Koinesprache

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Eine Koinesprache, Koiné oder je nach Zusammenhang auch Ausgleichssprache bezeichnet in der Linguistik eine Sprachvarietät, welche sich aus zwei oder mehreren Dialekten entwickelt. Es ist eine stabilisierte Kontaktvarietät, die charakterisiert ist durch Vermischung und anschließender Nivellierung von regionalen und sozialen Dialekten. Koinesprachen sind das Ergebnis eines Kontaktes zwischen Sprechenden von Varietäten einer Sprache, die sich gegenseitig verstehen.[1]

Unter Koineisierung versteht man die Entwicklung einer Koine. Sie tritt typischerweise in Siedlungen auf, in denen Menschen aus verschiedenen Teilen eines einzigen Sprachgebietes eingewandert sind. Im Unterschied zur Pidginsprache und Kreolsprache verstehen sich die Sprechenden bereits vor der Koineisierung.[2]

Die Koinesprache ist nicht zu verwechseln mit Koine, eine als lingua franca fungierende Varietät des Altgriechischen.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Paul Kerswill: Koineization. In: The Handbook of Language Variation and Change. John Wiley & Sons, Inc, Oxford, UK 2013, ISBN 978-1-118-33559-8, S. 519–536, doi:10.1002/9781118335598.ch24.
  2. Jeff Siegel: 7. Koine formation and creole genesis. In: Creolization and Contact. John Benjamins Publishing Company, Amsterdam 2001, ISBN 978-90-272-9771-6, S. 175, doi:10.1075/cll.23.08sie.