Kolpokleisis

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Kolpokleisis (von griechisch κόλπος kólpos „Mutterschoß“, „Scheide“; κλειδώνω kleiosis „verschließen“) nennt man einen operativen Verschluss der Vagina.

Die Kolpokleisis wurde früher häufiger, heute jedoch nur noch selten zur Behandlung eines Scheiden-Gebärmutter-Vorfalls durchgeführt.[1] Durch verbesserte Narkosemöglichkeiten, intensivere internistische Vorbereitung der Patientinnen vor und verbesserte Betreuung nach einer Operation, wurden die scheidenverschließenden Operationsverfahren zunehmend durch die vaginale Gebärmutterentfernung mit Scheidenplastik ersetzt.

Eine Kolpokleisis ist ein relativ einfacher, wenig invasiver, wenig belastender und kurzdauernder Eingriff, der teilweise auch in Lokalanästhesie durchgeführt werden kann. Damit sind solche Eingriffe besonders für ältere multimorbide Patientinnen geeignet, die keinen Geschlechtsverkehr mehr haben. Nachteile der verschiedenen Varianten sind eine größere Rezidivhäufigkeit, eine häufige (sekundäre) Belastungsinkontinenz, sowie die Unzugänglichkeit bzw. schlechte Zugänglichkeit bei späteren Erkrankungen der Gebärmutter.

Die gebräuchlichsten, mehrfach modifizierten, scheidenverschließenden Operationen sind die:

  • Subtotale Kolpokleisis nach Labhardt[2]
  • Subtotale Kolpokleisis nach Neugebauer-LeFort[3][4]
  • Querriegelkolporrhaphie nach Döderlein[5]
  • Kolpokleisis nach Conill[6]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. S. Abbasy, K. Kenton: Obliterative procedures for pelvic organ prolapse. In: Clin Obstet Gynecol. Band 53, Nr. 1, März 2010, S. 86–98, doi:10.1097/GRF.0b013e3181cd4252, PMID 20142646.
  2. Alfred Labhardt: Kolpoperineokleisis subtotalis. Prolapsoperation bei alten Frauen. In: Zbl Gynäkol. 56 (1932), S. 834.
  3. L. A. Neugebauer: Einige Worte über die mediane Vaginalnaht als Mittel zur Beseitigung des Gebärmuttervorfalls. In: Zbl Gynäkol. 5 (1881), S. 25.
  4. LeFort: Nouveau procédé pour la guérison du prolapsus utérin. In: Bull Gén Ther. (Paris) 92 (1877), S. 337.
  5. G. Döderlein, W. Schink: Die Querriegel-Operationen. In: Zbl Gynäkol. 82 (1960), S. 1551.
  6. V. Conill: Ambulatorische Kolpoepisiokleisis bei senilem Prolapsus. In: Z Geburtsh Gynäkol. 136 (1952), S. 113.
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