Kollegialsystem

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Das Kollegialsystem ist eine Organisation der Führungsspitze einer Instanz (z. B. eines Unternehmens). Alle Mitglieder der Instanz haben im Wesentlichen gleiche Rechte hinsichtlich der Willensbildung in dieser Instanz. Die Entscheidung kann hier mit einfacher Mehrheit, mit qualifizierter Mehrheit oder durch einstimmige Beschlüsse fallen.[1]

Riester unterscheidet:[2]

- Primatkollegialität: Ein Mitglied des Kollegiums ist Primus inter pares. Er führt den Vorsitz und entscheidet bei Stimmengleichheit.

- Abstimmungskollegialität: Alle Mitglieder des Kollegiums sind gleichberechtigt. Beschlüsse werden dabei entweder nach dem Einstimmigkeitsprinzip oder nach dem Majoritätsprinzip gefasst.

- Ressortkollegialität: Jedes Mitglied ist für einen bestimmten Bereich (Ressort) im Unternehmen zuständig und hat die Befugnis dort die Entscheidungen zu treffen. Bereichsübergreifende Entscheidungen werden weiterhin von allen Mitgliedern gemeinsam getroffen.

- Kassationskollegialität: Mehrere gleichberechtigte Personen können nur gemeinsam handeln. Wenn eine dem Vorhaben der anderen widerspricht, muss die Handlung unterbleiben. Eine Person kann auch die von anderen getroffene Entscheidung aufheben oder aufschieben.

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Lexikon der Bundeszentrale für politische Bildung (Memento vom 27. August 2009 im Internet Archive)
  2. Erich Kosiol: Organisation der Unternehmung, Wiesbaden 1962, S. 118 f.