Kommandoflagge

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Rangflagge eines Commodore der Royal Navy

Die Kommandoflagge (auch Rangflagge, bei der Marine Kommandozeichen, in der Schweiz Fanion genannt) ist ein bei verschiedenen Streitkräften eingeführtes Zeichen, durch das der Standort eines höheren Befehlshabers gekennzeichnet wird.

Deutschland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Marine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Deutsche Marine kennt der Rangfolge nach aufsteigend folgende Kommandozeichen, die seit der Zeit der Kaiserlichen Marine mit nur geringen Veränderungen geführt werden.

Deutsches Reich und Bundesrepublik Deutschland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kommandantenwimpel

Kommandantenwimpel: Das Völkerrecht verpflichtet jeden Kommandanten eines in Dienst befindlichen Kriegsschiffes, neben der Seekriegsflagge („Dienstflagge der deutschen Seestreitkräfte“) den Kommandantenwimpel zu fahren, sofern er Offizier ist.[1] Der Kommandantenwimpel ist aus weißem Flaggentuch und an der Stockseite mit einem schwarzen Eisernen Kreuz bedruckt. Eine Sonderform ist der Heimatwimpel, der nach einjähriger Abwesenheit vom Heimathafen gesetzt werden darf. Er reicht von der Mastspitze bis ins Kielwasser des Schiffes.

Divisionsstander: Zum Führen des Divisionsstanders ist der Führer einer Division berechtigt, einer Untergliederung eines Geschwaders. Als Divisionsführer werden regelmäßig die stellvertretenden Kommandeure von Bootsgeschwadern eingesetzt. Der Divisionsstander ist ebenfalls aus weißem Flaggentuch gefertigt und mit einem schwarzen Eisernen Kreuz am stehenden Liek bedruckt, das etwas weniger als die volle Höhe des Standers einnimmt.

Tender Donau (A 69) mit Geschwaderstander

Geschwaderstander: Zum Führen des Geschwaderstanders ist der Kommandeur eines Geschwaders berechtigt, sofern er sich an Bord einer seegehenden Einheit eingeschifft hat. Der Geschwaderstander misst auf größeren Schiffen etwa 1 m x 1,5 m und ist doppelt gestandert, d. h. rechtwinklig am auswehenden Liek eingeschnitten („Schwalbenschwanz“). Er ist ebenfalls aus weißem Flaggentuch gefertigt und mit einem schwarzen Eisernen Kreuz am stehenden Liek bedruckt, das die volle Höhe des Standers einnimmt.

Gruppenstander: Führt ein Offizier einen Verband aus Fahrzeugen, die ihm nicht auch truppendienstlich unterstehen, so führt er einen Gruppenstander. Der Gruppenstander entspricht dem Geschwaderstander im Aussehen, wird jedoch nicht im Mast, sondern in der Steuerbord-Rah geführt.

Flottillenstander: Zum Führen des Flottillenstanders ist der Kommandeur einer Flottille berechtigt, sofern er sich an Bord einer seegehenden Einheit eingeschifft hat und nicht Flaggoffizier ist (was aber die Regel ist, weshalb dieser Stander nur sehr selten Verwendung findet). Die Form ist gleich wie beim Geschwaderstander, jedoch wird dieser Stander als Banner geführt, d. h., er wird auf einen Stock aufgezogen, der an beiden Enden mit goldenen Kappen abschließt und mittig befestigt gesetzt wird.

Personalflaggen: Sie sind strenggenommen keine Kommandozeichen, sondern Flaggen, die den Dienstgrad des Offiziers, der zu ihrer Führung berechtigt ist, anzeigen (daher die Bezeichnung Flaggoffizier). Da Flaggoffiziere in der Regel Kommandoinhaber sind, zählt man die Personalflaggen ebenfalls zu den Kommandozeichen. Sie sind alle von quadratischer Form und aus weißem Flaggtuch gefertigt. Über die ganze Fläche erstreckt sich ebenfalls ein schwarzes Eisernes Kreuz. In den vier Fächern, die das Eiserne Kreuz freilässt, werden zur Anzeige des Dienstgrades schwarze Punkte hinzugefügt, je weniger, desto höher der Dienstgrad: drei – Flottillenadmiral, zwei – Konteradmiral, einer – Vizeadmiral, keiner – Admiral.

Siehe auch: Flaggoffizier

Bootswimpel: Zusätzlich sind Flaggoffiziere und Generale berechtigt, sogenannte Bootswimpel an Beibooten militärisch besetzter Kriegsschiffe zu führen, die den Rangzeichen an Kraftfahrzeugen nachempfunden sind: Für Admirale sind dies goldene Sterne auf dunkelblauem Grund, für Generale des Heeres goldene Sterne auf rotem, bei Luftwaffe auf hellblauem Grund. Hier gilt: Admiral/General – vier Sterne, Vizeadmiral/Generalleutnant – drei Sterne, Konteradmiral/Generalmajor – zwei Sterne, Flottillenadmiral/Brigadegeneral – ein Stern.

Die Kaiserliche Marine kannte außerdem folgende Admiralsflaggen:

Für die Kriegsmarine wurden für die höheren Befehlshaber neue Flaggen geschaffen, die sich an denen der Kaiserlichen Marine orientierten.

Volksmarine der DDR[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Nationalen Volksarmee der Deutschen Demokratischen Republik wurden die traditionellen deutschen Flaggen nicht übernommen. Die neuen Flaggen orientierten sich zum Teil an denen der Sowjetischen Marine.

Heer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beim Heer der Bundeswehr werden Kommandoflaggen in Form jener des Deutschen Reiches verwendet, nur werden (wie in der Marine des Deutschen Bundes) die Farben Schwarz-Rot-Gold benutzt. Zudem wurden neue Kommandoflaggen für Einheiten bis auf Kompanieebene eingeführt. Diese sind mit der Waffenfarbe der jeweilige Truppengattung hinterlegt.[2][3]

Luftwaffe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Italien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Marine des Königreichs Italien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Litauen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Niederlande[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der niederländischen Marine unterscheidet man zwischen Kommandoflaggen, die für die Funktion, und Rangflaggen, die für den Rang stehen.[4]

Österreich[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Norwegen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Löwe auf den Flaggen des Verteidigungsministers und des Oberbefehlshaber entsprechen jenem auf dem Staatswappen Norwegens. Als dieser 1937 auf dem Wappen stilisiert wurde, geschah dasselbe mit den Löwen auf den Flaggen. Die Kommandozeichen der Flaggoffiziere sind seit 1905 unverändert.[5]

Marine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heer und Luftwaffe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Portugal[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Flagge Portugals

Marine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schweiz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fanions der Schweizer Armee

In der Schweizer Armee führen die Kommandanten der großen Verbände (Korpskommandanten, Divisionäre, Brigadiere) sowie der Chef der Armee und im Kriegsfall der General Fanions als Erkennungs- oder Standortzeichen. Im Gegensatz zu Fahnen und Standarten werden sie weder geehrt noch gegrüsst. Der Träger des Fanion, ein Unteroffizier, begleitet den Kommandanten zu militärischen Zeremonien wie Vorbeimärschen, Offiziersrapporten, Beerdigungen, Verabschiedungen, Kommandoübergaben usw.[6]

Die Idee zur Einführung von Kommandostandarten oder Standortzeichen für den General und die Kommandanten von Heereseinheiten dürfte von schweizerischen Offizieren stammen, die im 19. Jahrhundert zur Ausbildung oder bei Manövern in ausländischen Armeen weilten. Fanions des Generals, der Korps- und Divisionskommandanten werden im «Reglement über die Bekleidung und Ausrüstung der schweizerischen Armee» vom 11. Januar 1898 erwähnt. Mit der Schaffung selbständiger Gebirgsbrigaden als Heereseinheiten mit der Truppenordnung 1938 erfolgte die Einführung der Brigadefanions, die ebenfalls eine querrechteckige Form aufweisen, aber im Gegensatz zu den Divisionsfanions in den Farben Rot und Weiß gespalten sind.[7]

Vereinigtes Königreich[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Royal Navy[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Royal Air Force[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vereinigte Staaten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

US Navy[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

US Coast Guard[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

US Army[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

US National Guard[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Kommandanten von kleinen Hilfsschiffen und Landungsbooten sind meistens Portepée-Unteroffiziere.
  2. Command Flags and Pennants of Army Units (Germany) (engl), Flags of the World, abgerufen 26. Februar 2009
  3. Flags of the Armed Forces (Germany) (engl), Flags of the World, abgerufen 26. Februar 2009
  4. Flags of the World - Command and Rank flags (The Netherlands)
  5. Flags of the World - 'Pure' National Rank Flags - 1905-
  6. Reglement 51.340 d "Der Umgang mit Fahnen, Standarten und Fanions (Fahnenreglement)" der Schweizer Armee vom 1. Januar 2008, S. 18.
  7. Fahnenreglement, S. 48.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Flaggen Nazi-Deutschlands – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien