Kola

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Kola
Lage der Halbinsel Kola zwischen der Barentssee und dem Weißen Meer
Lage der Halbinsel Kola zwischen der Barentssee und dem Weißen Meer
Gewässer 1 Barentssee
Gewässer 2 Weißes Meer
Geographische Lage 67° 41′ 18,1″ N, 35° 56′ 37,5″ OKoordinaten: 67° 41′ 18,1″ N, 35° 56′ 37,5″ O
Kola (Föderationskreis Nordwestrussland)
Kola
Länge 370 km
Breite 244 km
Fläche 100.000 km²
Karte (1635) von Willem Janszoon Blaeu
Karte (1635) von Willem Janszoon Blaeu

Kola (russisch Кольский полуостров, kildinsamisch, Куэлнэгк нёаррк, finnisch Kuolan niemimaa, nordsamisch Guoládatnjárga) ist eine Halbinsel in Fennoskandinavien. Politisch gehört sie zu Russland in der Oblast Murmansk (nördlicher Rand des europäischen Landesteils). Die Halbinsel am Nordrand des Weißen Meeres wird von Russen und von Samen bewohnt. Als Grenze zum restlichen Festland kann man die Linie zwischen dem Ende der Kandalakscha-Bucht, dem Imandra-See und der Kola-Bucht betrachten. Die Gebirge der Chibinen, der Lowosero-Tundra und des Keiwy-Hochlands liegen mittig auf der Halbinsel. Der nördliche Küstenstreifen der Halbinsel wird auch als Murmanküste bezeichnet.

Klima[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Klima der Halbinsel ist heterogen: im Norden wegen der Erwärmung durch warme Meeresströmungen subarktisch, zur Mitte der Halbinsel hin zunehmend kontinental, gemäßigt kalt. Die mittleren Januar-Februar-Temperaturen reichen von −11 bis −8 °C im Norden und von −15 bis −13 °C im Zentrum, im Juli entsprechend von +8 bis +11 °C und +12 bis +14 °C. Das Land ist zwischen Oktober und Mai (im Gebirge auch Juni) schneebedeckt.

Wasserwelt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Umbosero-See

Die Halbinsel Kola wird von mehreren – teils reißenden – Flüssen durchflossen: der längste Fluss ist Ponoi, der wasserreichste – Tuloma. Außerdem zu nennen sind: Warsuga, Kola, Iokanga, Teriberka, Woronja, Umba. Ebenso reich ist die Halbinsel an Seen; die größten sind Imandra, Umbosero und Lowosero. Die Gewässer sind reich an Fischen wie Äschen, Forelle, Hecht, Lachs Maränen und anderen. In den umgebenden Meeren gibt es Heilbutt, Hering, Kabeljau, Kombu, Krabben, Lodde, Scholle.

Bodenschätze[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kola ist reich an Bodenschätzen. In den Orten Nikel und Montschegorsk wird beispielsweise im großen Stil Nickel gefördert, in anderen Orten Eisenerz sowie weitere Schwermetalle, Apatit- und Nephelin-Erze sowie Schmuck- und Edelsteine.

Dieses hat dazu geführt, dass auf Kola nahezu alle Stufen von Umweltverschmutzung, von intakter arktischer Tundra bis hin zu schwermetallvergifteten postindustriellen Abraumlandschaften, zu finden sind. Die Erze werden meistens in Kombinaten vor Ort verhüttet, was mitunter zu extremer Luftverschmutzung führt. Die Energie dazu liefert das Kernkraftwerk Kola (vier Druckwasserreaktoren Typ WWER-440), das zu Sowjetzeiten auf der Halbinsel errichtet wurde.

Ab 1970 wurde hier die sogenannte Kola-Bohrung durchgeführt, die 1994 eine Tiefe von 12.262 Metern erreichte und damit bis heute den Weltrekord als tiefste Bohrung hält.

Militärische Nutzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Halbinsel beherbergt zahlreiche Militäreinrichtungen der Nordflotte, insbesondere Basen für Atom-U-Boote und auch den ELF-Sender ZEVS.

In der Andrejewa-Bucht wurde Anfang der 1980er-Jahre ein Atommülllager für schwach radioaktiven Nuklearabfall als Provisorium (gedachter Zeitraum: 5 Jahre) eingerichtet. 2007 lagerten etwa 21.000 ausgebrannte Brennstäbe von Reaktoren sowjetischer U-Boote. Norwegen, das bereits 12,5 Millionen Euro zur Sicherung der baufälligen Hallen aufbrachte, fordert eine umfassende Sanierung der Hallen und das Verbringen der Brennstäbe in ein sicheres Endlager. Die Reaktoren selbst (mehr als 30) stehen in einem Lager in der Sajda-Bucht.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Kola – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien