Kernkraftwerk Kola

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Kernkraftwerk Kola
Block 3 und 4
Block 3 und 4
Lage
Kernkraftwerk Kola (Oblast Murmansk)
Kernkraftwerk Kola
Koordinaten 67° 28′ 0″ N, 32° 28′ 0″ OKoordinaten: 67° 28′ 0″ N, 32° 28′ 0″ O
Land: Russland
Daten
Eigentümer: Rosenergoatom
Betreiber: Rosenergoatom
Projektbeginn: 1970
Kommerzieller Betrieb: 28. Dez. 1973

Aktive Reaktoren (Brutto):

4  (1760 MW)
Eingespeiste Energie im Jahr 2006: 9.846 GWh
Eingespeiste Energie seit Inbetriebnahme: 275.825 GWh
Stand: 25. Juli 2007
Die Datenquelle der jeweiligen Einträge findet sich in der Dokumentation.
f1

Das Kernkraftwerk Kola (russisch Кольская АЭС [Audio-Datei / Hörbeispiel anhören?/i]) befindet sich im äußersten Nordwesten Russlands auf der Halbinsel Kola 20 km von der Stadt Poljarnyje Sori (russisch Полярные Зори) entfernt in der Oblast Murmansk. Eigentümer und Betreiber des Kernkraftwerkes ist das staatliche russische Monopolunternehmen Rosenergoatom.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Baubeginn des ersten Doppelblocks war am 1. Mai 1970 für den ersten Reaktor und für den zweiten am 1. Januar 1973. Der Block 1 wurde am 26. Juni 1973 zum ersten Mal kritisch, der Block 2 am 30. November 1974. Am 28. Dezember 1973 ging der erste und am 21. Januar 1975 der zweite Reaktorblock in den kommerziellen Betrieb. Im ersten Doppelblock sind zwei 440 MW WWER vom Typ WWER-440/230 der 1. Generation eingesetzt, die konstruktionsbedingt eine Reihe von Sicherheitsmängeln besitzen. Es handelt sich dabei um die ältesten noch in Betrieb befindlichen Reaktoren dieser Bauart, die auch noch über kein Containment oder zumindest Confinement (Blöcke 1 und 2) verfügen.

Am 1. April 1977 bzw. 1. August 1976 wurde mit den Bauarbeiten zum zweiten Doppelblock mit den Reaktoren Kola-3 und Kola-4 begonnen. Der Block 3 wurde am 7. Februar 1981 zum ersten Mal kritisch, der Block 4 am 7. Oktober 1984. Die Reaktoren gingen am 3. Dezember 1982 und am 6. Dezember 1984 in kommerziellen Betrieb. Der Doppelblock mit den Reaktoren 3 und 4 besitzt WWER-440/213 Reaktoren der zweiten Generation dieses Reaktortyps.

Die Reaktoren hatten ursprünglich eine Betriebserlaubnis für 30 Jahre. Nach mehreren Verlängerungen ist nun ein Betrieb von Block 1 bis 2033Vorlage:Zukunft/In 5 Jahren und von Block 2 bis 2034Vorlage:Zukunft/In 5 Jahren geplant.[1] Block 2 würde dann mit rund 60 Betriebsjahren zu den am längsten betriebenen Reaktorblöcken weltweit gehören.[1] Auch die Betriebserlaubnis für Block 3 wurde bis 2036Vorlage:Zukunft/In 5 Jahren verlängert. Block 4 sollte 2014 abgeschaltet werden.[2] Inzwischen ist sein Weiterbetrieb bis 2029 geplant.[1]

Am 15. Januar 2010 explodierte ein Transformator, wodurch Teile des Umspannwerks beschädigt wurden und die Stromversorgung stundenlang ausfiel.[3]

Die Blöcke 1 und 2 haben mittlerweile das Alter von 40 Jahren überschritten, welches bei westlichen KKW ursprünglich (heute kann es nach einer Top to Bottom-Untersuchung und mit einem rigiden Alterungs-Monitoring überschritten werden) als ultimatives Stilllegungs-Datum galt.[4]

Kernkraftwerk Kola II[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es ist geplant, am Standort Kola ein Nachfolgekraftwerk Kola II zu bauen. Geplant waren zwei Reaktoren des Typs WWER-1200 in Bauform eines AES-2006.[5] Mittlerweile wird der Reaktortyp WWER-600 projektiert. Der Baubeginn soll 2024Vorlage:Zukunft/In 4 Jahren stattfinden.[6]

Daten der Reaktorblöcke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Kernkraftwerk Kola hat vier Blöcke:

Reaktorblock[2] Reaktortyp Netto-
leistung
Brutto-
leistung
Baubeginn Netzsyn-
chronisation
Kommer-
zieller Betrieb
Abschal-
tung
Kola 1 WWER-440/230 411 MW 440 MW 01.05.1970 29.06.1973 28.12.1973 2033 geplant
Kola 2 WWER-440/230 411 MW 440 MW 01.05.1970 09.12.1974 21.02.1975 2034 geplant
Kola 3 WWER-440/213 411 MW 440 MW 01.04.1977 24.03.1981 03.12.1982 (2026Vorlage:Zukunft/In 5 Jahren geplant)[7]
Kola 4 WWER-440/213 411 MW 440 MW 01.08.1976 11.10.1984 06.12.1984 (2029Vorlage:Zukunft/In 5 Jahren geplant)[7]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c One of Russia’s oldest nuclear reactors set to run until 2034. 2. Januar 2020, abgerufen am 2. April 2020 (amerikanisches Englisch).
  2. a b Power Reactor Information System der IAEA: „Russian Federation: Nuclear Power Reactors“ (englisch)
  3. Reinhard Wolff: Reaktorunfall in Russland vertuscht – taz.de. die tageszeitung. 3. Februar 2010. Abgerufen am 11. Februar 2010.
  4. HSK: Jahresbericht 2002 der regulatorischen Sicherheitsforschung
  5. World Nuclear Association - "Nuclear Power in Russia"
  6. Kola plant director stumps for new nuclear capacity that no one needs. 6. Dezember 2017, abgerufen am 2. April 2020 (amerikanisches Englisch).
  7. a b Archivierte Kopie (Memento des Originals vom 17. August 2014 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.mbnews.ru

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Kernkraftwerk Kola – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien