Knappe (Bergbau)

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Bergknappendenkmal am Kristberg
Der Bergknapp (1568)

Als Knappe,[1] oder auch Bergknappe, bezeichnete man früher im Bergbau einen Bergmann, der unter Tage arbeitete.[2] Später wurde dann ein Bergmann, der seine Lehre erfolgreich abgeschlossen hatte, als Bergknappe bezeichnet.[3] Der Beruf Knappe war ein Ausbildungsberuf im Bergbau, die Lehrzeit dauerte drei Jahre.[4]

Wortherkunft und Anwendung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Abgeleitet wird der Begriff Knappe von Knabe (Junge).[5] Der Begriff Bergknappe wird somit hergeleitet von Bergknabe.[3] Zunächst galt die Bezeichnung Knappe oder Bergknappe nur für junge Bergleute, die zwar keine Grubenjungen mehr waren, aber auch noch keine Häuer waren.[6] Im Laufe der Jahre wurde der Begriff dann verallgemeinert und die Bezeichnung Knappe galt für alle Bergleute.[3] In den einzelnen Bergbausparten gab es für die Knappen noch der Bergbausparte entsprechende Zusätze zur Bezeichnung Knappe. So war ein Knappe im Erzbergbau ein Erzknappe, ein Knappe im Salzbergbau wurde Salzknappe genannt.[6] Die Gesamtheit aller Bergleute, die auf Bergwerken arbeiteten, wurde als Bergknappschaft bezeichnet.[7] Der Verband sämtlicher Bergleute wurde als Knappschaft bezeichnet.[8] Die Knappschaft war somit die Genossenschaft der Knappen.[9] In ihr war ein Unterstützungsfond integriert, die Büchsenkasse, der Vorläufer der Knappschaftskasse, in die die Knappen Beiträge zur Unterstützung der kranken Bergleute oder der Bergmannswitwen einzahlten.[8] Verwaltet wurde die Büchsenkasse vom Knappschaftsschreiber.[7] Der Begriff Knappschaft wurde später auch zur Bezeichnung aller Berg- und Hüttenleute eines Bergreviers verwendet.[1] Alle acht bis zehn Jahre trafen sich die Knappen zu einer feierlichen Zusammenkunft, diese Zusammenkunft nannten sie Knappschaft halten.[7] Ein besonderes Ehrenzeichen der Knappschaft war die Bergknappschaftsfahne, die den Knappen für ihre treuen Dienste vom Landesherrn verliehen worden war. Die Bergknappschaftsinsignien sind die gekreuzten Werkzeuge Schlägel und Eisen.[6] Aufgrund der sich entwickelnden Knappschaftsregularien wurde die Anwendung neu geregelt. So wurde seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts jeder Berg- und Hüttenmann vereidigt und in das Zechenregister und in die Knappschaftsrolle des jeweiligen Bergreviers eingetragen. Nur eingetragene Berg- und Hüttenleute galten als Bergknappen.[10]

Knappe als Ausbildungsberuf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zur Änderung des Bergrechtes in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts war der Knappe quasi Staatsbeamter. Mit Einführung des Inspektionsprinzips verloren die Knappen sämtliche bisherigen Privilegien.[11] Im Jahr 1940 wurde der „Knappe im Steinkohlenbergbau“ vom Reichswirtschaftsminister als Lehrberuf anerkannt. Außerdem wurden vom Ministerium für diesen Lehrberuf die Ausbildungsinhalte festgelegt.[12] Zusätzlich wurden vom Reichswirtschaftsministerium die Prüfungsordnung für den Lehrberuf Knappe im Steinkohlenbergbau erlassen.[13] Zwei Jahre später wurde ein Berufsbild für den „Knappen im Erzbergbau“, inclusive einer Prüfungsordnung, vom selben Ministerium erlassen.[14] Die Ausbildung dauerte drei Jahre. Ausgebildet wurde sowohl über als auch unter Tage.[13] Am Ende der Ausbildung erfolgt eine Prüfung vor einem Prüfungsausschuss.[12] Nach bestandener Prüfung erhält der Bergmann den Knappenschein.[14] Er darf nun im Schichtlohn beschäftigt werden und, sobald er das 18. Lebensjahr vollendet hat, darf er auch im Gedinge beschäftigt werden.[13] Allerdings darf ein Knappe noch nicht selbstständig bergmännische Arbeiten durchführen, da hierfür ein Hauerschein erforderlich ist.[14] Um diesen zu erhalten, muss der Knappe noch weitere praktische Erfahrung erwerben und an einem Hauerlehrgang teilnehmen, an dessen Ende die Hauerprüfung steht, die er mit Erfolg absolvieren muss.[13]

Trivia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Name der Tagebauarbeitersiedlung Knappenrode, des benachbarten Tagebaurestlochs Knappensee sowie der Straßenname Knappenweg zum Beispiel in den sächsischen Bergstädten Freiberg und Brand-Erbisdorf zeugt von diesem Berufsstand.

Die Spieler des deutschen Fußballvereins FC Schalke 04 werden auch als „Die Knappen“ bezeichnet.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Carl Hartmann: Handwörterbuch der Mineralogie, Berg-, Hütten- und Salzwerkskunde. Erste Abtheilung A bis K, gedruckt und verlegt bei Bernhard Friedrich Voigt, Ilmenau 1825.
  2. Carl von Scheuchenstuel: IDIOTICON der österreichischen Berg- und Hüttensprache. k. k. Hofbuchhändler Wilhelm Braumüller, Wien 1856.
  3. a b c Tilo Cramm, Joachim Huske: Bergmannssprache im Ruhrrevier. 5. überarbeitete und neu gestaltete Auflage, Regio-Verlag, Werne 2002, ISBN 3-929158-14-0.
  4. Walter Bischoff, Heinz Bramann, Westfälische Berggewerkschaftskasse Bochum: Das kleine Bergbaulexikon. 7. Auflage. Verlag Glückauf GmbH, Essen 1988, ISBN 3-7739-0501-7.
  5. Heinrich Veith: Deutsches Bergwörterbuch mit Belegen. Verlag von Wilhelm Gottlieb Korn, Breslau 1871, S. 78, 291–293.
  6. a b c Carl Friedrich Richter: Neuestes Berg-und Hütten-Lexikon. Erster Band, Kleefeldsche Buchhandlung, Leipzig 1805.
  7. a b c Entdeckte Geheimnisse oder Erklärung aller Kunstwörter und Redensarten bey Bergwerken und Hütten-Arbeiten nach alphabetischer Ordnung in zween Theilen. Bey Johann Heinrich Kühnlin, Helmstedt 1778.
  8. a b Carl Hartmann (Hrsg): Handwörterbuch der Berg-, Hütten- u. Salzwerkskunde der Mineralogie und Geognosie. Erster Band, Zweite gänzlich neu bearbeitete Auflage, Buchhandlung Bernhard Friedrich Voigt, Weimar 1859.
  9. Moritz Ferdinand Gätzschmann: Sammlung bergmännischer Ausdrücke. Zweite wesentlich vermehrte Auflage, Verlag von Craz & Gerlach, Freiberg 1881.
  10. Erklärendes Wörterbuch der im Bergbau in der Hüttenkunde und in Salinenwerken vorkommenden technischen und in Salinenwerken vorkommenden technischen Kunstausdrücke und Fremdwörter. Verlag der Falkenberg'schen Buchhandlung, Burgsteinfurt 1869.
  11. Lorenz Pieper: Die Lage der Bergarbeiter im Ruhrgebiet. J. G. Cotta'sche Buchhandlung Nachfolger, Stuttgart und Berlin 1903, S. 28–29, 37.
  12. a b Fritz Pamp: Die Zeche Sterkrade. Das Ausbildungszentrum auf dem ehemaligen Kokereigelände von 1938 bis 1992. In: Osterfelder Bürgerring. (Hrsg.): Der Kickenberg, Osterfelder Heimatblatt. Nr. 20, Walter Perspektiven GmbH, Oberhausen September 2011, ISSN 1864-7294, S. 4–6.
  13. a b c d Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl (Hrsg.): Die Berufsausbildung im Steinkohlenbergbau der Länder der Gemeinschaft. Luxemburg 1956, S. 31, 47–50, 65–68, 72, 79, 80, 118–119.
  14. a b c Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl (Hrsg.): Die Berufsausbildung im Eisenerzbergbau der Länder der Gemeinschaft. Luxemburg 1959, S. 39, 41, 47, 51, 52, 66, 71–75, 85.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]