Kongehøjen (Voldstedlund)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Kongehøjen bei Voldstedlund)
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Der Kongehøjen (dt. Königshügel) bei Voldstedlund liegt an der Zufahrt des namengebenden Gehöfts, 3,5 km westlich von Mariager in Jütland. Der in Dänemark nicht seltene Name Kongehøjen ist für dieses Denkmal gut gewählt, da er einer von Dänemarks am besten erhaltenen zweikammerigen Langdolmen[1] ist. Diese Megalithanlagen stammen aus der Jungsteinzeit, etwa 3500–2800 v. Chr., und sind Anlagen der Trichterbecherkultur (TBK). Neolithische Monumente sind Ausdruck der Kultur und Ideologie neolithischer Gesellschaften. Ihre Entstehung und Funktion gelten als Kennzeichen der sozialen Entwicklung.[2]

Kongehøjen von Voldstedlund

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Hügel ist fast 52 m lang und 22 m breit. Seine vollständig erhaltenen 62 Randsteine sind an den Stirnseiten mit bis zu 3 m besonders groß. Der Hügel bedeckt zwei gut erhaltene polygonale Kammern, deren sehr enge Zugänge mit Schwellensteinen auf der Südseite liegen. Die polygonalen Kammern sind aus großen Findlingen gebaut, die mit Trockenmauerwerk zwischen den Tragsteinen abgedichtet sind. Jede Kammer wird von einem riesigen 10 bis 15 Tonnen wiegenden Stein bedeckt. Die innere Kammerhöhe misst 1,9 m bzw. 1,6 m.

Das Dänische Nationalmuseum hat dieses Denkmal 1961 ausgegraben und restauriert. Die größere östliche Kammer war leer, aber die kleinere westliche war unberührt. Eine Lage großer Steine bedeckte den Boden. Unter ihnen lagen Bernsteinperlen und Pfeilspitzen, als Überreste der Grabbeigaben. Oberhalb lag das Teilskelett eines Rindes. Vermutlich gehört es zu einem während der Nutzungsphase dargebrachten Opfer. Artefakte wurden auch im Gang gefunden.

Etwa 200 m westlich liegen die Megalithanlagen Jordhøj und Ormehøj.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Peter V. Glob: Vorzeitdenkmäler Dänemarks. Wachholtz, Neumünster 1968.
  • Carsten Paludan-Müller: Stenaldergrave omkring Randers - otte Landskaber med Tidsdybde In: Årbog 1996 Kulturhistorisk Museum Randers S. 44 ff ISBN 87-88732-09-6

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Langdysser ist die in Dänemark gebräuchliche Bezeichnung für Dolmen die in einem rechteckigen oder trapezoiden Hünenbett liegen, im Gegensatz dazu sind Runddolmen bzw. Runddysser jene Dolmen, die im Rundhügel liegen
  2. Johannes Müller: Neolithische Monumente und neolithische Gesellschaften. In: Hans-Jürgen Beier, Erich Claßen, Thomas Doppler, Britta Ramminger (Hrsg.): Varia neolithica VI. Neolithische Monumente und neolithische Gesellschaften. Beiträge der Sitzung der Arbeitsgemeinschaft Neolithikum während der Jahrestagung des Nordwestdeutschen Verbandes für Altertumsforschung e.V. in Schleswig, 9.–10. Oktober 2007 (= Beiträge zur Ur- und Frühgeschichte Mitteleuropas. Bd. 56). Beier & Beran, Langenweißbach 2009, ISBN 978-3-941171-28-2, S. 7–16, hier S. 15.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Koordinaten: 56° 38′ 11,1″ N, 9° 55′ 19,1″ O