Niederösterreich

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Dieser Artikel behandelt das österreichische Bundesland; zum gleichnamigen Patrouillenboot des Bundesheeres siehe Niederösterreich (Boot).
Niederösterreich
Landesflagge Landeswappen
Landesflagge Landeswappen
Basisdaten
Landessprache: Deutsch
Landeshauptstadt: St. Pölten
Größte Stadt: St. Pölten
Landeshymne: Oh Heimat, dich zu lieben
ISO 3166-2: AT-3
Kürzel:
Website: www.noe.gv.at
Karte: Niederösterreich in Österreich
Liechtenstein Schweiz Bodensee Vorarlberg Tirol Tirol Salzburg Kärnten Burgenland Wien Steiermark Oberösterreich Niederösterreich Italien Slowenien Deutschland Kroatien Slowakei Tschechien UngarnNiederösterreich in Austria.svg
Über dieses Bild
Geographie
Fläche: 19.177,78 km²
– davon Land:
– davon Wasser:
– Rang: 1. von 9
Geographische Lage: 47° 25' – 49° 1' n.  Br.
14° 27' – 17° 4' ö. L.
Ausdehnung: Nord–Süd: 178 km
West–Ost: 196 km
Höchster Punkt: 2076 m ü. A.
(Schneeberg)
Tiefster Punkt: 139 m ü. A.
(Gemeinde Berg)
Verwaltungsgliederung
Bezirke: 004 Statutarstädte
021 Bezirke
Gerichtsbezirke: 024
Gemeinden: 573, davon
076 Städte
327 Marktgemeinden
Karte: Verwaltungsbezirke
Bezirk Amstetten Bezirk Baden (Niederösterreich) Bezirk Bruck an der Leitha Bezirk Gänserndorf Bezirk Gmünd Bezirk Hollabrunn Bezirk Horn Bezirk Korneuburg Krems an der Donau Bezirk Krems-Land Bezirk Lilienfeld Bezirk Melk Bezirk Mistelbach Bezirk Mödling Bezirk Neunkirchen St. Pölten Bezirk Sankt Pölten-Land Bezirk Scheibbs Bezirk Tulln Bezirk Waidhofen an der Thaya Waidhofen an der Ybbs Wiener Neustadt Bezirk Wiener Neustadt-Land Bezirk Wien-Umgebung Bezirk Wien-Umgebung Bezirk Wien-Umgebung Bezirk Wien-Umgebung Bezirk ZwettlLage des Bezirks Karte A Noe ohne.svg im Bundesland Niederösterreich (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Bevölkerung
Einwohner: 1.653.419 (1. Jänner 2016)[1]
– Rang: 2. von 9
Bevölkerungsdichte: 86 Einw. pro km²
Ausländeranteil: 7,7 %[2] (2014)
Politik
Landeshauptmann: Erwin Pröll (ÖVP)
Regierende Parteien: ÖVP, SPÖ und TS
(Arbeitsübereinkommen zwischen
ÖVP und SPÖ)
Sitzverteilung im Landtag:
30
13
5
4
4
30 13 
Von 56 Sitzen entfallen auf:
Letzte Wahl: 3. März 2013
Wirtschaft
Bruttoinlandsprodukt: 51,18 Mrd. Euro (2014)[3]
BIP pro Kopf: 31.400 Euro[3]
Arbeitslosenquote: 8,5 % (April 2015)[4]
Schneeberg, der höchste Gipfel Niederösterreichs
Semmeringbahn mit Rax im Hintergrund
Erlaufstausee mit Ötscher im Hintergrund

Niederösterreich ist das größte Bundesland Österreichs und historisches Kernland. Niederösterreich ist Teil der Europaregion Centrope.

Geographie[Bearbeiten]

Niederösterreich ist mit einer Fläche von 19.177,78 Quadratkilometern das größte Bundesland Österreichs.

Abgrenzung[Bearbeiten]

Niederösterreich umschließt die österreichische Bundeshauptstadt Wien und grenzt im Norden an Südböhmen und Südmähren (beide Tschechien), im Nordosten an den Tyrnauer und den Pressburger/Bratislavaer Landschaftsverband (beide Slowakei) sowie innerösterreichisch im Südosten an das Burgenland, im Süden an die Steiermark und im Westen an Oberösterreich. Niederösterreich grenzt auf einer Länge von an Tschechien (Jihočeský kraj/Südböhmen, Jihomoravský kraj/Südmähren) und an die Slowakei (Bratislavský kraj/Landschaftsverband Pressburg/Bratislava). Das Land hat mit 414 km (amtliche Angabe) die zweitlängste Außengrenze aller österreichischen Bundesländer.

Gliederung in Viertel[Bearbeiten]

Niederösterreich wird landschaftlich in vier Viertel geteilt (in Klammern stehen die historischen Bezeichnungen)

Karte NOE Viertel Bezirke.svg

Nördlich der Donau:

Südlich der Donau:

Diese Viertelung orientiert sich grob an naturräumlichen Gegebenheiten, erlangte aber kaum politische Bedeutung. Verwaltungsgrenzen erstrecken sich über diese naturräumlichen Gegebenheiten hinweg, eine genaue Grenzziehung ist daher allenfalls im Bereich der Donau möglich, weniger aber im Bereich des Manhartsberges, vor allem südlich und nördlich des Bergrückens fehlt eine deutliche naturräumliche Grenze. Mit Ausnahme des Raumes um Klosterneuburg folgen im Bereich des Wienerwaldes die Verwaltungsgrenzen der Wasserscheide.

Die Benennung mit Wald-, Wein-, Most- und Industrieviertel stellt eine Veranschaulichung nach Nutzung und Erwerb dar und stammt noch aus der Monarchie.

Parallel gibt es einen Begriff der Viertel als Hauptregionen in der Raumplanung, mit NÖ-Mitte als „fünftem Viertel“.

Naturräumliche Gliederung[Bearbeiten]

Niederösterreich kann naturräumlich im mehrere Einheiten gegliedert werden. Im Westen findet man eine geologisch-landschaftliche Dreiteilung vor, die sich in Oberösterreich fortsetzt und im Osten gehen die Alpen in die Kleinen Karpaten über.

Böhmische Masse[Bearbeiten]

Niederösterreich hat Anteil am Granit- und Gneisplateau der Böhmischen Masse, das landschaftlich in das Zwettler Land das Ottenschlager Hochland, das Kamp-Kremser Hochland, und der Gföhler Hochfläche unterteilt werden kann. An der Nordgrenze finden sich noch die nach Tschechien reichende Senke von Gmünd, das Litschauer Ländchen, das Thayahochland und das Obere Thayatal. An der westlichen Grenze liegen das weitläufige Horner Becken und der Manhartsberg und südlich der Donau die Neustadtler Platte und der Dunkelsteiner Wald.

Alpen[Bearbeiten]

Das Niederösterreichische Alpenvorland ist das Gebiet zwischen der Böhmischen Masse, und den Voralpen im Süden. Die Alpen nehmen ihren Beginn mit den aus Flysch bestehenden Niederösterreichischen Voralpen, die sich vom Wienerwald bis nach Steyr ziehen. Südlich davon liegt Niederösterreichs Anteil an den Steirisch-niederösterreichischen Kalkalpen mit Berghöhen um die 2000 m ü. A., die sich bis zur Landesgrenze erstrecken.

Karpatenvorland[Bearbeiten]

Im Nordosten liegt das hügelige Weinviertel, das auch in seiner Fortsetzung jenseits der Staatsgrenze als das Vorland der Kleinen Karpaten (die bis ins benachbarte Bratislava reichen) zu betrachten ist.

Wiener Becken[Bearbeiten]

Das Wiener Becken und die Übergänge in die Pannonische Tiefenebene sind der östliche Abschluss der Alpen, die in der markante in Nord-Süd-Richtung verlaufenden Thermenlinie die Grenze zum Wienerwald bildet.

Hauptorte[Bearbeiten]

Landeshauptstadt ist seit 1986 St. Pölten; bis zur Übersiedelung dorthin im Jahr 1996 waren Landesregierung und -verwaltung allerdings in Wien untergebracht. Wien ist zwar bereits seit 1922 ein eigenständiges Bundesland, war aber trotzdem bis 1986 die Landeshauptstadt Niederösterreichs.

Gemeinde mit mehr als 6000 Einwohnern
Gemeinde Einwohner
(1. Jänner 2016)
St. Pölten 53.445
Wiener Neustadt 43.863
Klosterneuburg 26.750
Baden 25.692
Krems 24.342
Amstetten 23.510
Mödling 20.745
Traiskirchen 18.515
Schwechat 17.409
Stockerau 16.444
Tulln 16.040
Perchtoldsdorf 14.977
Ternitz 14.770
Korneuburg 12.874
Neunkirchen 12.615
Hollabrunn 11.736
Bad Vöslau 11.700
Brunn am Gebirge 11.686
Waidhofen an der Ybbs 11.366
Mistelbach 11.314
Gänserndorf 11.021
Zwettl 11.005
Gerasdorf 10.782
Ebreichsdorf 10.654
Groß-Enzersdorf 10.464
Purkersdorf 0000000000009527.00000000009.527
Strasshof an der Nordbahn 0000000000009393.00000000009.393
Guntramsdorf 0000000000009267.00000000009.267
St. Valentin 0000000000009253.00000000009.253
Wiener Neudorf 0000000000009203.00000000009.203
Berndorf 0000000000009052.00000000009.052
Maria Enzersdorf 0000000000008775.00000000008.775
Deutsch-Wagram 0000000000008229.00000000008.229
Neulengbach 0000000000008169.00000000008.169
Langenzersdorf 0000000000008083.00000000008.083
Bruck an der Leitha 0000000000007890.00000000007.890
St. Andrä-Wördern 0000000000007813.00000000007.813
Herzogenburg 0000000000007738.00000000007.738
Langenlois 0000000000007663.00000000007.663
Sieghartskirchen 0000000000007431.00000000007.431
Kottingbrunn 0000000000007411.00000000007.411
Pressbaum 0000000000007295.00000000007.295
Himberg 0000000000007273.00000000007.273
Wolkersdorf 0000000000007072.00000000007.072
Pottendorf 0000000000006817.00000000006.817
Vösendorf 0000000000006744.00000000006.744
Horn 0000000000006632.00000000006.632
Wilhelmsburg 0000000000006526.00000000006.526
Hainburg 0000000000006376.00000000006.376
Laa an der Thaya 0000000000006224.00000000006.224
Traismauer 0000000000006061.00000000006.061

Bis zur Trennung von Niederösterreich 1922 war Wien die größte Stadt Niederösterreichs.

Berge[Bearbeiten]

Weitere Berge in Niederösterreich sind unter der Kategorie:Berg in Niederösterreich zu finden.

Alpenübergänge[Bearbeiten]

Über beide Pässe verläuft die Landesgrenze zur Steiermark.

Flüsse[Bearbeiten]

Niederösterreich wird fast gänzlich über die Donau entwässert. Der einzige Fluss, der über die Moldau und die Elbe in die Nordsee fließt, ist die Lainsitz im nördlichen Waldviertel.

Die wichtigsten Flüsse nördlich der Donau (am linken Donauufer) sind Ysper, Kamp, Krems, Lainsitz, March und Thaya. Südlich der Donau (am rechten Donauufer) sind es Enns, Ybbs, Erlauf, Melk, Pielach, Traisen, Schwechat, Fischa, Schwarza, Triesting, Pitten, Leitha und die Piesting.

Seen[Bearbeiten]

Höhlen[Bearbeiten]

Niederösterreich ist reich an Naturhöhlen. Insgesamt sind 4.082 davon katastermäßig erfasst. Die meisten Höhlen Niederösterreichs haben sich in den Kalk- und Dolomitgesteinen der Kalkalpen gebildet und sind deshalb sogenannte Karsthöhlen. Auch der Kalkmarmor in den Zentralalpen und in der Böhmischen Masse ermöglicht die Höhlenentstehung. Zu den größten Höhlen Niederösterreichs zählen:

Neben den beiden letztgenannten werden in Niederösterreich noch die Allander Tropfsteinhöhle, die Einhornhöhle, der Hochkarschacht, die Nixhöhle und die Ötschertropfsteinhöhle als Schauhöhlen geführt.

Flächenverteilung[Bearbeiten]

Kulturart Fläche in km² Prozent der
Gesamtfläche
Ackerland 7.000 42
Wald 6.711 40
Wiesen 1.750 11
Almen und Weiden 300 1,7
Weingärten 315 1,9

Geschichte[Bearbeiten]

Niederösterreich – dessen Name auf das Vorgängerterritorium, das Erzherzogtum Österreich unter der Enns, zurückgeht – und Oberösterreich (zuvor: Österreich ob der Enns) sind die historischen Kernländer Österreichs und Teil der habsburgischen Erblande.

Burg Liechtenstein

Es hieß ursprünglich „nur“ Österreich (später: unter der Enns, manchmal auch nieder der Enns) und gab der Dynastie Habsburg bzw. Habsburg-Lothringen („Haus Österreich“) und dem jeweiligen Gesamtstaat (Österreichische Monarchie, Kaisertum Österreich, Österreich-Ungarn, Republik Österreich) den Namen.

Das heutige Bundesland besitzt daher kaum historische Traditionen, die von der österreichischen Geschichte abweichen. Es war 1278 Schauplatz einer Entscheidungsschlacht, die die Habsburger hier an die Macht brachte, und 1918/19 Ort der „inneren Emigration“ des letzten Kaisers Karl I. vor der Ausreise ins Exil.

Seit dem 10. November 1920, dem Tag des Inkrafttretens der Bundesverfassung, hatte Wien die Rechte eines politisch von Niederösterreich unabhängigen Bundeslandes. Die eigentumsrechtliche Trennung wurde bis Ende 1921 mit dem so genannten Trennungsgesetz entschieden, das gleichlautend in Niederösterreich (ohne Wien) und in Wien beschlossen wurde. Parallel dazu wurden die verbliebenen gemeinsamen politischen Organe aufgelöst.

In der NS-Zeit Gau Niederdonau genannt, wurden dem Land im Herbst 1938 das nördliche Burgenland und Südmähren zugeschlagen; gleichzeitig musste es an das neue Groß-Wien zahlreiche Gemeinden abtreten. Fast alle diese Änderungen wurden 1945 rückgängig gemacht. 1946 wurde eine stark reduzierte Erweiterung Wiens beschlossen, konnte aber wegen eines sowjetischen Einspruchs erst 1954 in Kraft treten.

Die Entwicklung Niederösterreichs nach dem Zweiten Weltkrieg wurde dadurch gehemmt, dass das Land zur sowjetischen Besatzungszone Österreichs gehörte. Weiters war bis 1989 der Eiserne Vorhang ein wesentliches Hindernis.

Seit 1986 ist Sankt Pölten Landeshauptstadt Niederösterreichs, aber erst 1996 übersiedelten die niederösterreichischen Institutionen (Landesregierung und -verwaltung) aus der österreichischen Hauptstadt Wien. Das historische Niederösterreichische Landhaus, heute unhistorisch als Palais Niederösterreich etikettiert, befindet sich in der Herrengasse im ersten Bezirk von Wien.

Aus Niederösterreich oder mit dem Land besonders verbunden waren bzw. sind einige zumeist konservative Politiker, die in Österreich prominente Funktionen einnahmen bzw. einnehmen:

Die zentrale wissenschaftliche Einrichtung zur Dokumentation der Geschichte Niederösterreichs findet sich im Niederösterreichischen Landesmuseum sowie im Landesarchiv.

Natur[Bearbeiten]

Flora[Bearbeiten]

Florenregionen in Niederösterreich

Durch Niederösterreich verläuft eine Grenze zwischen zwei Florenregionen, welche beide dem holarktischen Florenreich angehören. Der westliche Landesteil gehört, wie fast das ganze restliche Österreich, der Mitteleuropäischen Florenregion an, während das Weinviertel, der Ostrand des Waldviertels, die Südhänge der Wachau, das Hügelland zwischen St. Pölten und dem Tullner Becken, das Wiener Becken, die Hainburger Berge und der Randbereich des Leithagebirge zur Pannonischen Florenprovinz gehören, welche wiederum den westlichsten Teil der südsibirisch-pontisch-pannonischen Florenregion darstellt.

Außerhalb von Niederösterreich hat in Österreich sonst nur noch das Burgenland und Wien Anteil an der südsibirisch-pontisch-pannonischen Florenregion, welche sich von Südsibirien über die Ukraine, Siebenbürgen, die Vojvodina und die Ungarische Tiefebene bis an den Alpenostrand erstreckt. Aus diesem Grund unterscheidet sich die Flora im östlichen Landesteil stark von der im westlichen, im östlichen Teil wachsen viele Arten, die in Österreich einzigartig und entsprechend schützenswert sind.[5] Mehrere Arten erreichen in Niederösterreich ihre westliche Verbreitungsgrenze wie der Tátorján-Meerkohl und der Waldsteppen-Beifuß.

Niederösterreich ist, nicht zuletzt wegen dessen Anteil an zwei Florenregionen, das artenreichste Bundesland: 2.369 Vollstatus-Gefäßpflanzen-Arten bzw. 2.498 Elementar-Gefäßpflanzen-Taxa sind bekannt. 96 Vollstatusarten und 110 Elementartaxa treten nur in Niederösterreich, aber nicht im restlichen Österreich auf. Einige Arten sind sogar für Niederösterreich endemisch, wie das im höchsten Grad vom Aussterben bedrohte Dickwurzel-Löffelkraut.[6]

Naturschutz[Bearbeiten]

In Niederösterreich wurden verschiedene Schutzstufen eingerichtet, um Regionen, die in Bezug auf Kultur oder Natur besonders schützenswert sind, in ihrem ursprünglichen Zustand zu erhalten oder sie zu renaturieren.

Diese Schutzstufen sind:

Bevölkerung[Bearbeiten]

Bevölkerungs-
entwicklung
Datum Einwohner
um 1527 0.500.000
um 1600 0.580.000
um 1700 0.630.000
1754 0.922.000
1780 0.974.000
1790 1.000.000
1794/1795 1.028.300
1810 1.040.700
1821 1.142.600
1830 0.881.500
1840 0.896.600
1850 0.976.600
1857 0.987.900

Anmerkung: Die hier angeführten Bevölkerungszahlen beziehen sich auf das heutige Landesgebiet. Sie enthalten weder die Bevölkerung Wiens (1910: 2,1 Millionen), obwohl die Stadt bis inkl. 1910 Teil Niederösterreichs war, noch das nördliche Burgenland, 1939 Teil des Reichsgaues Niederdonau, und auch nicht das zum Reichsgau geschlagene Südmähren.

Die angegebenen Zahlen bis 1700 wurden offiziell gerundet. 1754–1857 und 1869–1923 wurde die anwesende Zivilbevölkerung (d. h. ohne Militärpersonen) gezählt, 1934–1981 die Wohnbevölkerung. Die Zahlen ab 1991 basieren auf dem Zentralen Melderegister (Quelle: Bundesanstalt Statistik Österreich). Die Zahlen ab 2007 basieren auf Daten der Statistik Austria (jeweils Bevölkerung im 1. Quartal des Jahres).

Die Bevölkerung wächst durch den kontinuierlichen Zuzug aus Wien und den peripheren Gebieten Niederösterreichs vor allem im Umland von Wien. Seit Sankt Pölten am 10. Juli 1986 zur Landeshauptstadt Niederösterreichs bestimmt wurde, ist auch hier eine zunehmende Zuwanderung feststellbar. Die landschaftlich sensiblen Gebiete, wie der Wienerwald, sollen durch raumordnerische Planungsprogramme des Landes vor der Zersiedelung geschützt werden.

Der Ausländeranteil liegt bei 9,2 Prozent; das ist zusammen wie in Vorarlberg der geringste der Bundesländer Österreichs.[7]

Religionszugehörigkeit[Bearbeiten]

Im Jahr 2001 waren 82,6 % der Bewohner Christen (79,3 % römisch katholisch, 3,3 % protestantisch), 3,2 % islamisch und 10,8 % konfessionslos.

Politik[Bearbeiten]

1918–1934 war Niederösterreich zunächst in vier Wahlkreise aufgeteilt, der Landtag bestand aus 60 Abgeordneten. 1932 fanden die letzten demokratischen Wahlen vor der NS-Zeit statt: Es wurden acht Wahlkreise gebildet und die Zahl der Abgeordneten auf 56 verringert. Damit sollten die Großparteien zu Ungunsten der kleineren Parteien politisch gestärkt und somit die stärker werdende NSDAP in Österreich geschwächt werden.

Von 1934 bis 1938 wurde das Land ständestaatlich regiert; im März 1938 marschierte die Wehrmacht in Österreich ein („Anschluss Österreichs“); das Deutsche Reich annektierte Österreich. Von 1938 bis 1945 stand ein Reichsstatthalter (Gauleiter) an der Spitze von Landesverwaltung und NSDAP im Land.

Seit 1945 wird die Landespolitik von der ÖVP dominiert, die seit damals auch den Landeshauptmann stellt (siehe Liste der österreichischen Landeshauptleute). Die Bürgermeister der Gemeinden gehören vorwiegend der ÖVP an. Die SPÖ ist zweitstärkste politische Kraft.

Seit 2013 sind im niederösterreichischen Landtag fünf Parteien vertreten:

Die Landesregierung setzt sich zusammen aus dem Landeshauptmann, seinen zwei Stellvertretern und sechs Regierungsmitgliedern, die Landesräte genannt werden. Laut Landesverfassung entsenden die Parteien nach dem Verhältnis der von ihnen erreichten Wählerstimmen Vertreter in die Landesregierung („Pflichtproporz“). Daher gehören – obwohl die ÖVP die absolute Mehrheit im Landtag hat – auch zwei Vertreter von SPÖ und ein Vertreter des Team Stronach der Landesregierung an

Derzeitige Mitglieder der Landesregierung sind Landeshauptmann Erwin Pröll (ÖVP), Landeshauptmann-Stellvertreter Wolfgang Sobotka (ÖVP), Landeshauptmann-Stellvertreterin Karin Renner (SPÖ) und die Landesräte Karl Wilfing (ÖVP), Stephan Pernkopf (ÖVP), Barbara Schwarz (ÖVP), Petra Bohuslav (ÖVP), Maurice Androsch (SPÖ) und Elisabeth Kaufmann-Bruckberger (TS).

Im Nationalrat ist Niederösterreich mit elf ÖVP-, zehn SPÖ-, sechs FPÖ-, drei GRÜNEN- und je einem NEOS- und STRONACH-Abgeordneten über die jeweiligen Landeswahlvorschläge vertreten plus einer nicht konstanten Zahl an Abgeordneten aus den Bundeswahlvorschlägen (Reststimmenlisten) (Stand nach NR-Wahl 2013).[8]

In den Bundesrat entsendet Niederösterreich als bevölkerungsreichstes Land zwölf Mitglieder; davon gehören sieben der ÖVP, drei der SPÖ und je einer der FPÖ und dem Team Stronach an.

Wappen[Bearbeiten]

Beschreibung: In Blau fünf (2:2:1) goldene zugewendete Adler. Über den Schild eine goldene dreitürmige Mauerkrone.

Verwaltungsgliederung[Bearbeiten]

Niederösterreich ist in 21 politische Bezirke und vier Statutarstädte gegliedert, die die Bezirksverwaltung selbst wahrnehmen. Seit der letzten Gemeindereform im Jahr 1970 und einigen kleineren Änderungen gibt es 573 Gemeinden.

Eine Volksbefragung über die sogenannte Hauptstadtfrage brachte 1986 die Entscheidung dafür, St. Pölten zur neuen Landeshauptstadt zu machen und die zentralen Einrichtungen Niederösterreichs aus Wien dorthin zu übersiedeln. Von 1986 bis 1996 erfolgten der Bau des Regierungsviertels in St. Pölten und die sukzessive Übersiedlung von Organen, Behörden und Ämtern des Landes. Im Sinne der Dezentralisierung der Behörden wurden diverse Verwaltungsstellen nicht nach St. Pölten, sondern in die einzelnen Landesviertel bzw. in Bezirkshauptmannschaften verlegt.

In vielen Belangen wird das Bundesland auch verwaltungstechnisch in die vier Regionen (Viertel) eingeteilt, wobei zu beachten ist, dass beispielsweise der Bezirk Tulln durch die Lage der Bezirkshauptstadt zum Mostviertel zählt, während ein Teil der Gemeinden nördlich der Donau und damit geografisch im Weinviertel liegen. Beim Bezirk Krems ist die Situation ähnlich.

Hauptregionen[Bearbeiten]

Die niederösterreichische Raumplanung hat aus operativen Gründen das Landesgebiet in fünf Aktionsräume der Regionalen Entwicklungsverbände bzw. der zugehörigen Regionalmanagements unterteilt, anstatt der bekannten vier Viertel. Neu hinzugekommen ist im Raumordnungkonzept des Landes die Region „Mitte“, denn dieser Bereich entsprach weder der klassischen Beschreibung des Mostviertels noch des Industrieviertels, weist inzwischen aber eine große Eigenständigkeit auf, insbesondere seit der neuen Hauptstadt. Zugehörig sind die Bezirke Tulln, St. Pölten, St. Pölten Land, Lilienfeld, Krems Stadt, der südliche Teil von Krems Land sowie Teile von Wien Umgebung.[9] Damit wurden hauptsächlich das Most-, und in kleineren Teilen Wald-, Wein- und Industrieviertel, etwas beschnitten, wobei auch das südwestliche Waldviertel zum Mostviertel genommen wurde, sodass sich die Gemeinden am Nordufer im Donautal nun mehr nach Süden hin orientieren, und diejenigen westlich von Wien nach Westen.

Diese Hauptregionen fassen Gebiete zusammen, die gemeinsame Merkmale (geografische Lagebeziehungen, ähnliche Wirtschaftsstruktur, Ressourcenausstattung) oder ähnliche Probleme haben. Hauptaufgabe ist es, die Anliegen dieser Regionen zu artikulieren, entwicklungsstrategisch wichtige Themenschwerpunkte zu formulieren und passende Leitprojekte zu initiieren.

Statutarstädte[Bearbeiten]

Mit diesem Begriff werden in Österreich Gemeinden bezeichnet, die nicht nur das Stadtrecht besitzen, sondern überdies keiner Bezirkshauptmannschaft unterstellt sind, sondern in ihrem Stadtamt (Magistrat) die Bezirksagenden für das Stadtgebiet selbst verwalten.

Statutarstadt/Verwaltungssitz Fläche
in km²
Einwohner
1. Januar 2016[11]
Kfz-Kenn-
zeichen
Krems 51,61 000000000024342.000000000024.342 0KS
St. Pölten 108,48 000000000053445.000000000053.445 0P
Waidhofen an der Ybbs 131,52 000000000011366.000000000011.366 0WY
Wiener Neustadt 60,96 000000000043863.000000000043.863 0WN

Bezirke[Bearbeiten]

Bezirk Verwaltungssitz Fläche
in km²
Einwohner
1. Januar 2016
Kfz-Kenn-
zeichen
Amstetten Amstetten 1188 114.621 0AM
Baden Baden 753 143.657 0BN
Bruck an der Leitha Bruck an der Leitha 495 44.971 0BL
Gänserndorf Gänserndorf 1271 99.752 0GF
Gmünd Gmünd 786 37.548 0GD
Hollabrunn Hollabrunn 1011 50.604 0HL
Horn Horn 784 31.453 0HO
Korneuburg Korneuburg 627 77.830 0KO
Krems-Land Krems 924 56.627 0KR
Lilienfeld Lilienfeld 932 26.211 0LF
Melk Melk 1014 77.256 0ME
Mistelbach Mistelbach 1291 74.954 0MI
Mödling Mödling 277 117.852 0MD
Neunkirchen Neunkirchen 1146 86.344 0NK
St. Pölten-Land St. Pölten 1122 99.113 0PL
Scheibbs Scheibbs 1023 41.190 0SB
Tulln Tulln an der Donau 658 74.126 0TU
Waidhofen an der Thaya Waidhofen an der Thaya 669 26.402 0WT
Wiener Neustadt-Land Wiener Neustadt 970 76.609 0WB
Wien-Umgebung Klosterneuburg 484 120.446 0WU, SW
Zwettl Zwettl-Niederösterreich 1400 42.837 0ZT

Im September 2015 wurde bekannt, dass der Bezirk Wien-Umgebung aufgelöst werden soll. Die 21 Gemeinden sollen mit 1. Jänner 2017 Teil der umliegenden Bezirke werden.[12]

Verkehr[Bearbeiten]

Straßen[Bearbeiten]

Die wichtigsten Straßen führen Richtung Wien, wie die Südautobahn A 2, die Westautobahn A 1 und die Ostautobahn A 4. West- und Südautobahn verbindet die Außenringautobahn A 21, Teil des geplanten Autobahnringes um Wien. Süd- und Ostautobahn werden durch die Außenringschnellstraße S 1 verbunden, die zur entstehenden Nordautobahn A 5 verlängert werden soll.

Von der Südautobahn zweigen die Südostautobahn A 3 ins nördliche Burgenland und die Semmeringschnellstraße S 6 ins steirische Mürztal ab. Wichtig im Regionalverkehr ist die Donauuferautobahn A 22, mit der anschließenden Stockerauer Schnellstraße S 5 die Verbindung von Wien nach Krems (Wachau).

Im hochrangigen Straßennetz ist seit der Beseitigung des Eisernen Vorhanges 1989 ständig steigender Transitverkehr vor allem in Ost-West-Richtung zu verzeichnen. Die Westautobahn wird daher durchgehend auf drei Spuren pro Fahrtrichtung ausgebaut. Auch der Pendlerverkehr (zwischen Wohn- und Arbeitsort) findet zu einem großen Teil auf der Straße statt.

Bahnen[Bearbeiten]

Wichtige Bahnstrecken sind die Nordbahn (die erste Dampfeisenbahn der Monarchie), die Südbahn, die Westbahn und die Ostbahn. Verkehrsmittel, die ihren Endpunkt in St. Pölten haben, sind die Wieselbusse und die schmalspurige Mariazeller Bahn. Die Westbahn wurde 2012 durch eine neue Hochgeschwindigkeitsstrecke durch den Wienerwaldtunnel ergänzt.

Die Österreichischen Bundesbahnen betreiben im Land außerdem ein umfangreiches, aus der Zeit vor 1918 stammendes Netz von Nebenbahnen. Das Umland von Wien wird mit dichtem Regionalverkehr und Schnellbahnbetrieb bedient; zur leichteren Benutzbarkeit wurde der Verkehrsverbund Ostregion (VOR) geschaffen, der bis an die nördlichen und östlichen Grenzen (Nieder-)Österreichs reicht.

Um den Flughafen Wien direkt in die West-Ost-Achse der Bahn einbinden zu können, soll er mit der Götzendorfer Spange an die Ostbahn angeschlossen werden. Damit könnten z. B. direkte Züge von Pressburg zum Flughafen Wien geführt werden.

Donauschifffahrt[Bearbeiten]

Die Güterschifffahrt auf der internationalen Wasserstraße Donau hat mit dem größten Donauhafen Niederösterreichs, Krems, große Verkehrsbedeutung. In der Passagierschifffahrt sind neben dem Lokalverkehr in der Wachau vor allem Kreuzfahrtschiffe aus ganz Europa bemerkenswert, die die Donau oder die Route Rhein–Main–Donau befahren. Zahlreiche Donau-Fähren, teilweise KFZ-tragend queren den Fluss. Freizeitverkehr geht von kleineren Häfen und Einsetzstellen aus und spiegelt sich in der Bootsmesse Tulln. Die Schnellboote Wien-Bratislava durchfahren Niederösterreich nur.

Flugverkehr[Bearbeiten]

Schwechat in Niederösterreich ist Standort des größten österreichischen Flughafens, des Flughafens Wien, der sich dank der EU-Osterweiterung mittlerweile zu einer wichtigen Drehscheibe im internationalen Flugverkehr entwickelt hat. Das Land Niederösterreich ist 20-Prozent-Aktionär der Flughafenbetriebsgesellschaft.

In Langenlebarn befindet sich ein Militärflugplatz des Österreichischen Bundesheeres. Regionale Flugplätze befinden sich u. a. in Bad Vöslau, Gneixendorf bei Krems und Dobersberg (Waldviertel). Wiener Neustadt weist eine Kleinflugzeugfabrikation und das Flugmuseum Aviaticum am privaten Flugplatz Ost auf, andererseits auch den größten unbefestigten und ältesten Europas, den vom Militär betriebenen Flugplatz Wiener Neustadt/West.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Die wirtschaftlich stärksten Regionen in Niederösterreich befinden sich entlang der Thermenlinie. Der Bezirk mit dem stärksten Steueraufkommen ist der Bezirk Mödling direkt am Südrand von Wien. Je weiter die Gebiete von Wien entfernt liegen, umso schwächer wird ihre Wirtschaftskraft.

Nach dem Zweiten Weltkrieg lag Niederösterreich in der sowjetischen Besatzungszone. Während anderswo in Österreich die Wirtschaft bereits mit dem Wiederaufbau beginnen konnte, blieben hier viele Großbetriebe zerstört oder waren in den Händen der sowjetischen USIA. Reparationsleistungen Österreichs an die Sowjetunion wurden u. a. in Form von Erdöl, das im Marchfeld gefördert wurde, geleistet. Erst nach dem Abschluss des Staatsvertrages 1955 konnte in Niederösterreich intensiv mit dem wirtschaftlichen Wiederaufbau begonnen werden. Bis 1989 wirkte sich aber der Eiserne Vorhang noch hemmend auf die Wirtschaftskraft aus. So pendeln auch heute noch viele Menschen aus dem Waldviertel als Tages- oder Wochenendpendler an ihren Arbeitsplatz in Wien.

Die Landespolitik strebt ständig danach, neue Betriebe in Niederösterreich anzusiedeln, zumeist über die landeseigene Gesellschaft Eco Plus und die Gründeragentur RIZ.

Energie[Bearbeiten]

Die Letzte Meile der Energieversorgung mit Strom und Gas hat durchwegs die landeseigene EVN. Die Wiener Randgemeinden werden nach wie vor durch die Wien-Energie versorgt. Als letzter Ort wurde in Niederösterreich Harmannschlag im Bezirk Gmünd im Jahr 1963 an das Stromnetz angeschlossen.[13]

Ende 2015 wird Niederösterreich eine vollständige Versorgung aus Erneuerbaren Energie erreichen, wobei die vier Landesviertel an den einzelnen Erzeugungsarten verschieden beteiligt sind. So liegt der Anteilanteil an Erzeugung von Solarthermie im Mostviertel am höchsten. Beim Waldviertel ist es die Wasserkraft, im Weinviertel die Windkraft. Nur im Industrieviertel ist ein Mix aller Formen zu finden.[14]

Medien[Bearbeiten]

Niederösterreichs größte Medien sind der ORF Niederösterreich, Ableger der staatlichen Radio- und Fernsehanstalt, und die Wochenzeitung Niederösterreichische Nachrichten (NÖN) des Verlages Niederösterreichisches Pressehaus. Zumeist werden in Niederösterreich aber in Wien erscheinende Medien konsumiert.

Landwirtschaft[Bearbeiten]

42 Prozent der gesamten Landesfläche sind Ackerland. 40 Prozent sind als Waldfläche ausgewiesen. Nutzviehhaltung, Ackerbau und Forstwirtschaft sind starke Wirtschaftszweige. (Allerdings ist die Zahl der darin Beschäftigten in den letzten 50 Jahren auf rund 10 Prozent aller Berufstätigen gesunken.)

Ein weiterer wichtiger Wirtschaftszweig ist der Weinbau, der vor allem im Weinviertel, in der Wachau und in der Thermenregion zu finden ist. Von den insgesamt sechs DAC-Weinbauregionen in ganz Österreich, wo qualitativ hochwertiger Wein gebaut wird, liegen vier in Niederösterreich.

Tourismus[Bearbeiten]

Blick auf die östliche Wachau

Für Niederösterreich ist insbesondere der Tagestourismus aus der Agglomeration Wien wirtschaftlich von großer Bedeutung. Das Land präsentiert sich als natürliches Freizeitareal für alle Jahreszeiten. Die „Niederösterreich-Card“, die ganzjährig gültig ist, unterstützt diesen Geschäftszweig ebenso wie die zahlreichen sommerlichen Kulturfestivals in allen Landesteilen.

Im Nächtigungstourismus hat das Land durch Gäste aus den mittel- und osteuropäischen Ländern stark gewonnen. So hat etwa das an Tschechien grenzende Waldviertel den stärksten Nächtigungszuwachs. Vor allem das südliche Umland Wiens (Schwechat, Vösendorf) profitiert dank der Verkehrsverbindungen vom Städtetourismus. Seit Ende des 20. Jahrhunderts verzeichnet auch die Landschaft rund um das UNESCO-Weltkulturerbe Wachau stärkere Besucherfrequenz.

Die Tourismuswirtschaft bewirbt vor allem die großen Kulturzentren im Land wie die vielen Klöster und Schlösser. Auch Urlaub am Bauernhof wird stark beworben und gerne angenommen. Überregional wenig bekannt ist Niederösterreichs beträchtlicher Anteil an den Ostalpen; er wird nun unter dem Begriff „Wiener Alpen“ beworben. Im Winter ziehen die Schigebiete vor allem Gäste aus dem früheren Ostblock und Tagesgäste aus Wien an. Die Schipisten liegen nicht sehr hoch und sind bei Klimawandel gefährdet.

Christiane Hörbiger bewirbt den Tourismus in Niederösterreich. Der Schriftsteller Alfred Komarek betreibt mit seiner Roman- und TV-Figur des Weinviertler Gendarmerieinspektors Simon Polt indirekt Sympathiewerbung für das Land.

Kultur[Bearbeiten]

Schloss Hof
Schloss Pottendorf
Blick vom Landesmuseum zum Festspielhaus
Landesmuseum Niederösterreich

In Niederösterreich bestehen zahlreiche Klöster bzw. Stifte, die seit jeher als Kulturzentren fungiert haben. Am bekanntesten sind Stift Melk (seit 1089), Stift Klosterneuburg (seit 1114; Herzogssitz, bevor Wien es wurde) und Stift Heiligenkreuz (seit 1133). Weiters sind die Stifte in Altenburg, Dürnstein, Geras, Göttweig, Herzogenburg, Lilienfeld, Seitenstetten, und Zwettl zu nennen.

Die meisten der einst der Aristokratie vorbehaltenen Schlösser und Burgen sind heute Sehenswürdigkeiten, Ausstellungsorte und Konzertsäle, beispielsweise die Schallaburg und Schloss Hof sowie die Schlösser Grafenegg, Thürntal, Wilfersdorf, Artstetten, Rosenau, Greillenstein, Eckartsau, Niederweiden, Laxenburg, Rohrau und Rosenburg am Kamp.

Wichtige Museen sind das Niederösterreichische Landesmuseum, im St. Pöltner Kulturbezirk neu erbaut, die Sammlung Essl, die Kunstmeile Krems mit der Kunsthalle und dem ebenfalls neu gebauten Karikaturmuseum, die römischen Ausgrabungen im Archäologiepark Carnuntum, das Egon-Schiele-Museum in Tulln, das Kokoschka-Haus in Pöchlarn, das Museum für Urgeschichte und der Heldenberg. Jedes zweite Jahr veranstaltet die Landesregierung eine große Landesausstellung.

Mit viel Ambition betreibt das Land das neu gebaute Festspielhaus St. Pölten mit ganzjährigem Programm. Theater bieten auch die Stadttheater in St. Pölten und Baden. Außerdem werden Sommerbühnen in Berndorf, Stockerau, Langenlois, Felsenbühne Staatz (Musicals), Weißenkirchen in der Wachau und bei der Burg Liechtenstein bespielt. Das umfangreiche Angebot wird werblich im „Theaterfest Niederösterreich“ zusammengefasst. Das jährliche Donaufestival kommt dazu.

Viele Einrichtungen werden betrieblich von der im Landesbesitz stehenden Niederösterreich Kultur GmbH. geführt. Wichtiger Impulsgeber für regionale Kunst- und Kulturinitiativen ist die Kulturvernetzung Niederösterreich mit dem Viertelfestival Niederösterreich. Ein wichtiger Servicepartner und Veranstalter im Volkskulturbereich ist die Volkskultur Niederösterreich[15] mit ihren Geschäftsbereichen Musikschulmanagement Niederösterreich, Chorszene Niederösterreich, Museumsmanagement Niederösterreich, Volkskultur Europa und dem Niederösterreichischen Volksmusikfestival. In der Erwachsenenbildung ist vor allem das Bildungs- und Heimatwerk Niederösterreich zu erwähnen.

Die Programmkinos Cinema Paradiso in St. Pölten und Österreichische Filmgalerie in Krems tragen wesentlich zum Erhalt der Kinokultur und der Filmkunst bei.

Literatur[Bearbeiten]

Belletristik

Das „Land um Wien“ war und ist Arbeitsort vieler Autoren und Schauplatz zahlreicher Werke der Belletristik (Beispiele):

Wissenschaftliche Literatur

In der wissenschaftlichen Literatur hat eine in Niederösterreich erforschte sozialwissenschaftliche Studie unter Experten den Rang eines Klassikers erreicht:

(Liste wird fortgesetzt)

Wissenschaft und Forschung[Bearbeiten]

Ziel der Standortpolitik des Landes ist, auch wissenschaftliche Institutionen anzusiedeln. Zu nennen sind hier unter anderen:

Als Forschungszentren haben sich in Niederösterreich im ersten Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts einige Standorte herausgebildet:

Sicherheit und Soziales[Bearbeiten]

In St. Pölten hat die Landespolizeidirektion Niederösterreich ihren Sitz.

Den Katastrophen- und Brandschutz nehmen 1.646 Freiwillige Feuerwehren und 90 Betriebsfeuerwehren wahr. Das Landesfeuerwehrkommando sowie die Ausbildungsstätte der Feuerwehr, die Landesfeuerwehrschule befinden sich in Tulln. Die Alarmierung erfolgt über feuerwehreigene Alarmzentralen, die entweder einen oder mehrere Bezirke umfassen. Außerdem befindet sich am Standort des Landesfeuerwehrverbandes in Tulln mit einer redundanten Stelle bei der Landesregierung in Tulln die Landeswarnzentrale für Niederösterreich.

Der Rettungsdienst wird im Allgemeinen in Niederösterreich vom Roten Kreuz, das in allen Bezirken und in zahlreichen Ortsstellen vertreten ist, sowie in Teilbereichen auch vom Samariter-Bund wahrgenommen. Das Rote Kreuz hat seinen Landessitz ebenfalls in Tulln, während der ASBÖ in Wilhelmsburg beheimatet ist. Die Koordinierung nahezu aller Rettungsmittel im Bundesland wird von der als Gesellschaft geführten Rettungsleitstelle 144 Notruf Niederösterreich übernommen, bei welcher das Land zu 66 % Gesellschafter ist.

In der Hesserkaserne in St. Pölten befindet sich das Militärkommando Niederösterreich, wo Brigadier Rudolf Striedinger Militärkommandant ist.

Soziale Dienstleistungen wie Hauskrankenpflege bieten unter anderem die Landesverbände vom Hilfswerk Österreich sowie der Caritas an.

Alle öffentlichen Krankenhäuser sind im Eigentum des Bundeslandes und werden von der Niederösterreichische Landeskliniken-Holding verwaltet.

Neben diesen Diensten gibt es noch weitere freiwillige Hilfsorganisationen, die im Katastrophenschutz eingebunden sind. Zu diesen gehören:[17]

Weblinks[Bearbeiten]

 Wikinews: Niederösterreich – in den Nachrichten
 Wiktionary: Niederösterreich – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. [http://www.statistik.at/wcm/idc/idcplg?IdcService=GET_NATIVE_FILE&RevisionSelectionMethod=LatestReleased&dDocName=080904 Statistik Austria - Bevölkerung zu Jahresbeginn 2002-2016 nach Gemeinden (Gebietsstand 1.1.2016)]
  2. [1], Statistik Austria
  3. Regionales BIP, verfügbares Einkommen und Beschäftigung 2014, Statistik Austria
  4. Arbeitslosigkeit, Beschäftigte und ALQ nach Bundesländern (AL083) April 2015 (MS Excel; 36,6 kB), Arbeitsmarktservice Österreich, abgerufen am 14. Dezember 2015
  5. Manfred A. Fischer: Ein Hauch Orient – pannonische Vegetation und Flora, in: Natur im Herzen Mitteleuropas, 2002, ISBN 3-85214-776-X
  6. M.A. Fischer, K. Oswald, W. Adler: Exkursionsflora für Österreich, Liechtenstein und Südtirol. Dritte Auflage, Land Oberösterreich, Biologiezentrum der OÖ Landesmuseen, Linz 2008, ISBN 978-3-85474-187-9
  7. Bevölkerung am 1.1.2015 und 1.1.2016 nach detaillierter Staatsangehörigkeit und Bundesland, Statistik Austria, abgerufen am 3. Februar 2016
  8. http://www.parlament.gv.at/WWER/NR/
  9. Perspektiven für die Hauptregionen. Abgerufen am 8. Januar 2014 (PDF).
  10. http://www.raumordnung-noe.at/fileadmin/root_raumordnung/region/kleinregionen/kr_noemitte.pdf
  11. [http://www.statistik.at/wcm/idc/idcplg?IdcService=GET_NATIVE_FILE&RevisionSelectionMethod=LatestReleased&dDocName=080904 Statistik Austria - Bevölkerung zu Jahresbeginn 2002-2016 nach Gemeinden (Gebietsstand 1.1.2016)]
  12. NÖN: Bezirk Wien Umgebung wird aufgelöst. Artikel vom 10. September 2015, abgerufen am 10. September 2015.
  13. Kalender im NÖ Landesmuseum abgerufen am 4. Dezember 2010
  14. Energiewende: Die Quellen im „Viertel-Check“ auf ORF-Niederösterreich vom 20. Juli 2015 abgerufen am 20. Juli 2015
  15. www.volkskulturnoe.at
  16. Fred Hennings: So lange er lebt. Band 5: Der heiße Sommer. Verlag Herold, Wien 1971, S. 51 f.
  17. Freiwillige Einsatz- und Rettungsorganisationen sowie Sonderorganisationen auf der Seite der NÖ Landesregierung, abgerufen am 29. Juli 2013

48.215.633333333333Koordinaten: 48° N, 16° O