Kraftwerk Wienerbruck

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Kraftwerk Wienerbruck
Kraftwerk Wienerbruck
Kraftwerk Wienerbruck
Lage
Kraftwerk Wienerbruck (Niederösterreich)
Kraftwerk Wienerbruck
Koordinaten 47° 51′ 8,5″ N, 15° 17′ 16,9″ O47.8523615.288033Koordinaten: 47° 51′ 8,5″ N, 15° 17′ 16,9″ O
Land: OsterreichÖsterreich Österreich
NiederosterreichNiederösterreich Niederösterreich
Ort: Annaberg
Gewässer: Lassingbach, Erlauf
Kraftwerk
Betreiber: EVN AG
Bauzeit: 1908–1911[1]
Betriebsbeginn: 1910
Technik
Engpassleistung: 7,8 Megawatt
Durchschnittliche
Fallhöhe:
165[1] m
Turbinen: 3 Pelton-Turbinen
1 Francis-Turbine
Generatoren: Drehstrom- und Wechselstromgeneratoren
Sonstiges

Das Kraftwerk Wienerbruck ist ein in Annaberg im südlichen Niederösterreich gelegenes Speicherkraftwerk der EVN. Seit 2015 ist das historische Gebäude zur Besichtigung geöffnet mit einer Ausstellung auf der Galerie in der Maschinenhalle.[2] Das Kraftwerk wird vom Wasser des Lassingbachs und der Erlauf gespeist. Das Kraftwerk ist nach wie vor in Betrieb. Die Engpassleistung beträgt 7,8 MW. Das Kraftwerk erzeugt überwiegend 50 Hz Drehstrom für das öffentliche Netz, zwei alte Maschinensätze standen als Reserve zur Erzeugung von Bahnstrom mit der für die Mariazellerbahn eigenen Frequenz von 25 Hz zur Verfügung. (Die Mariazellerbahn wird seit 2014 aus dem Umformerwerk Klangen versorgt.) Eine Originalmaschine ist nach wie vor betriebsfähig. Der von ihr erzeugte Strom wird heute im Kraftwerk Erlaufboden auf 50 Hz umgeformt und ins Landesnetz eingespeist.

Geschichte[Bearbeiten]

Als Grundlage für den Bau des Kraftwerks wurde im Jahr 1908 ein Vertrag über die Versorgung der Mariazellerbahn abgeschlossen. Planer und Bauleiter des Kraftwerks war Eduard Engelmann jr., auf dessen Initiative die gesamte Elektrifizierung der Mariazellerbahn in Angriff genommen wurde. Ursprünglich war das Kraftwerk mit vier 25 Hz Drehstromgeneratoren mit einer Gesamtleistung von 6,6 MW ausgestattet. Damit war es bei der Eröffnung im Jahr 1911 das größte Speicherkraftwerk Österreich-Ungarns.[3] In der Region erfolgte ursprünglich die öffentliche Versorgung mit 25 Hz Drehstrom, für die einphasige Versorgung der Mariazellerbahn konnten maximal 4,5 MW erzeugt werden. 1924 wurde zur Unterstützung das Kraftwerk Erlaufboden in Betrieb genommen. Das Kraftwerk Wienerbruck wurde 1972/76 teilweise erneuert. Im Jahr 2008 wurden, wie im benachbarten Kraftwerk Erlaufboden, die elektrotechnischen Einrichtungen sowie die Leitstände und Steuerungen revitalisiert und erneuert.

Maschinensätze[Bearbeiten]

Maschinenhalle mit einem Generator und im Hintergrund eine der Pelton-Turbinen

Das Kraftwerk Wienerbruck verfügt über vier Maschinensätze:

  • Maschinensatz 1 wurde 1974 errichtet und wird mit Wasser vom Stausee Wienerbruck über eine Pelton-Turbine angetrieben. Die Leistung des 50 Hz Generators beträgt 2,1 MW.
  • Maschinensatz 2 stammt noch aus dem Jahr 1908/10 und wird ebenfalls mit Wasser vom Stausee Wienerbruck über eine Pelton-Turbine angetrieben, der 25 Hz Generator leistet 1 MW.
  • Maschinensatz 3 wurde mit Wasser vom Erlaufstausee angetrieben und gleicht dem Maschinensatz 2 (stillgelegt).
  • Der Maschinensatz 4 aus dem Jahr 1972 wird mit Wasser aus dem Erlaufstausee über eine Francis-Turbine angetrieben. Die Nennleistung des 50 Hz Generators beträgt 4,8 MW.

Der erzeugte Strom wird über eine 30-kV-Leitung zu der Freiluftschaltanlage im Kraftwerk Erlaufboden geführt.

Die rund 150 Höhenmeter überwindende Material-Standseilbahn des Kraftwerkes

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Kraftwerk Wienerbruck – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Wasserkraft in Niederösterreich. Erneuerbare Energien für Mensch und Umwelt. EVN AG, Mai 2003, S. 18, abgerufen am 26. März 2012 (PDF, 4,96 MiB).
  2. Wienerbrucker Speicherbecken ertüchtigt. Abgerufen am 21. Mai 2015.
  3. Geschichte der EVN; abgerufen am 23. April 2011