Knut Andreas

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Knut Andreas (* 2. Januar 1979 in Potsdam) ist ein deutscher Dirigent und Musikwissenschaftler.

Leben[Bearbeiten]

Knut Andreas stammt aus Potsdam und ist seit 1998 Künstlerischer Leiter des Sinfonieorchesters Collegium musicum Potsdam. Nach seiner musikalischen Ausbildung auf der Violine, Viola, auf dem Klavier und Fagott an der Städtischen Musikschule Potsdam „Johann Sebastian Bach“ und im Anschluss an sein Studium der Musikpädagogik und Germanistik an der Universität Potsdam setzte er seine Ausbildung an der Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“ in Leipzig und schließlich an der Ludwig-Maximilians-Universität München, wo er über Leben und Werk des Komponisten Paul Graener promovierte, fort. Zu seinen Mentoren im Dirigieren zählen Ronald Reuter, Werner Andreas Albert und Dorian Wilson.

Nach dem Abschluss seiner Studien nahm Knut Andreas eine Stelle als persönlicher Referent und Assistent des Generalmusikdirektors der Neubrandenburger Philharmonie an. Im Jahre 2004 rief er das internationale Jugendorchestertreffen NBJot „Baltikum“ mit ins Leben, das er bis 2008 als Manager begleitete. In München leitete er Chor und Orchester des Instituts für Musikwissenschaft.

Unter seiner Leitung entwickelte sich das Sinfonieorchesters Collegium musicum Potsdam zu einem der am umfangreichsten besetzten Orchester des Landes Brandenburg. Konzertreisen mit diesem Orchester führten ihn in den vergangenen Jahren in die Niederlande sowie nach Slowenien. Erstmals in der 70-jährigen Geschichte des Orchesters konzertierte das Collegium musicum unter seiner Leitung im Juni 2012 im Rahmen der Musikfestspiele Potsdam-Sanssouci mit einer Aufführung von Georg Friedrich Händels „Messias“. Mit dem Collegium musicum initiiert er nicht nur öffentliche Generalproben mit Werkeinführungen, die den Sinfoniekonzerten vorangehen und in denen er das Publikum mit den zu hörenden Werken enger vertraut macht, sondern rief im Sommer 2009 das Open-Air-Festival „Klassik am Weberplatz“ ins Leben, das seitdem jährlich rund 2.000 Zuhörer unter freiem Himmel versammelt. Im Rahmen des von ihm initiierten Programms „Brandenburg-Brasilien“ realisiert das Sinfonieorchester Collegium musicum Potsdam einen regen interkulturellen Musiker- und Dirigentenaustausch. Weitere Schwerpunkte legt Knut Andreas in seiner Orchesterarbeit auf die musikalische Bildung von Kindern und Jugendlichen sowie in den Bereich Soziales mit der im Frühjahr 2014 ins Leben gerufenen Reihe „Sinfonieorchester für Senioren“, die es pflegebedürftigen älteren Menschen wieder ermöglicht, ein Sinfonieorchester live zu erleben.

Als Gastdirigent arbeitet Knut Andreas mit verschiedenen brasilianischen Orchestern zusammen, darunter das Orquestra de Câmara OPUS und das Orquestra Sinfônica de Nova Lima. 2011 dirigierte er auf Einladung des Orquestra Sinfônica Municipal de Campinas ein dem Komponisten Ludwig van Beethoven gewidmetes Sinfoniekonzert. Im Oktober 2014 leitete er im Rahmen eines Sinfoniekonzerts die Uraufführung des Konzerts für Trompete und Orchester des Potsdamer Komponisten Gisbert Näther mit dem Orquestra Sinfônica da UNICAMP in Campinas und gab zwei Meisterkurse Dirigieren am Institut der Künste der Universität Campinas.

Die Brasilianische Akademie für Literatur und Kunst „Paranapuã“ (Rio de Janeiro) ehrte Knut Andreas im Juli 2012 mit dem Orden für kulturelle Verdienste und würdigte damit seine Leistungen bei der Verbindung brasilianischer und deutscher Künstler sowie sein Engagement bei der Bekanntmachung brasilianischer Musik in Deutschland. Mit dem Stipendium „InterStip“ unterstützt das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg in diesem Jahr Knut Andreas’ Engagement für ein Orchesterprojekt, das sich Jugendlichen in sozial gefährdetem Umfeld in einem Stadtteil São Paulos widmet.

Seit Januar 2015 ist Knut Andreas Dirigent des 85köpfigen Jugend-Sinfonie-Orchesters Berlin, das seinen Sitz am Berliner Händel-Gymnasium hat. Eine Dozentur verbindet den Dirigenten seit 2011 mit dem Studiengang Kulturarbeit der Fachhochschule Potsdam, wo er in den Gebieten der Musikgeschichte, Musikästhetik und Musikvermittlung lehrt.

Veröffentlichungen[Bearbeiten]

  • Zwischen Musik und Politik: Der Komponist Paul Graener (1872–1944). Frank&Timme, Berlin 2008.
  • Graener, Paul. In: MGG 2, Personenteil, Band 7, hrsg. von Ludwig Finscher u. a, Stuttgart/Weimar 2002, Sp. 1455–1457.
  • Paul Graener (1872–1944): Leben und Werk. Examensarbeit Musikwissenschaft, Universität Potsdam 2002.