Kongeegen

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Kongeegen im Oktober 2008
Kongeegen im März 2008

Kongeegen (deutsch die Königseiche) ist eine Stieleiche, die mit einem Alter von 1400[1] bis 2000 Jahren nicht nur als ältester Baum Dänemarks gilt[1][2], sondern vermutlich auch die älteste Eiche Nordeuropas[3][2] ist. Die nur noch aus Resten bestehende Eiche befindet sich im Naturschutzgebiet Jægerspris Nordskov, das zwischen der nordseeländischen Stadt Jægerspris und der Ortschaft Kulhuse auf der Halbinsel Hornsherred liegt.

Eigentümer der Kongeegen ist die Stiftung Kong Frederik den syvendes stiftelse paa Jægerspris, die sich nach Friedrich VII. benennt. Der dänische König verabredete sich bei seinen Ausritten an der Eiche mit der Gräfin von Danner[2] und verhalf dem Baum so zum Namen „Königseiche“. Erstmals beschrieben wurde Kongeegen 1813 vom dänischen Historiker Christian Molbech (1783–1857). In der Zeit war der Baum bereits derart ausgehöhlt, dass in seinem Inneren drei ausgewachsene Personen Platz fanden.[4]

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Stammesumfang von gegenwärtig zehn bis elf[2] Metern betrug 1965 noch über 14 Meter. Im gleichen Jahr wurde eine Höhe von 17 Metern und ein Durchmesser von 4,45 Metern gemessen.[1]

Um das Jahr 1600 war der Baum bereits von innen morsch. Und da er auf feuchtem, unzugänglichen Terrain steht, von dem sich Holz nur schwer wegtransportieren ließ[2], blieb die Eiche trotz ihrer riesigen Ausmaße von größerem Holzschlag verschont. Nachdem 1973 der letzte große Ast abbrach, fiel der hülsenartige Baumstamm zur Hälfte zusammen. Zur Schadensbegrenzung halfen seitdem einzelne Pfropfen, die erfolgreich zum Erhalt der Eiche beitrugen.[3]

Krankheitsbäume[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nur wenige Bäume sind so alt, dass sie in die Vorzeit zurückreichen. So findet man keinen mehr der an eine ungebrochene Tradition angeknüpft. Aber bestimmte Handlungen an Bäumen können aus der von Vorzeit auf jüngere Bäume übertragen worden sein. Dies gilt für die "Krankheitsbäume", von denen man einzelne an verschiedenen Stellen im Lande findet. Die Form einiger ähnelt einem engen Tor, durch das man Kinder zog, damit sie bestimmte Krankheiten loswerden. Bei der Passage durch das Tor wurde die Krankheit abgestreift und das Kind neu geboren. Zumeist war das Kind nackt, und nach dem Vorgang befestigte man ein Stück Stoff von seiner Kleidung an dem Baum, der dadurch "heilig" wurde und nicht gefällt werden durfte (sh auch Clootie Well bzw. Rag tree). Die Kleidungsstücke am Baum sind keine Opfer, sondern wurden aufgehängt, um die Krankheit an ihn zu binden. Sie zu entfernen war mit Ansteckungsgefahr verbunden.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Peter V. Glob: Vorzeitdenkmäler Dänemarks. Wachholtz, Neumünster 1968 S. 262

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Kongeegen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Dansk Dendrologisk Forening: Kongeegen. Abgerufen am 8. Februar 2011 (dänisch, englisch)
  2. a b c d e Helge V. Qvistorff: Berømte Danske Træer. 1. Auflage. Danmarks Radio Forlaget, Kopenhagen 1995, ISBN 877-047522-9, Kongeegen, S. 12 ff. (dänisch).
  3. a b Kong Frederik den syvendes stiftelse paa Jægerspris: De Tusindeårige Ege. Abgerufen am 8. Februar 2011 (dänisch)
  4. Den Store Danske: Kongeegen. Abgerufen am 8. Februar 2011 (dänisch)

Koordinaten: 55° 54′ 37″ N, 11° 59′ 21″ O