Konstitutionssäule (Gaibach)

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Die Konstitutionssäule im Schlosspark

Die Konstitutionssäule in Gaibach ist eines der Wahrzeichen des unterfränkischen Dorfs. Sie befindet sich im Schlosspark auf dem Hügel des Sonnenbergs etwas abseits der Staatsstraße 2271.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Grundsteinlegung der Gaibacher Konstitutionssäule, Ölgemälde von Peter von Hess, 1822/1823

Ausschlaggebend für den Bau der Säule war die bayerische Verfassung von 1818. König Max Joseph beschränkte seine Rechte selbst und ließ eine gewählte Volksvertretung an seiner Seite mitregieren. Die Idee zur Errichtung hatte Graf Franz Erwein von Schönborn, der als mediatisierter Fürst all seine Rechte 1803 aufgeben musste und dennoch die Idee einer magna charta Bavariae befürwortete.[1]

Als Architekt wurde Leo von Klenze gefunden, dessen Pläne zum Bau vom Grafen mehrfach umgearbeitet wurden. Die Grundsteinlegung fand am 26. Mai 1821 statt.[2] Anwesend war Kronprinz Ludwig und mehrere Würdenträger aus Würzburg. Nach einem Gottesdienst in der Gaibacher Dreifaltigkeitskirche fuhr man den Berg hinauf. Ein 1823 entstandenes Ölgemälde von Peter von Hess fasst die Zeremonie zusammen.

Die Einweihung der Konstitutionssäule fand am 22. August 1828 statt. Wiederum war Ludwig, mittlerweile König Ludwig I., unter den Ehrengästen. Mehrere Gedenkmünzen wurden von dem Ereignis geprägt; die Feier der Einweihung wurde Jahr für Jahr wiederholt. Erst 1831 endeten diese Jubiläen, als Ludwig I., unter dem Eindruck der Julirevolution in Frankreich seinen Reformkurs beendete.

Im Jahr 1832 kamen zum Jahrestag der Einweihung Menschen, die, ausgerüstet mit schwarz-rot-goldenen Fahnen, die Einheit Deutschlands herbeiführen und ähnlich dem Hambacher Fest ein Zeichen für diese Einigung setzen wollten. Auch der bis 1832 als Bürgermeister Würzburgs tätige Wilhelm Joseph Behr rief dort zur Fortentwicklung der bayerischen Verfassung auf.[3] Die Initiatoren dieser Veranstaltung wurden verhaftet und die Säule in den Folgejahren zum Ausflugsziel herabgestuft.

Erst 1968, im Jahr der 150-Jahr-Feier der Verfassung, kamen erneut Menschen an die Konstitutionssäule. Sie hielten Reden auf den Beginn der Konstitutionalisierung in Bayern. Die Säule wird heute vom Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege unter der Nummer D-6-75-174-257 geführt.[4]

Architektur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Säule präsentiert sich als 32 m hohes Monument. Der Säulenfuß ist dreifach gegliedert. Die klassizistische Form erinnert an die Trajanssäule in Rom. 20 Kannelüren führen bis zur Aussichtsplattform. Eine Widmungsinschrift lautet: „Der Verfassung Bayerns, ihrem Geber Max Joseph, ihrem Erhalter Ludwig zum Denkmale“.[5]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Herbert Meyer: Die Konstitutionssäule und ihre Geschichte. In: Ute Feuerbach (Hrsg.): Unsere Mainschleife. Beiträge zu Kunst und Geschichte an der Volkacher Mainschleife. Volkach 2008.
  • Karl Treutwein: Von Abtswind bis Zeilitzheim. Geschichtliches, Sehenswertes, Überlieferungen. Volkach 1987.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Konstitutionssäule (Gaibach) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Meyer, Herbert: Die Konstitutionssäule und ihre Geschichte. S. 181.
  2. Treutwein, Karl: Von Abtswind bis Zeilitzheim. S. 86.
  3. Ulrich Wagner: Bürgermeister Wilhelm Joseph Behr – Vorkämpfer der Demokratie. In: Ulrich Wagner (Hrsg.): Geschichte der Stadt Würzburg. 4 Bände; Band III/1–2: Vom Übergang an Bayern bis zum 21. Jahrhundert. Theiss, Stuttgart 2007, ISBN 978-3-8062-1478-9), S. 58–60 und 1253.
  4. Geodaten: Denkmalnummer D-6-75-174-257, abgerufen am 30. April 2013.
  5. Haus der Bayerischen Geschichte: Konstitutionssäule Gaibach, abgerufen am 30. April 2013.

Koordinaten: 49° 53′ 52,35″ N, 10° 13′ 26,99″ O