Krankenversicherung der Rentner

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Über die Krankenversicherung der Rentner (KVdR) werden Rentner mit einer Rente der Deutschen Rentenversicherung in der gesetzlichen Krankenversicherung pflichtversichert, wenn sie

  • diese Rente schriftlich beantragten
  • einen Rentenanspruch haben und
  • die Vorversicherungszeit erfüllen.

Wer diese Bedingungen nicht erfüllt, zuletzt aber in der gesetzlichen Krankenversicherung versicherungspflichtig, freiwillig versichert oder familienversichert war, setzt seine Versicherung im Regelfall als freiwillige Mitgliedschaft fort.
Die Krankenversicherung für Rentner wurde in Deutschland am 1. August 1941 eingeführt.

Vorversicherungszeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Vorversicherungszeit gilt als erfüllt, wenn seit der erstmaligen Aufnahme einer Erwerbstätigkeit bis zur Rentenantragstellung mindestens neun Zehntel der zweiten Hälfte dieses Zeitraums eine Mitgliedschaft in der gesetzlichen Krankenversicherung als Pflichtversicherung, freiwillige Versicherung oder Familienversicherung bestanden hat.[1]

Beitragssatz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Krankenversicherung für Rentner war für diese zunächst beitragsfrei. 1983 wurde von der schwarz-gelben Koalition ein Krankenversicherungsbeitrag von zunächst 5 % des Renteneinkommens beschlossen.

Seit dem 1. Januar 2009 gilt für KVdR-pflichtversicherte Rentner der einheitliche allgemeine Beitragssatz (§ 241, § 247 I SGB V), der je zur Hälfte von dem Rentner und dem Rentenversicherungsträger zu tragen ist. Bis Ende 2014 zahlten die Rentner 0,9 % (§ 249a SGB V) zusätzlich. Seit dem 1. Januar 2015 trägt der Rentner den individuellen Zusatzbeitrag seiner Krankenkasse (2015 durchschnittlich 0,9 % und 2016 durchschnittlich 1,1 %).

Sonstige Einkünfte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Haben KVdR-pflichtversicherte Rentner noch weitere Einkünfte, z. B. aus einer betrieblichen Altersversorgung (keine private Rentenversicherung, keine Riester-Rente), oder Einkünfte aus selbständiger Tätigkeit, so sind auch für diese Bezüge Beiträge an die KVdR abzuführen. Dabei zahlt der Rentner für diese Einkünfte selber den vollen Beitragssatz und teilt sich den Beitrag nicht mit der Zahlstelle der betrieblichen Altersversorgung oder der Einkünfte aus selbständiger Arbeit. (§ 249a SGB V).

Formalia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Krankenkasse kann, soweit keine Mindestbindungsfrist besteht, frei gewählt werden.

Die Mitgliedschaft beginnt mit dem Tag der Stellung des Rentenantrags (§ 186 IX SGB V).

Witwen, Witwer und Waisen, egal welchen Alters, gelten ab Rentenbezug im Sinne des Gesetzes als Rentner.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Merkblatt R815: Krankenversicherung der Rentner (KVdR) und Pflegeversicherung. Deutsche Rentenversicherung Bund (PDF; 126 kB)