Kompaktkurbel

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FSA-Kompaktkurbel 50/34 Zähne

Unter Kompaktkurbel versteht man eine besondere Variante einer Tretkurbel, die vor allem bei Rennrädern verwendet wird. Mit der Kompaktkurbel sollen die Vorteile von Kettenschaltungen mit zwei und mit drei Kettenblättern vereint werden.

Klassische Zweifachkurbeln am Rennrad haben zum Anschrauben der Kettenblätter an den Kurbelstern einen Lochkreis-Durchmesser von 130 oder 135 mm je nach Hersteller (eine historische Norm war auch 144 mm), wodurch das kleine Kettenblatt aufgrund des vorgegebenen Durchmessers des Lochkreises nicht weniger als 38 respektive 39 Zähne (bzw. 42 Zähne bei älteren Lochkreisnormen) haben kann. Das bedeutet, dass keine sehr kleine Entfaltung möglich ist. Radfahrer müssen an steilen Anstiegen daher mindestens ungefähr 15 km/h schnell fahren, wenn sie eine unergonomische, niedrige Trittfrequenz vermeiden wollen.

Ein möglicher Ausweg ist eine Tretkurbel mit drei Kettenblättern, wie sie bei typischen Mountainbike-Schaltgruppen verwendet wird. Üblich ist dabei für das kleine Kettenblatt eine gesonderte Verschraubung mit einem Lochkreis von 74 mm, was Kettenblätter ab 24 Zähnen ermöglicht. Ein Nachteil von Dreifachkurbeln ist das höhere Gewicht, welches sich insbesondere bergauf bemerkbar macht. Außerdem empfinden viele Rennradfahrer Dreifachkurbeln als unästhetisch.

Der Kompromiss ist eine Zweifachkurbel mit einem kleineren Lochkreis, üblicherweise 110 mm, der bereits seit langem beim Cyclocross die Norm war. Das ermöglicht Kettenblätter ab 33 Zähnen, was die Bergtauglichkeit im Vergleich zur klassischen Zweifachkurbel deutlich verbessert, wenn auch nicht die kleinen Entfaltungen möglich sind, die mit Dreifachkurbeln realisierbar wären. Das große Kettenblatt von Kompaktkurbeln hat üblicherweise 48 oder 50 Zähne. Ein Nachteil der Kompaktkurbel im Vergleich zur klassischen Zweifachkurbel ist, dass ein bis zwei große Gänge (für hohe Geschwindigkeiten) fehlen. Außerdem ist der Übersetzungssprung zwischen großem und kleinem Kettenblatt vergleichsweise groß, was den Komfort beim Schalten senkt.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Frank Lewerenz, Martin Kaindl, Tom Linthaler: Das Rennrad Technikbuch. 1. Auflage. Pietsch Verlag, Stuttgart 2005, ISBN 3-613-50486-3.