Kohlenbergkapelle

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Die Kohlenbergkapelle von Fuchsstadt.

Die Kohlenbergkapelle befindet sich auf dem Kohlenberg oberhalb des Neubaugebietes „Hinterm Turm“ in der unterfränkischen Gemeinde Fuchsstadt im bayerischen Landkreis Bad Kissingen.

Die Kapelle samt den zugehörigen Kreuzwegstationen gehört zu den Baudenkmälern von Fuchsstadt und ist unter der Nummer D-6-72-124-20 in der Bayerischen Denkmalliste registriert.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kapelle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bau der Kapelle, die der Erlösung der Menschheit durch Jesus Christus gewidmet wurde, geht auf die 1930er Jahre zurück. Eine anonyme Stifterin spendete 1933 die erforderliche Bausumme. Die entsprechende Initiative des Ortspfarrers Josef Wiesen fand am 25. Juni 1935 Zustimmung des Gemeinderates, der gleichzeitig auch den Bauplatz zur Verfügung stellte. Mit der Planung der Kapelle wurde im Jahr 1935 der Münchner Architekt Georg W. Buchner beauftragt. Nach Erkenntnissen des Fuchsstädter Heimatkundlers Lothar Pfülb gehen die Baupläne für die Kapelle jedoch auf den Salzburger Architekten Ferdinand Heimisel zurück. Pfülb verweist auf einen von Heimisel verfassten Brief, in dem er die Übersendung seiner Pläne an Buchner ankündigt und seine Hoffnung auf Buchners Zustimmung ausdrückt.[1]

Die Kapelle wurde von ortsansässigen Maurern unter maßgeblicher Beteiligung von Maurermeister Johann Volpert aus Muschelkalkstein errichtet. Am 26. Mai 1935 weihte Diözesanbischof Matthias Ehrenfried die Kapelle und am selben Tag das Fuchsstädter Benefiziatenhaus.

Die Stahlglocke hatte zunächst ab 1917 während des Ersten Weltkrieges die beiden beschlagnahmten Bronzeglocken der Fuchsstädter Mariä Himmelfahrt-Pfarrkirche ersetzt und kam später in die Kapelle, wo sie seither als „Kobarchsglöckle“ bekannt ist.

Am geschnitzten Altarkreuz von Prof. Henselmann, einem Freund von Ortspfarrer Wiesen, ist das Zeugnis des Hauptmanns, der von seinem Pferd aus den Gekreuzigten betrachtet, eingraviert: „Wahrhaft, dieser ist Gottes Sohn gewesen“. Im Altarraum befindet sich das Relief einer Mondsichelmadonna des Münchener Bildhauers Hübler. Die im Inneren befindliche Sandsteinfigur des Evangelisten Johannes aus dem Jahr 1758 stand ursprünglich in der Hauptstraße 8.

Jedes Jahr werden an der Kapelle die Markusprozession und der Bittgang am zweiten Bitttag sowie am Palmsonntag – an den zur Kapelle gehörenden Kreuzwegstationen – der Kreuzweg abgehalten. Heute hat die Katholische Arbeiterbewegung die Patenschaft sowohl für die Kapelle als auch für den Kreuzweg inne.

Im Jahr 2012 entstanden Pläne, an der Kohlenbergkapelle einen Friedwald einzurichten.[2][3] Diese Pläne wurden im November 2016 vom Fuchsstädter Gemeinderat abgelehnt.[4]

Kreuzweg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kreuzweg an der Kohlenbergkapelle (11. Station).

Das Altarkreuz im Inneren dient heute als zwölfte Station des um die Kapelle herum aufgestellten Kreuzweges, den der in München ansässige, aber aus Fuchsstadt stammenden Reg.-Baumeister Josef Wahler gestiftet hatte. Der Steinbildhauer Ludwig Sonnleitner und sein Sohn Otto konnten im Jahr 1950 die ersten beiden Stationen des Kreuzweges fertigstellen, doch dann starben Geistl. Rat Wiesen und Reg.-Baumeister Josef Wahler.

Eine Spende von Walburga Wahler, der Witwe des Stifters, ermöglichte unter Pfarrer Franz Schober die Vollendung des Kreuzweges. Pfarrer Schober ließ den Kreuzweg, anders als geplant, nicht am Weg zur Kapelle, sondern um die Kapelle herum aufstellen. Den Kreuzweg weihte Domkapitular Philipp Kaiser am 24. April 1955 in Anwesenheit der Stifterin und der Bundestagsabgeordneten Maria Probst ein.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gemeinde Fuchsstadt/Lkr. Bad Kissingen Hrsg.: Fuchsstadt im Wandel der Zeit, zum Heimatfest 1987

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Kohlenbergkapelle – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ludwig Deschner: So entstand die Kapelle, Saale-Zeitung, 11. April 2017.
  2. Winfried Ehling: Ein Friedwald an der Kapelle?, Saale-Zeitung, 27. November 2012.
  3. Winfried Ehling: Geplanter Ruheforst Fuchsstadt sorgt für Unruhe, Saale-Zeitung, 10. März 2013.
  4. Winfried Ehling: Wo soll der Naturfriedhof hin?, Saale-Zeitung, 23. November 2016.

Koordinaten: 50° 6′ 33,95″ N, 9° 56′ 52,51″ O