Polygonaldolmen

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Grundrissschema eines Polygonaldolmens
3 Polygonaldolmen im gemeinsamen Hünenbett

Der Polygonaldolmen ist eine optisch besonders ansprechende Architektur und dient daher, oftmals abgebildet, als der Urtyp des Dolmens[1]. Er kommt im Norden der dänischen Insel Seeland, in der schwedischen Provinz Bohuslän und auf der Kimbrischen Halbinsel z. B. Troldkirken in (Jütland) besonders oft vor. In Schleswig-Holstein ist der Polygonaldolmen mit 11 Exemplaren vertreten. In Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern (Polygonaldolmen von Lexow) und Sachsen-Anhalt (Großsteingräber bei Lüdelsen) sind nur vereinzelte Exemplare vertreten. Neolithische Monumente sind Ausdruck der Kultur und Ideologie neolithischer Gesellschaften. Ihre Entstehung und Funktion gelten als Kennzeichen der sozialen Entwicklung.[2]

Fünf bis neun Tragsteine bilden den polygonalen Kammergrundriss. Ein einzelner oft besonders großer Deckstein liegt auf. Ein vorgebauter Gang ist zwar obligatorisch, aber oft nicht erhalten. Im Dithmarschen bilden die Rechteck- und Polygonaldolmen von Albersdorf einen Schwerpunkt. Der Brutkamp gehört zu den eindrucksvollsten Anlagen des Typs. Typologisch betrachtet ragt die Kammer von Hemmelmark, Kreis Rendsburg-Eckernförde, mit der ungewöhnlichen Größe von 2,8 × 2,25 m und der Abtrennung eines Quartieres durch aufrecht stehende Platten heraus. Polygonaldolmen kommen seltener in Hünenbetten (Schülldorf, Kreis Rendsburg-Eckernförde) und häufiger in Rundhügeln vor. (z.B. Dannewerk, Eckernförde, Haßmoor und Süderende).

Ursprünglich ging man nach Ekkehard Aner und Johannes Brøndsted aufgrund des näherungsweise runden Baus von einem westlichen Ursprung dieses Typs aus. Diese Ansichten sind seit der umfassenden Untersuchung von Ewald Schuldt in Mecklenburg-Vorpommern, der die autochthone Entstehung der unterschiedlichen Typen herausstellt, widerlegt.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Jutta Roß: Megalithgräber in Schleswig-Holstein. Untersuchungen zum Aufbau der Grabanlagen nach neueren Ausgrabungsbefunden. Kovač, Hamburg 1992, ISBN 3-86064-046-1 (Zugleich: Hamburg, Univ., Magisterarbeit, 1987).
  • Ewald Schuldt: Die mecklenburgischen Megalithgräber. Untersuchungen zu ihrer Architektur und Funktion. Deutscher Verlag der Wissenschaften, Berlin 1972 (Beiträge zur Ur- und Frühgeschichte der Bezirke Rostock, Schwerin und Neubrandenburg. 6, ISSN 0138-4279).
  • Jürgen E. Walkowitz: Das Megalithsyndrom. Europäische Kultplätze der Steinzeit. Beier & Beran, Langenweißbach 2003, ISBN 3-930036-70-3 (Beiträge zur Ur- und Frühgeschichte Mitteleuropas. 36).

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Diese Feinunterteilung der Dolmen in Untertypen ist nur in Deutschland üblich. In den Niederlanden und Polen kommen diese Typen nicht vor. In Dänemark und Schweden wird nur nach Dolmen (Dysse, Döse) und Ganggrab unterschieden. Dafür wird in Dänemark bei Dolmen der Hügel in die Nomenklatur einbezogen (Rund- und Langdysse)
  2. J. Müller In: Varia neolithica VI 2009 S. 15