verlagsanstalt Gebrüder Knabe.

Der Verlag mit Druckerei und Buchbinderei produzierte bis 1945 einheimische Belletristik. Nach dem Krieg versuchten die Brüder Gerhard und Wolfgang einen Neustart. Es erschien zunächst das Kleine Fremdwörter-Verdeutschungs-Buch von Gerhard Knabe.

Einige Zeit später erschien das Bunte Spielzeugdorf, ein Kinderbuch mit Zeichnungen von Horst Michel, damals Professor an der staatlichen Hochschule für Baukunst und bildende Künste in Weimar. Es folgten Kinderbilderbücher wie Ein Sommertag beim Bienenvolk, bis bei der Lizenzvergabe für die Arbeitsgemeinschaft Thüringer Verleger das Profil auf die Altersklasse 8–16 Jahre festgelegt wurde. Die Lizenz für die Arbeitsgemeinschaft Thüringer Verleger wurde im Frühjahr 1953 aufgehoben, die Gebrüder Knabe erhielten keine Einzellizenz.

Nach dem Aufstand vom 17. Juni 1953 erhielt der Knabe-Verlag eine Lizenz für Kinder- und Jugendliteratur für die Altersstufen von 8–16 Jahren einschließlich des Berufsschul- und Oberschulalters, besonders Erzählungen und Romane, sowie historische Biographien. Vor allem die Reihe Knabes Jugendbücherei machte den Verlag bekannt.

Symbole des Verlags waren Knabenkraut und Hummel. Bis 1983 erschienen ca. 300 Titel im Knabe Verlag. Fünf Titel von Martin Selber druckte der Rowohlt Verlag in der »rororo rotfuchs« Serie in den Jahren 1972–1984 nach.

Nach dem Tod des jüngeren Bruders Wolfgang Knabe ging der Verlag 1983 in den Postreiterverlag über. Das Verlagsarchiv gilt als verschollen.

2007 haben Steffen Knabe, ein Urenkel des Gründers, sowie Denis Wollenhaupt und andere "die noch bestehende Marke" wiederbelebt. So hofft "Knabes Jugendbücherei" auf eine Renaissance des großen Erfolgs bei heutigen Eltern, größtenteils mit Neuauflagen. Der Knabe Verlag Weimar beabsichtigte im März 2011, eng mit dem Greifenverlag zusammenzuarbeiten und Synergieeffekte in Pressearbeit, Vertrieb, Event-Management und Verlagsauslieferung anzustreben.[1]

Am 7. März 2014 erschien mit Reinhard Griebners Mauerspechte die erste Neuerscheinung in Knabes Jugendbücherei nach 30 Jahren.[2]

Autoren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Jens Kirsten: Wurzelprinzessinnen, Detektive und eine Jugendbücherei voller Abenteuer. Die Geschichte des Gebrüder Knabe Verlags Weimar, Weimar 2009. ISBN 978-3-940442-90-1.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. OTZ: Thüringer Traditionsverlage wollen zusammenarbeiten
  2. thueringer-allgemeine.de: Knabes Jugendbücherei will mit "Mauerspechte" Neubeginn. Abgerufen am 16. März 2014.