Kulturquartier Mecklenburg-Strelitz

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Kulturquartier Mecklenburg-Strelitz

Logo
Rechtsform gGmbH
Gründung 21. Juli 2016
Sitz 17235 Neustrelitz
Leitung Albrecht Pyritz
Branche Kultur und Bildung
Website www.kulturquartier-neustrelitz.de

Das Kulturquartier Mecklenburg-Strelitz ist eine kulturelle Verbundeinrichtung für die historische Region Mecklenburg-Strelitz, die kulturelle Institutionen wie das Museum der Stadt, die Stadtbibliothek und das Karbe-Wagner-Archiv zusammenführt. Es befindet sich im unter Denkmalschutz stehenden ehemaligen Postgebäude in der Schloßstraße 12/13. Nach umfassenden Umbau- und Sanierungsarbeiten wurde die Alte Post als ein kulturelles Zentrum von Stadt und Region am 3. Oktober 2015 neu eröffnet und seit 2016 als gGmbH geführt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erinnerungstafel an die herzogliche Münzprägestätte
Fassadenschmuck

Der Gebäudekomplex in der Schloßstraße, die den zentralen Marktplatz und den Schlossbezirk verbindet, blickt auf eine lange Geschichte öffentlicher Nutzung zurück. Von 1748 bis 1795 befand sich im erhaltenen Hofgebäude Nr. 12 die herzogliche Münze von Mecklenburg-Strelitz. 1869 wurde das Grundstück an den Norddeutschen Postbezirk, ab 1871 kaiserliche Reichspost, verkauft, die 1898 auch das Nachbarhaus Nr. 13 erwarb. Zwischen 1899 und 1901 wurde auf diesen beiden Arealen ein von neoromanischen und neogotischen Architekturformen inspirierter Neubau errichtet – das Kaiserliche Postamt. Es handelte sich um ein Postamt I. Classe, das gleichzeitig den Fernsprech- und Telegraphendienst wahrnahm. Der Bau ist ein elfachsiges zweigeschossiges Traufenhaus mit zwei Giebelrisaliten in der zweiten und zehnten Achse. An beiden Seiten gibt es eine zweiflügelige Eingangstür. Große Rundbogenfenster im Erdgeschoss, Stichbogen-Doppelfenster im Obergeschoss und Dreierfenster in den Risaliten gliedern die Hausfassade zur Schlossstraße. Beide Risaliten sind über den Fenstern im ersten Obergeschoss mit Mosaiken geschmückt: Im linken sind in goldenen Lettern die Jahreszahlen 1899 bis 1901 zu lesen, über dem Fenster im rechten Giebelrisalit symbolisieren zwei goldene Posthörner das Postwesen und zwei Blitze das Telegrafen- bzw. Fernmeldewesen. 1928 wurde der Torweg verbreitert. 1933 erfolgte ein innerer Umbau, wovon aber die Schalterhalle nicht betroffen war.[1]

Die Funktion des Post- und Fernmeldeamtes behielt das Gebäude bis in das Jahr 2000. Bis 2003 war hier noch der Zustellbereich untergebracht. 2008 erwarb die Stadt Neustrelitz das Areal. 2011 wurde eine Kooperationsvereinbarung mit den Nachbargemeinden zur Aufnahme in das Städteförderungsprogramm des Bundes abgeschlossen.[2] In den Folgejahren wurde das Postgebäude denkmalgerecht umgebaut; im Hof eintstand nach Plänen des Berliner Büros BHBVT ein Neubau mit Lesesälen und Ausstellungsräumen.[3]

Im Verlauf der Planung änderte sich der Name der geplanten Verbundeinrichtung von Kulturhistorisches Zentrum in Kulturquartier Mecklenburg-Strelitz.

Heutige Nutzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den Räumlichkeiten des Gebäudes sind das Museum der Stadt mit einer Dauerausstellung zur Geschichte von Mecklenburg-Strelitz, die Stadtbibliothek, die heimatkundliche Sammlung des Karbe-Wagner-Archivs sowie das Archiv des Landestheaters Neustrelitz untergebracht.[4][5]

Museum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Museum der Stadt Neustrelitz war 1973 mit privaten Sammlungen von Annaliese Wagner mit dem Anspruch gegründet worden, das 1945 untergegangene Mecklenburg-Strelitzsche Landesmuseum zu ersetzen. Das Landesmuseum in Neustrelitz war nach dem Sturz der Monarchie aus in Jahrhunderten gewachsenen Sammlungen des strelitzschen Fürstenhauses und aus Ausstattungsstücken von deren Schlössern formiert und beim Neustrelitzer Schlossbrand bei Kriegsende vernichtet worden. Eine private bürgerliche Sammlung konnte dem naturgemäß niemals nahe kommen.

Bis 2015 befand sich das Stadtmuseum im 1822 von Friedrich Wilhelm Buttel erbauten ehemaligen Wohn- und Geschäftshaus der Familie Wagner (Schloßstraße 3). Seine Sammlungen illustrierten die Geschichte der früheren Residenzstadt und des ehemaligen Herzogtums, Großherzogtums und Freistaates Mecklenburg-Strelitz.[6]

Am 22. April 2016 wurde im Kulturquartier eine Dauerausstellung zur Landesgeschichte von Mecklenburg-Strelitz mit ca. 800 Exponaten eröffnet.[7]

Die Dauerausstellung und die Sonderausstellung im Kulturquartier sind täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet.

Stadtbibliothek[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Stadtbibliothek stehen den Besuchern auf rund 500 m² Fläche ca. 50.000 Medien zur Verfügung.[5] Diese können entweder ausgeliehen oder in der Ruhezone genutzt werden.[5] Benutzern des ca. 140 m² großen Karbe-Wagner-Archiv steht ebenso wie den Nutzern der Bibliothek ein gemeinsamer Lesesaal zur Verfügung.[5] Im Kulturquartier sind Ausleihe und Archivrecherche montags von 14 bis 18 Uhr, dienstags bis freitags von 10 bis 18 Uhr und sonnabends von 10 bis 14 Uhr möglich.[5]

Karbe-Wagner-Archiv[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Karbe-Wagner-Archiv (KWA) ist eine 1956 von Annalise Wagner (1903–1986) auf der Grundlage des Nachlasses von Walter Karbe (1877–1956) gegründete heimatkundliche Sammlung und wissenschaftliche Spezialbibliothek. Sammlungsschwerpunkte sind die Stadtgeschichte von Neustrelitz sowie südostmecklenburgische Regionalgeschichte, insbesondere von Mecklenburg-Strelitz.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Kulturquartier Mecklenburg-Strelitz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Nach Kulturquartier Mecklenburg-Strelitz – Neustrelitz macht Nägel mit Köpfen, Pressemitteilung vom 25. Mai 2012, abgerufen am 2. Oktober 2015
  2. DA!SEIN!- Leben im ländlichen Raum in der Mecklenburgischen Seenplatte, abgerufen am 2. Oktober 2015
  3. Architektenbüro BHBFH: s. Kulturbauten → 2013 Neustrelitz: Kulturhistorisches Zentrum → Bilder,Pläne, Projektbeschreibung, Abgerufen am 2. Oktober 2015
  4. Kulturquartier Mecklenburg-Strelitz, auf der Website von Neustrelitz. Abgerufen am 13. August 2015.
  5. a b c d e Schlüsselübergabe im Kulturquartier steht bevor. In: Strelitzer Echo, Ausgabe vom 12. September 2015, S. 4 (PDF).
  6. Museum der Stadt Neustrelitz im Kulturportal MV
  7. Ein Prunkpokal im Zeichen politischer Macht In: Strelitzer Echo – Ausgabe 06 vom 2. April 2016, S. 3

Koordinaten: 53° 21′ 43,2″ N, 13° 3′ 36,6″ O