Kohn-Anomalie

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Die Kohn-Anomalie ist eine Anomalie der Dispersionsrelation von Phononen. Sie wurde 1959 von Walter Kohn entdeckt.[1] Es handelt sich dabei um eine logarithmische Divergenz in der Ableitung der Dispersionsrelation. Diese Divergenz kommt von der Wechselwirkung zwischen Phononen und Elektronen und tritt immer auf der Fermifläche auf, sodass man durch Messung der Dispersion auch Informationen über die Fermifläche bekommt.

Die Kohn-Anomalie ist unter anderem verantwortlich für den Peierls-Übergang in eindimensionalen Molekül-Ketten wie Polyethin und den Jahn-Teller-Übergang (Jahn-Teller-Effekt) in dreidimensionalen Kristallen. Sie kann eine spontane Brechung der Gittersymmetrie aufgrund elektronischer Energieminimierung bewirken.

Experimentell nachgewiesen wurde sie zuerst 1961 in der Gruppe von Bertram Brockhouse in Chalk River.[2]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. W. Kohn: Image of the Fermi Surface in the Vibration Spectrum of a Metal. In: Physical Review Letters. Band 2, Nr. 9, Mai 1959, S. 393–394, doi:10.1103/PhysRevLett.2.393.
  2. Brockhouse, K. R. Rao., A. D. B. Woods, Phys. Rev. Lett., Band 7, 1961, S. 93, Brockhouse u. a. Phys. Rev., Band 128, 1962, S. 93