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Kopfräude

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Als Kopfräude bezeichnet man eine durch Milben hervorgerufene Parasitose bei Tieren mit einer begrenzten Lokalisation auf den Kopf. Die Kopfräude kommt bei Hauspferd,[1] Hausrind, Hausziege, Hausschaf, Haushund, Hauskatze und Hauskaninchen vor.[2] Bei einer auf das Ohr begrenzten Lokalisation spricht man von einer Ohrräude.[3]

Häufigster Auslöser sind die tierartlich spezifischen Unterarten der Räudemilbe (Sarcoptes scabiei), wobei hier eine Tendenz zur Ausbreitung auf den ganzen Körper besteht.[4] Bei der Katze ist es vor allem Notoedres cati (→ Kopfräude der Katze)[5], bei Kaninchen Notoedres cuniculi[6], beim Meerschweinchen Trixacarus caviae[7] und beim Rind Psoroptes bovis.[8]

Die Kopfräude ist durch starken Juckreiz und schwere Hautveränderungen mit Belägen, Krusten, Hautverdickung (Hyperkeratose, Lichenifikation) und Haarausfall gekennzeichnet.[8]

Die Behandlung erfolgt durch akarizid wirksame Arzneistoffe wie Organophosphate, Avermectine oder Isoxazoline. Bei lebensmittelliefernden Tieren sind die Bestimmungen der Verordnung (EG) Nr. 470/2009 über Rückstandshöchstmengen pharmakologisch wirksamer Stoffe in Lebensmitteln tierischen Ursprungs zu beachten. Es muss stets der gesamte Bestand behandelt werden.[9]

Einzelnachweise

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  1. Hanns-Jürgen Wintzer: Krankheiten des Pferdes: ein Leitfaden für Studium und Praxis. Georg Thieme Verlag, 1999, ISBN 978-3-82633280-7, S. 475.
  2. Josef Boch: Veterinärmedizinische Parasitologie. Georg Thieme Verlag, 2006, ISBN 978-3-83044135-9, S. 256, S. 544, S. 572.
  3. Josef Boch: Veterinärmedizinische Parasitologie. Georg Thieme Verlag, 2006, ISBN 978-3-83044135-9, S. 542.
  4. Wolfgang Baumgärtner: Pathohistologie für die Tiermedizin. 2. Auflage. Georg Thieme Verlag, 2012, ISBN 978-3-83041183-3.
  5. Wieland Beck: Kopfräude bei der Katze durch Notoedres cati (Acari:Sarcoptidae) – Erregerbiologie, Pathogenese, Klinik, Diagnose und Therapie. In: Kleintierpraxis. 42 (2000), S. 715–722.
  6. Heinz Mehlhorn: Die Parasiten der Tiere: Erkrankungen erkennen, bekämpfen und vorbeugen. Springer-Verlag, 2012, ISBN 978-3-82742268-2, S. 408.
  7. Wieland Beck, Nikola Pantchev: Praktische Parasitologie bei Heimtieren: Kleinsäuger - Vögel - Reptilien - Bienen. Schlütersche, 2006, ISBN 978-3-89993017-7, S. 52.
  8. a b Erwin Dahme, Eugen Weiss: Grundriß der speziellen pathologischen Anatomie der Haustiere. 6. Auflage, Georg Thieme Verlag, 2007, ISBN 978-3-83041100-0, S. 412.
  9. Josef Boch: Veterinärmedizinische Parasitologie. Georg Thieme Verlag, 2006, ISBN 978-3-83044135-9, S. 350.