Knaster

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Dieser Artikel behandelt den Tabak. Zum Mathematiker siehe Bronisław Knaster.
Reklame für eine Tabaksorte

Als Knaster wird umgangssprachlich ein Tabak bezeichnet. Heute wird in der Jugend- und Szenesprache als Knaster auch jede Art von rauchbaren Pflanzenteilen (außer Tabak) betrachtet. Ebenfalls als Knaster wurde im 18. bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts ein verdrießlicher Mann betitelt. Regional ist ein Knaster auch ein (ehemaliger) Strafgefangener.

Etymologie und Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tabak[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wort bezeichnete zur Zeit der Erstbezeugungen am Anfang des 17. Jahrhunderts einen würzigen, milden Tabak von hoher Qualität, der in Rohrkörben (Spanisch canastros, zu Griechisch kánastron) transportiert wurde. Man sprach von Canastertobac, was zu Canaster/Kanaster und dann durch Vokalausfall zu Knaster verkürzt wurde und vermutlich in dieser Form über das Niederländische in die deutsche Sprache entlehnt wurde. Das Wort Knaster erhielt danach erst in der Studentensprache einen abwertenden Beiklang, der sich verallgemeinert hat.[1]

Rauschmittel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im 18., 19. und dem frühen 20. Jahrhundert wurde als Knaster auch die Blüten des zur Herstellung von Fasern (Hanfseilen) gebräuchlichen Hanfs bezeichnet. Diese Blüten wurden in der Pfeife geraucht. Der THC-Gehalt war deutlich geringer als bei heutigen Rauschhanfsorten, was aber nicht allein auf die verwendeten Sorten, sondern zu einem nicht unerheblichen Teil auf die heutzutage zur Erzeugung von potentem Marihuana genutzte Sinsemilla-Anbaumethode zurückzuführen ist. Eine Volksetymologie leitet das Wort Knaster lautmalerisch vom Geräusch des Platzens der Samen bei diesem Rauchvorgang ab.

Kräutermischung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tabaksorte um 1880

Knaster ist seit 1996 eine europaweit geschützte Marke und bezeichnet eine Produktserie von Kräutermischungen zur Raumluftverbesserung. Sie werden – wie die Kräuterette – nicht als Tabakwaren verkauft, unterliegen aber seit dem 20. Juni 2007 der Tabaksteuer und dem Lebensmittelgesetz. Diese Mischungen sind tabak- und nikotinfrei und werden in der Praxis oft geraucht.

Der Rauch von Knasterprodukten enthält ein 50stel des Teers von Zigarettenrauch und keinerlei krebserregende polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK). Dennoch entstehen schädlicher Feinstaub und Kohlenstoffdioxid, weswegen auch bei Knaster keinesfalls von gefahrlosem Rauchen gesprochen werden kann. Viele Konsumenten nutzen nikotinfreie Zigaretten, um sich von ihrer Tabakabhängigkeit zu lösen.

Verdrießlicher Mensch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ebenfalls als Knaster wurde seit dem 18. Jahrhundert ein verdrießlicher, brummiger alter Mann bezeichnet. Zuvor im 17. Jahrhundert noch als Knasterer oder Knasterbart benannt, beschrieb dieser Begriff lautmalerisch (vergleiche auch knistern) dunkle Klangeindrücke wie brummen, murren oder knurren und so wurde das Verb knastern schließlich im Sinne von verdrießlich sein gebraucht und zum Knaster substantiviert.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Wiktionary: Knaster – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. (Kluge 2002), Stichwort Knaster.